Die Stolpersteine mit den Nummern 79 und 80 in der Friedrich-Ebert-Straße 18 in Kitzingen gedenken Isaak und Mina Oppenheimer (wir berichteten am 17. Juli). Sie wohnten bis 1942 in der Straße und wurden Opfer des Holocausts. Dass für die ermordeten jüdischen Familien diese Gedenktafeln im Boden verlegt werden, gefällt nicht jedem. Ute Feuerbach teilte in einem Leserbrief vom 19. Juli mit, dass sie sich ein Denkmal auf Augenhöhe wünsche, auf dessen Sockel man einen „Stein als erinnernde Teilnahme“ niederlegen könne.

Offener Brief

Zu dieser Kritik nimmt Margret Löther, Vorsitzende des Fördervereins ehemalige Synagoge, mit einem offenen Brief an Feuerbach Stellung. Sie sei mit ihren Vorschlägen zu spät dran. Denn „das Projekt Stolpersteine des Künstlers Gunther Demnig läuft seit 1996. Inzwischen wurden in mehr als 20 Ländern circa 61 000 Steine Solpersteine verlegt.“

Löther verneige sich „wie unzählige andere Menschen und wie vom Künstler durch die Verlegung im Boden intendiert“ vor den Stolpersteinen. Sie zeige sich immer wieder empört über die Ermordung im Dritten Reich, wenn sie einen der Steine etwa in Salzburg, Wien oder Prichsenstadt entdecke.

Unseliges Tun?

Ute Feuerbach forderte in ihrem Leserbrief: „Lasst endlich dieses unselige Tun oder wolltet Ihr, dass man so Euren im Bombenkrieg getöteten Verwandten auf der Straße erinnert?“ Löther entgegnet in ihrer Stellungnahme, dass auch der Gehsteig ein Erinnerungsort sei, der sich nicht aufdränge und zum Alltag im 21. Jahrhundert passe.

„Diese Art der Erinnerungskultur hat ihren Platz neben der Art wie Sie selbst sachkundig Erinnerung pflegen: im Museum Barockscheune, mit Aufsätzen, mit Vorträgen und Führungen.“ Gleichermaßen fordert Löther Respekt vor den Stolpersteinen. Als Stadtarchivarin ist Ute Feuerbach eine der Initiatoren des Museums und stellvertretende Vorsitzende.

Darüber hinaus lädt Margret Löther Ute Feuerbach in den Verein ein. Den Zeitpunkt und in welcher Form der Besuch sattfinden soll – Vortrag, Diskussion, Mitglieds- oder Vorstandssitzung – könne sie frei entscheiden. Denn auch dazu seien die Stolpersteine gut: Menschen ins Gespräch zu bringen.