Zum zweiten Mal in Folge stand das Thema „Energie“ im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs des Kreisverbands der Freien Wähler in Iphofen. Landrätin Tamara Bischof hatte allerdings am Mittwochabend eine ganz andere Neuigkeit im Gepäck: Erstmals seit vielen Jahren führt nicht Iphofen die Liste der Gemeinden mit der höchsten Gewerbesteuereinnahmen an. Mit knapp neuen Millionen Euro hat sich Marktbreit, wenn auch nur mit einigen tausend Euro Vorsprung, an die Spitze gesetzt.

Insgesamt, so die Landrätin, hat der Landkreis im vergangenen Jahr Gewebesteuereinnahmen in Höhe von rund 42 Millionen Euro erwirtschaftet, eine Steigerung um rund zwei Millionen Euro. Die Stadt Kitzingen liegt dabei bei rund 7,8 Millionen Euro. Zusammen mit den anderen statistischen Daten des Jahres, etwa der niedrigen Arbeitslosenzahl, konnte sie ein durchaus positives Fazit für den Landkreis ziehen: „Es geht uns also gut“, sagte sie.

Trotzdem gelte es aber aufzupassen, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinander klafft. Ein Mittel dem entgegen zu Wirken sei die Einführung von Mindestlöhnen, für die sich Bischof eindeutig aussprach.

Bei allen positiven Zahlen: „Zurücklehnen dürfen wir uns nicht“, so die Landrätin. Denn Arbeitnehmer werden künftig dort wohnen und arbeiten, wo die Infrastruktur stimmt. Zwar hat der Landkreis in Zusammenarbeit mit den Gemeinden in den vergangenen Jahren viel für das Wohlbefinden der Familien getan, die Anstrengungen hier dürften aber nicht aufhören.

Neben dem Thema Klinik Kitzinger Land, ob Sanierung oder Neubau hänge von der Entscheidung des Krankenhausplanungsausschusses Bayern ab, werde 2012 im Landkreis auch von der gemeinsamen Verpflichtung zur Suche nach alternativen Energieformen geprägt sein – und hier fehle sowohl beim Bund, als auch beim Freistaat ein Plan.

Einige Antworten auf die Fragen der Energiewende erwartete nicht nur sie sich von der Rede des Referenten für Umwelt und Energie der Landtagsfraktion der Freien Wähler, Gottfried Obermair (Maisach, Lkr. Fürstenfeldbruck). Eine regionale Energieoffensive in allen Landkreisen anzuschieben, das sei das Ziel der Freien Wähler. Dabei gelte es nicht nur die Bürger von der Energiewende zu überzeugen, sondern auch die Mandatsträger. Denn: „die Energiewende ist sichtbar, wir werden sie sehen“, zeigte sich Obermair überzeugt. Photovoltaikanlagen, Biogasanlagen, Windräder, aber auch große Strommasten – sie alle werden ihre Spuren in der Landschaft hinterlassen. „Wenn aber wir die Wende nicht angehen, muss das die nächste Generation tun“, so Obermair, und dann werde es deutliche teuerer. Allerdings zeigte sich der Redner davon überzeugt, „dass wir die Windräder in 30 Jahren wieder abbauen“, denn bis dahin wird es andere Energieformen geben – und die Windräder seien zu 100 Prozent wiederverwertbar.

„Das Geld des Dorfes dem Dorfe“, dieser Leitspruch von Friedrich Wilhelm Raiffeisen, müsse auch das Motto der Energiewende sein. Das Geld der Energiewende sollte in der Region bleiben. Damit würde auch die Akzeptanz für die erneuerbaren Energien steigen. Denn jeder wolle zwar die alternativen Energieformen, der Widerstand gegen den Ausbau wachse aber immer schnell. Neben dem Energiesparen und dem Steigern der Effizienz beim Energieverbrauch ist die regionale Erzeugung von Energie ein wichtiger Faktor, die außerdem den Vorteil der Wertschöpfung in der Region und eine erhöhte Versorgungssicherheit zur Folge hat.

Musikalisch gestaltete das Iphöfer Musikerehepaar Judy Ann und Richard Roblee die Veranstaltung.