Wenn in Kitzingen Triathlon ist, dann passt einfach das Wetter. Bei der 8. Auflage des Main-Post-Mainfrankentriathlons schaute die Sonne zwar am Morgen noch etwas skeptisch, das änderte sich aber am Start und erst recht während des gut sechsstündigen Wettkampfes.

Einen Hauch von den gerade eröffneten olympischen Spielen besaß das Spektakel an der Main-Promenade auch. In Kitzingen bekamen im Ziel aber alle Sportler eine Medaille umgehängt von adretten Weinprinzessinnen. So durfte sich jeder Teilnehmer als Gewinner fühlen, zumindest als Sieger über sich selbst. Das ließ der Gesichtsausdruck vieler Starter beim Überschreiten der Ziellinie erahnen.

Bei – im Vergleich zur Hitzeschlacht im Vorjahr – diesmal angenehmen Temperaturen, der Main hatte zum Schwimmen 20,5 Grad, die Außentemperatur lag im Schnitt geringfügig höher, absolvierten 650 Teilnehmer die beiden angebotenen Distanzen, viele davon als Staffeln. Organisator Dieter Göpfert hatte sein Ziel, einen Triathlon für Jedermann anzubieten, erreicht. Einige Hände gingen bei der Begrüßung in die Höhe, als er fragte, wer seinen ersten Triathlon bestreite.

Daneben wies das Teilnehmerfeld auch wieder einige in der Region in dieser Sportart bekannte Akteure auf. Trotz aller Anspannung vor den nicht gerade leichten Anforderungen, denen sie sich stellten, hatten die Starter zwischendurch immer mal ein Lächeln auf dem Gesicht. „Nehmen Sie das Ganze nicht so ernst, sondern als Spaß und Spiel“, wurde den Teilnehmern zu Beginn mit auf den Weg gegeben.

Später ging es wie immer in der Wechselzone rund, wo die Sportler beim Wechseln vom Schwimmen aufs Rad oder später vom Rad zum Laufen möglichst wenig Zeit verlieren wollten. Neoprenanzug runter, Schuhe anziehen, und los laufen – so funktioniert das bei den Professionelleren. Sie schlüpfen bereits auf den letzten Rad-Metern aus ihren am Pedal fest gemachten Schuhen, um Zeit zu gewinnen.

Auf der langen Distanz gewann mit dem Würzburger Jan Diekow ein bekannter Triathlet, der die Konkurrenz beim Radfahren abhängte, womit seine Taktik voll aufging, wie er später verriet. Ihm sagte die selektive Strecke durch die Umgebung bei teils heftigem Gegenwind zu. Diekow kennt den Kurs. „Die Veranstaltung in Kitzingen ist für mich immer wieder ein Höhepunkt“, lobte er.

Frauen-Siegerin Michaela Renner-Schneck (Tübingen) gewann gleich bei ihrer ersten Teilnahme. Sie hatte mit Bekannten aus Kassel ausgemacht, sich hier „in der Mitte in Kitzingen“ zu treffen, wie sie sagte. Auf der kurzen Distanz wiederholte bei den Frauen Eleisa Haag (TV Bad Mergentheim) ihren Sieg vom Vorjahr. Ihr Vereinskollege Thomas Tietz siegte bei den Männern. Zum wiederholten Mal dabei, beeindruckten ihn die Anstiege auf der Radstrecke. „Das ist schon ordentlich, aber ich mag das.“

Viele Lokalmatadoren gehörten zum Teilnehmerfeld, wie etwa Kitzingens Bürgermeister Stefan Güntner. Er hatte diesmal beim Rad „aufgerüstet“, was sich auszahlte. „Das ist etwas ganz anderes! Insgesamt ging es sehr gut“, war er zufrieden. Rödelsees ehemaliger Handball-Trainer Dusan Suchy, gleichzeitig Sportlehrer, machte auch auf der kurzen Strecke mit. Er kam diesmal ohne „Plattfuß“ durch. „Das ist zu schaffen. Nur das Schwimmen muss man üben“, meinte er.

Mit seinen 75 Jahren erreichte auch der Kitzinger Alfons Brückner das Ziel. Zum siebten Mal war er am Start. „Ein bisschen verrückt muss man schon sein“, lächelte der zusammen mit Joachim Berger älteste Teilnehmer hinterher. Bei der Siegerehrung dankte Organisator Dieter Göpfert vor allem den zahlreichen Helfern von Wasserwacht, TG Kitzingen und anderen. Für die Stadt zog Sportreferent Manfred Marstaller bei der Siegerehrung seinen Hut vor den Sportlern. „Ein Super-Ereignis“, nannte er den Triathlon, der eine riesige Werbung für die Stadt sei.

Olympische Distanz (1670 Meter Schwimmen/40 Kilometer Radfahren/10 Kilometer Laufen):

Männer: 1. Jan Diekow 2:01:25 Stunden, 2. Florian Staudt (beide SV 05 Würzburg) 2:05:02, 3. Christian deGraaf (Team Klinikum Nürnberg) 2:05:19, 4. Markus Pohl-Voigt (Ski-Club Lauf) 2:05:59, 5. Benedikt Spangenberg (Team Memmert) 2:06:32, 6. Matthias Junghans (Eschweger TSV) 2:06:40.

Frauen: 1. Michaela Renner-Schneck (Ruhepuls 40 Girls Racing Team) 2:09:41, 2. Silvia Weishäupl (laufstilanalyse.de) 2:14:41, 3. Daniela Dihsmaier (Team Erdinger Alkoholfrei) 2:17:20, 4. Elvira Flurschütz (SV Tricity Darmstadt) 2:19:21, 5. Faye Wagenbrenner (SV Würzburg 05) 2:22:03, 6. Helga Schartel (TV Gerolzhofen) 2:22:31.

Volksdistanz (600/20/5):

Männer: 1. Thomas Tietz (Tria TV Bad Mergentheim) 00:57:21, 2. Kilian Deichsel (SG Tri-Team Kulmbach) 00:59:24, 3. Simon Koch (SSV Forchheim) 01:00:00, 4. Andreas Maier 01:00:19, 5. Michael Kraus (beide Tri-Team Frankenalb) 01:00:34, 6. Carsten Friedmann (SG Tri-Team Kulmbach) 01:00:57.

Frauen: 1. Eleisa Haag Tria (TV Bad Mergentheim) 01:03:34, 2. Clara-Maria Bader (Post SV Nürnberg) 01:07:26, 3. Claudia Richter (SC Oberursel) 01:07:57, 4. Mandy Krause (Post SV Lehrte) 01:09:41, 5. Eva Murray (IfA Nonstop Bamberg) 01:10:49, 6. Janina Seyler (Bike Sport Ansbach) 01:12:07.

Landesliga: 1. Kilian Deichsel (SG Tri-Team Kulmbach) 00:59:24, 2. Simon Koch (SSV Forchheim) 01:00:00, 3. Andreas Maier 01:00:19, 4. Michael Kraus (beide Tri-Team Frankenalb) 01:00:34, 5. Carsten Friedmann 01:00:57, 6. Florian Deichsel (beide SG Tri-Team Kulmbach) 01:01:01.