Drei Sitzungen von Schulverbänden in Marktbreit am Donnerstagnachmittag, dreimal das gleiche Thema – die Beschaffung von Virenfiltern –, dreimal das gleiche Ergebnis: Es werden in allen drei Schulen keine Luftreinigungsgeräte für Klassenzimmer angeschafft.

Grundschulverband Martinsheim mit dem Vorsitzenden Rainer Ott, Grund- und Mittelschulverband Marktbreit mit jeweils Harald Kopp als Vorsitzender: Eigentlich hätten die drei aufeinanderfolgenden Sitzungen der jeweiligen Verbandsräte auch gemeinsam stattfinden können. Denn die Argumente Pro und Contra Luftreinigungsgeräte waren jeweils die gleichen, vorgetragen vor allem von Marktbreits Bürgermeister Harald Kopp, und am Ende auch ausschlaggebend für die Entscheidungen.

Ausgangslage war das Ziel, trotz der Pandemie auch im kommenden Schuljahr durchgehend Präsenzunterricht abhalten zu können. Neben Masken und regelmäßigem Lüften soll dies durch mobile Luftreinigungsgeräte ermöglicht werden. Zur Finanzierung der Anlagen können die Schulaufwandsträger, also die jeweiligen Schulverbände, Zuschüsse beantragen., Dies sind 50 Prozent der Kosten, pro "förderfähigem Raum", höchstens aber 1750 Euro. Die Geräte müssen mit bestimmten Technologien ausgestattet sein und dürfen nicht lauter als 40 dB (A) sein.

Zum einen waren es die Kosten, die Kopp monierte. Denn auch wenn es günstige Anlagen gebe, so müsse mehr als ein Gerät pro Raum beschafft werden. Zudem werde nur der Kauf der Geräte bezuschusst, nicht aber Betrieb, Wartung und Verwaltung. Und ob die Wartung der Hausmeister übernehmen könne, etwa beim Auswechseln von Filtern, sei äußerst fraglich.

Ein weiteres Problem ist die Geräuschentwicklung. Auch wenn sich die Geräte an den vorgeschriebenen Schalldruckpegel halten, dürfte es wohl schnell Beschwerden über Konzentrationsprobleme bei Kindern, die direkt neben den Geräten sitzen, geben. Und welche Eltern wollten schon ihr Kind nahe einem Gerät sitzen wissen, dass vielleicht kontaminierte Luft ansaugt und damit die Virenkonzentration im Umfeld verstärkt, so Kopps Frage.

"Lüften ist jeweils die bessere Option", so war sich Kopp sicher, nachdem er die gleiche Einschätzung aus einem Schreiben des Umweltbundesamtes entnommen hatte. Und da die Verbände für die Schulen CO2-Warngeräte gekauft haben, müsse eh regelmäßig gelüftet werden.

Argumente, die von den Verbandsräten wohl ähnlich gesehen wurden. Für den Schulverband Martinsheim stimmte allerdings Vorsitzender Ott als einziger für die Anschaffung der Luftreiniger. Im Mittelschulverband war das Ergebnis ebenso einstimmig dagegen wie beim Grundschulverband Marktbreit. Der hatte allerdings nur für das Schulhaus in Marktsteft zu entscheiden, da in Marktbreit bei der Sanierung der Schule bereits eine Lüftungsanlage eingebaut worden war.

Deutlich anders wäre die Entscheidung bei den Schulleitungen ausgefallen. Verena Habermeier, kommissarische Leiterin der Grundschule Martinsheim, berichtete von Kindern, die im Winter mit Wintermänteln und Decken in den Klassenzimmern saßen und sich trotzdem erkälteten. Und Benedict Vogl, Schulleiter der Mittelschule sagte: "Wenn der Freistaat so viel Geld in die Hand nimmt, dann will er das auch rechtfertigen." Wenn also Zuschüsse fließen, dann wird es dort, wo die Filter eingesetzt sind, wohl durchgehend Präsenzunterricht geben, in anderen Schulen könnte das fraglich sein. Harald Kopps Appell am Ende an alle: "Lasst Euch impfen!"