Der Haushalt 2020 der Stadt Marktsteft ist, wenn auch spät im Jahr, am Dienstagabend einstimmig verabschiedet worden. Für das laufende Jahr sind keine großen Überraschungen dabei; die Folgejahre werden es aber mit einer hohen Neuverschuldung in sich haben. Grundsätzlich zog Bürgermeister Thomas Reichert zu Beginn der Debatte eine vorsichtig positive Bilanz: "Die finanzielle Situation der Stadt Marktsteft ist immer noch nicht rosig; die Talsole ist aber durchschritten." Auch wenn die coronabedingten Folgen für den Etat noch nicht ganz abzusehen sind: "Die Aufgaben können bewältigt werden."

Insgesamt hat der Haushalt ein Volumen von gut 6,9 Millionen Euro, wobei auf den Verwaltungshaushalt 4,27 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt 2,64 Millionen Euro entfallen. Durch eine Auflösung der Rücklagen kann auf eine Neuverschuldung verzichtet werden. Hauptausgabeposten im Vermögenshaushalt sind die Erschließung des Gewerbegebiets "Marktbreiter Straße" mit rund 1,3 Millionen Euro und die Investitionszuweisung an die Stadt Kitzingen für die Kläranlagensanierung in Höhe von knapp 350 000 Euro. Erste Schatten voraus werfen die Sanierung des alten Hafens und die Kindergartenerneuerung mit den Planungskosten.

Sanierungen in Hafen und Kindergarten

Interessanter ist der Blick auf die Folgejahre: 2022 steigt der Etat auf über acht Millionen Euro, ein Jahr später gar auf über elf Millionen Euro, ehe er dann wieder auf heuriges Niveau sinkt. Grund für die Steigerungen sind die Sanierungen von Hafen und Kindergarten, die Vorrang haben und auch einen Anstieg der Verschuldung um knapp 2,9 Millionen Euro mit sich bringen.

Damit ist die Arbeit der Stadt lange nicht beendet: In Lauerstellung stehen die Sanierung der Schule, die Kanalsanierung in weiten Bereichen der Altstadt und die Erneuerung der Mehrzweckhalle.

Das führte am Ende zum Resümee des Bürgermeisters: "Wir müssen genau hinschauen, wo wir bislang kulant waren." "Es ist ein äußerst harter Haushalt mit vielen Unwägbarkeiten", sagte Bernhard Etzelmüller und weiter: "Uns fällt ein Stück weit auf die Füße, was wir in den vergangenen Jahren nicht gemacht haben." Etzelmüller forderte seine Ratskollegen dazu auf, auch eine Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuern und von Gebühren ins Auge zu fassen.

Handballer dürfen Haftmittel verwenden

Mit knapper Mehrheit kippte der Stadtrat auf Antrag des SV Michelfeld einen alten Beschluss, der Haftmittel bei Handballspielen in der Mehrzweckhalle verbot. Bis Jahresende dürfen die Vereine der Stadt dieses Mittel wieder einsetzen, allerdings mit einem ausgeklügeltem Reinigungskonzept. Klappt das nicht, wird die Genehmigung wieder entzogen.

Ob die Stadt in die kommunale Verkehrsüberwachung zumindest des ruhenden Verkehrs einsteigt, ist noch offen. Die Verwaltung wurde allerdings beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen, von deren Höhe weitere Entscheidungen abhängen.