90. Geburtstag feierte am Samstag Manfred Müller aus Kleinlangheim, wohnhaft in der Bahnhofstraße. Er stammt aus Niederschlesien, die Erinnerung an seine ursprüngliche Heimat und an seinen Heimatort Streckenbach trägt er bis heute im Herzen, was man besonders spürt, wenn man sich mit ihm über längst vergangene Zeiten unterhält. Seine Erlebnisse bis zur Vertreibung im Juli 1946 und die Umsiedlung hat er in dem Büchlein "16 Jahre im Bober-Katzbach-Gebirge" mit dem Untertitel "Erinnerungen von Manfred Müller" niedergeschrieben. Angefertigt hat er auch ein Modell seines Heimatdorfes, auf dem alle früheren Anwesen zu sehen sind.

In seinen Aufzeichnungen ist zu lesen, dass die Familie nach der Vertreibung zunächst ins Lager Friedland und dann nach Iserlohn kam, bis im Herbst 1946 der Vater aus der Gefangenschaft zurück kehrte und die Familie in Wiesentheid eine erste Bleibe und der Vater eine Arbeit fand, während der Sohn eine Lehre bei der Firma Bördlein absolvierte und bei einem Bauern in der Landwirtschaft aushalf. Die Gesellenprüfung legte er 1952 ab und seit diesem Jahr arbeitete er mit seinem Vater zusammen, der 1949 in Kleinlangheim das Geschäft gründete, das in der Hauptsache Steinprodukte zum Inhalt hatte und das bis heute unter dem Namen "Stein-Müller" bekannt ist.

In Kleinlangheim fand die Familie eine neue Heimat, das Haus in der Bahnhofstraße wurde 1951 gebaut und 1970 übernahm Manfred Müller das Geschäft von seinem Vater, das er dann 20 Jahre später an seinen Sohn Siegfried weitergab. Der gründete das Unternehmen 1992 neu und der Betrieb hat seitdem seinen Sitz im Kleinlangheimer Gewerbegebiet.

Manfred Müllers Ehefrau Frieda, geb. Schulz, stammt aus Kleinlangheim, 1956 wurde geheiratet, der Ehe entstammen drei Kinder und zum Geburtstag gratulierten auch drei Enkelkinder und ein Urenkel. Glückwünsche überbrachten auch  Nachbarn und Bekannte und die Vertreter von Sport- und Gesangverein, der Jubilar ist bei beiden Vereinen Ehrenmitglied, beim Gesangverein unterstützte er den Chor viele Jahre mit seiner Stimme.

Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Zeller bedankte sich für die Gemeinde und den Förderkreis Kirchenburg Kleinlangheim, in dem Müller auch Mitglied ist, für seinen großen Einsatz bei der Sanierung der Kirchenburg, vor allem, als es um die Sanierung der Kellerhälse, das Verlegen von Steinplatten in den Kellerräumen oder um Steinarbeiten in den Räumlichkeiten des Gesangvereins ging.