Zum Laufen erscheint Marika Heinlein keine Strecke zu weit. Die Extremläuferin aus dem Wiesentheider Ortsteil Geesdorf hat sich diesmal etwas besonderes vorgenommen:

Sie will diesen Samstag, 13. Mai, um 15 Uhr am Rouillac-Platz an der Steigerwaldhalle starten, um nach 1200 Kilometern zu Fuß am Samstag, 3. Juni, in der französischen Partnergemeinde Rouillac anzukommen.

Dort, im Südwesten Frankreichs, wird über Pfingsten der 45. Geburtstag der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden gefeiert. Ihr Mann Bruno ist mit dem Begleitfahrzeug und dem Wohnwagen dabei.

Drei Wochen eingeplant

Gut drei Wochen hat sich die Läuferin für die Strecke vorgenommen, pro Tag will sie zwischen 60 und 70 Kilometer laufen. Ein kleiner Puffer an Zeit ist natürlich mit eingeplant – „man weiß ja nie“, sagt die Sportlerin, die bereits einige 100-Kilometer-Läufe oder Klassiker der Laufszene wie den Spartathlon absolviert hat. „Das wird auf jeden Fall spannend! Ich bin noch nie so viele Tage hintereinander gelaufen.

Das längste bisher war der Baltic Run, ein Lauf von Berlin zur Insel Usedom über fünf Tage“, erzählt die Buchhändlerin und schaut mit Vorfreude voraus auf ein weiteres Abenteuer.

Mit der Partnerschaft zwischen Wiesentheid und Rouillac hatten die Heinleins bislang keinen Kontakt. Als sie bei einem Frankreich-Aufenthalt im Südwesten in der Nähe Rouillacs waren, besuchten sie einmal den Ort, um ihn anzuschauen und dort zu essen, das war's.

Die Idee, einmal dorthin zu laufen, hegt Marika Heinlein bereits seit 2008. „Als damals eine Gruppe von hier aus mit den Rädern nach Frankreich fuhr, dachte ich, das kann man auch laufen.“ Dieses Vorhaben will sie nun in die Tat umsetzen.

Strecke hat Mann Bruno geplant

Die Strecke hat ihr Mann Bruno geplant. Am ersten Tag ist in Gnodstadt Etappenziel, dann führt der Weg über Osterburken in Richtung Bad Schönborn im Landkreis Karlsruhe und von dort zur Grenze. Weiter geht es über den Rhein, etwa bis Mühlhausen, dann den Rhein-Rhone-Kanal entlang und in das Nachbarland hinein in Richtung Bourgogne. Überhaupt soll es, wo es möglich ist, entlang von Kanälen und Flüssen gehen.

Wo es geht, werde man Campingplätze ansteuern. Der Wohnwagen ist bereits präpariert mit Flaggen und Aufschriften, die auf das Unternehmen hinweisen. Im Gepäck hat Marika Heinlein rund zehn Paar Laufschuhe – auch, weil sie nie zwei Tage hintereinander mit demselben Schuh laufe, wie sie erklärt. Das Wetter solle einigermaßen mitspielen, ist ihr Wunsch. Den Rest „werden wir schon sehen.“

Zum Start sollen möglichst viele Leute kommen

Die Ankunft in Rouillac ist am Pfingstsamstag geplant, in der Woche darauf fahren die Heinleins wieder zurück. Ihr Buchladen, den sie in Wiesentheid betreiben, hat während der Zeit geschlossen.

Zum Start an diesem Samstag in Wiesentheid würden sie sich freuen, wenn möglichst viele Leute kommen und vielleicht sogar ein Stück mitlaufen. Das gäbe noch einmal einen Schub für das 1200-Kilometer-Abenteuer.