Bürgermeister Erich Hegwein (CSU) schwärmt von den neuen Errungenschaften der Stadt. Es sind ein Spielplatz und eine Anlegestelle für Wasserwanderer unterhalb der Pizzeria Catania. "Es ist einer von Marktbreits schönsten Spielplätzen", freute sich Hegwein bei der offiziellen Einweihung der Anlagen, während sich eine Kinderschar auf den Geräten tummelte.
Die Geschwister Aaron, Noah und Mila Engist und ihre Freunde verfolgten die Grußreden nicht. Sie waren damit beschäftigt, alle Spielgeräte auszuprobieren. Aaron gefällt das Kletterseil, während seine Geschwister sich besonders gerne auf die Reifenschaukeln setzen. Mutter Silke Engist ist begeistert, dass es die tolle Spielmöglichkeit in der Nähe ihrer Wohnung gibt. "Wir sind ganz oft hier", sagte sie.
Endlich gehört Marktbreit auch sichtbar zum Tourismusprojekt Gelbe Welle, an dem der Landkreis Kitzingen seit zwei Jahren teilnimmt. Kanufahrer auf dem Main erkennen, wenn sie vom Wasser ans Ufer schauen, wo sie besonders willkommen sind.
"Die Gelbe Welle ist zu einem Markenzeichen geworden", sagte der stellvertretende Landrat Robert Finster (SPD) bei seiner kurzen Ansprache. Der Landkreis Kitzingen ist die erste Region am Main, die die Gelbe Welle flächendeckend eingeführt hat. Schon bei der Auftaktveranstaltung vor einem Jahr in Nordheim am Main würdigte Anja Gretzschel von der Bundesvereinigung Kanutouristik die Verbindung aus Wein, Wandern, Radfahren und Wassertourismus als eine ganz besondere Attraktion. "Andere Regionen können da nicht mithalten", betonte sie damals.
In Wipfeld und Marktbreit wurden größere Baumaßnahmen durchgeführt. Marktbreit hat nun einen Biwakplatz mit Einstiegstreppe. Es ist eine aus wetterfestem Spezialkunststoff bestehende Stufen- und Rampenanlage, die dem Böschungswinkel angepasst ist. Damit wird ein sicheres Ein- und Aussteigen aus den Booten gewährleistet.
Auch das Spielgelände hat Elemente, die mit Wasser zu tun haben. Es gibt zum Beispiel ein Piratenfloß, ein angeschwemmtes Fass, eine Brücke - natürlich alles sicher im Boden verankert.
"Wir wollten eigentlich die Ersten sein, jetzt sind wir die Letzten geworden", sagte Bürgermeister Erich Hegwein - jedoch nicht betrübt, sondern erfreut über die Anlage, an deren Bau die Firmen Brenner und arc.grün beteiligt waren.
"Ausgebremst" wurde die Stadt laut Hegwein durch den Neubau der Segnitzer Mainbrücke. Denn in der Nähe des geplanten Spielplatzes und Anlegepunktes war der Werkplatz der Brückenbaufirma eingerichtet. Zwei Firmen mit unterschiedlichen Gewerken hätten nebeneinander nicht Platz gehabt, erklärte Hegwein.
261 000 Euro hat die Anlage die Stadt gekostet, zirka 75 000 Euro übernahm die Leader+-Stelle. Wegen der zweijährigen Verzögerung wird Marktbreit auch eine Fristverlängerung für die Abrechnung gewährt.
Hegwein verriet bei der Einweihungsfeier, dass das Mainufer in diesem Abschnitt noch weitere Attraktionen bekommen soll. Gedacht ist an einen Grillplatz auf dem alten Spielplatz, eine BMX-Bahn, einen Wohnmobilplatz und eine Badebucht mit Liegewiese. "Dann ist dieser Bereich gut aufgewertet und ein schönes Naherholungsgebiet, wie es sich für eine aufstrebende Stadt gehört", sagte Erich Hegwein.
Wenn erst die Gäste kommen, zu Wasser und zu Land, werde auch der Nachbar davon profitieren, meinte der Bürgermeister mit Blick auf das italienische Restaurant. Er dankte dem Inhaber für sein Entgegenkommen bei den Grundstücksverhandlungen. Dadurch konnte die Zufahrt zu dem Freizeitgelände über den ehemaligen Biergarten der Gaststätte gelegt werden.