Der 15. August ist für den Kitzinger Einzelhandel Jahr für Jahr ein neuralgischer Tag: Während der Feiertag Mariä Himmelfahrt in den meisten Städte und Gemeinden der Region, in denen die Mehrzahl der Bewohner Katholiken sind, als kirchlicher Feiertag und damit als arbeitsfrei gilt, ist der Tag in der evangelisch-lutherisch dominierten Kreisstadt, ebenso wie beispielsweise in Mainbernheim oder Markt Einersheim, ein ganz normaler Arbeitstag. Entsprechend haben Geschäfte und Läden geöffnet – und von auswärts strömen Käufer heran, die ihren arbeitsfreien Tag gerne zum Einkaufsbummel nutzen.

"Der Tag war in den vergangenen Jahren einer der, oder gar der umsatzstärkste Tag für etliche Kitzinger Einzelhändler", sagt Frank Gimperlein, Geschäftsführer des Kitzinger Stadtmarketingvereins. Dass der Feiertag, der die Händler strahlen lässt, dieses Jahr auf einen Samstag fällt, bewertet Gimperlein mit Blick auf die Erfahrungen zurückliegender Beispiele eher als Vorteil. "Das zieht normalerweise eher mehr Menschen an."

Livemusik und Kinderkarussell

Die Geschäfte in Kitzingen haben laut Gimperlein an Mariä Himmelfahrt normal geöffnet, das heißt wie an den sonstigen Samstagen im Jahr bis 16, manche aber auch bis 18 Uhr. Der Stadtmarketingverein sorgt für Livemusik am Marktplatz, hauptsächlich, um die Gäste auf den seinen Angaben nach 220 Sitzplätzen der Außengastronomie im Herzen der Altstadt zu unterhalten. Zudem unterhält eine musikalische Dreier-Combo, die durch die Straßen zieht. Die Musik soll die Verweildauer der Kunden in der Stadt erhöhen. Auf dem Platz der Partnerstädte dreht sich zudem ein Kinderkarussell und der Stadtschoppen am Stadtbalkon hat bereits ab 14 Uhr geöffnet.

Als große Unbekannte bleibt in diesem Jahr die Corona-Pandemie, die nicht nur die Möglichkeiten an besonderen Werbeaktionen einschränkt, sondern auch das Einkaufsverhalten der Menschen insgesamt lähmt. "Der Kitzinger Einzelhandel erholt sich – von null kommend – schleppender als die Gastronomie", stellt Gimperlein fest.

Viele Menschen scheuten sich noch immer, zum Einkaufen in Läden zu gehen. Er schätzt, dass der Einzelhandel bis zu eineinhalb Jahre brauchen wird, um beim Umsatz wieder das Vor-Corona-Niveau zu erreichen. Wobei bestimmte Branchen beziehungsweise Geschäfte, etwa Fahrradhändler oder Bastelläden, vergleichsweise gut durch die bisherige Corona-Krise gekommen seien.

Sondererlaubnis für Außengastronomie

Größere Probleme erwartet Gimperlein für die Gastronomie mit Blick auf Herbst und Winter, nicht nur wegen einer zu befürchtenden erneuten Corona-Welle. Er sieht auch Schwierigkeiten darin, wenn Gaststätten in diesen Jahreszeiten keine Außengastronomie mehr betreiben dürfen. Deshalb sei der Stadtmarketingverein auch im Gespräch mit der Stadt Kitzingen, um für die Gastwirte die Erlaubnis zu erwirken, ausnahmsweise das ganze Jahr über ihre Außenflächen bewirtschaften zu dürfen, zumal ein Weihnachtsmarkt in diesem Jahr mehr als fraglich ist.