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Marktbreit

Marktbreiter Stadtrat verabschiedet Haushalt in nur 45 Minuten

"Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not." Ein Spruch, zitiert von Wolfgang Schmer am Donnerstagabend in der Marktbreiter Stadtratssitzung, der die Einschätzung des Kämmerers der VG zum Haushalt der Stadt wohl deutlich zum Ausdruck brachte.
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Größter Brocken im Marktbreiter Haushalt ist weiter die Sanierung des evangelischen Kindergartens. Foto: Robert Haaß

"Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not." Ein Spruch, zitiert von Wolfgang Schmer am Donnerstagabend in der Marktbreiter Stadtratssitzung, der die Einschätzung des Kämmerers der VG zum Haushalt der Stadt wohl deutlich zum Ausdruck brachte.

Schulden runter und Rücklagen schaffen in guten Zeiten, das haben die Marktbreiter gemacht. Und so können sie nun in Zeiten, die wohl finanziell nicht mehr so rosig werden, ohne große Probleme einen ausgeglichenen Haushalt verabschieden und auch für die kommenden Jahre, so zumindest der Plan, auf eine Neuverschuldung verzichten.

"Für mich persönlich ist es der letzte Haushalt, ich hatte mir das auch anders vorgestellt", sagte Bürgermeister Erich Hegwein angesichts der Tagung des Rates im Lagerhaus und seiner Bitte, die Sitzung möglichst kurz zu halten. Was unter anderem auch den Verzicht auf längere Debatten um den Etat beinhaltete. Was die Räte denn auch in großem Konsens befolgten. Denn nach der Vorstellung der Eckdaten wurde der Haushalt dann nicht Seite für Seite durchgearbeitet, es blieb bei zwei, drei Fragen und nach knapp 45 Minuten war das Zahlenwerk einstimmig verabschiedet.

Null Euro Schulden, keine neuen Kredite, Rücklagen in Höhe von knappen 6,5 Millionen Euro, diese Zahlen erleichterte den Räten sicher auch den Schritt, auf weitere Beratungen zu verzichten, auch wenn sie das Zahlenwerk erst zwei Tage zuvor im Briefkasten fanden.

900 000 Euro für Radweg nach Gnodstadt

Dazu kommt auch, dass Bürgermeister und Kämmerer sich bei den Investitionen auf bereits begonnene Projekte beschränken. Da fließen weitere zwei Millionen Euro in die Sanierung des evangelischen Kindergartens, 840 000 Euro in den Anbau an den katholischen und 100 000 Euro in den Umbau des Gnodstädter Kindergartens. Der Radweg nach Gnodstadt verschlingt 900 000 Euro, weitere Schritte zur Erschließung des Baugebiets Ohrenberg 300 000 Euro und der letzte Abschnitt der Mainufersanierung weitere 1,6 Millionen Euro.

Insgesamt stehen knappen sieben Millionen Euro an Investitionen rund fünf Millionen Euro an Zuschüssen und der Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt gegenüber, die verbleibenden knapp zwei Millionen Euro kommen dann aus der Rücklage, die dann immer noch gute 4,5 Prozent Millionen Euro beträgt.

"Minderansatz Corona-Pandemie"

Knapp 500 000 Euro beträgt die freie Finanzspanne, also der Betrag, der im Verwaltungshaushalt übrig ist, um in den Vermögenshaushalt übertragen werden zu können. Um dieser Zahl realistisch zu berechnen, ging Kämmerer Schmer von deutlich sinkenden Einnahmen aus. So verzeichnet der Verwaltungshaushalt sowohl bei der Gewerbe-, als auch bei der Einkommenssteuerbeteiligung jeweils niedrigere Ansätze, als in den Vorjahren, Schmer bezeichnet dies als "Minderansatz Corona-Pandemie", insgesamt gut 900 000 Euro. Offen bleibt, so Erich Hegwein, in wieweit künftig Zuschüsse noch in der bislang erwarteten Höhen und zeitlichen Abfolgen geleistet werden.

In Absprache mit dem künftigen Bürgermeister Harald Kopp gab Hegwein bekannt, dass dies die letzte Sitzung des Stadtrats in dieser Zusammensetzung war. Nach der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtrats Anfang Mai wird es wohl noch eine Abschiedssitzung des alten Rates geben, geleitet von Kopp, bei der Hegwein die Verabschiedung übernimmt. Ähnliches dürfte für die eigentlich noch im April geplanten Bürgerversammlungen gelten, die später ebenfalls von Kopp geleitet werden, den Rechenschaftsbericht übernimmt der scheidende Bürgermeister, auch wenn er dann schon nicht mehr im Amt ist.