Der Tag der Arbeit war für die Gewerkschaften in Kitzingen ein Erfolg. Der Deutsche Gewerkschaftsbund rief zu einer Kundgebung ins Bayernheim und etwa 150 sind gekommen. „So viele, wie seit Jahren nicht mehr“, teilt Walther Mann, erster Bevollmächtigter der IG Metall Geschäftsstelle Würzburg. „Dies beweist die Lebendigkeit des 1. Mai und dass er nach wie vor zeitgemäß ist.“

Mann ging in seiner Rede im Bayernheim auf die Probleme ein, die den Gewerkschaften unter den Nägel brennen. Der 1. Mai stehe für den sozialen Fortschritt, bleibe der Kampftag der Arbeiterklasse und der Tag der Solidarität. Damit sei auch die Solidarität mit den Flüchtenden, die vor Krieg, Terror und Hunger fliehen und deren letzte Hoffnung Europa gemeint. Die Bewältigung der Flüchtlingskrise und der menschenwürdige Umgang mit den Flüchtlingen werde zu einem Prüfstein für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und für unsere Demokratie.

In seinen weiteren Ausführungen fordert der Bevollmächtigte, dass Arbeit sicher und fair für alle sein soll. So arbeiten über acht Millionen Menschen im Niedriglohnsektor, immer mehr beziehen trotz Arbeit Hartz IV oder hunderttausende Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz. „So bleibt Arbeit und Ausbildung für alle ein Gewerkschafter-Auftrag“, erklärte Mann.

Außerdem forderte er eine neue große Rentenreform. Trotz festgelegter Rentensteigerung werden die Renten in den nächsten Jahren weiter fallen. Für viele sei der soziale Abstieg oder gar die Armut im Alter schon jetzt vorprogrammiert, sagte Mann. Als Leitlinien einer neuen Rentenpolitik nannte Walther Mann: „Der Beitragssatz muss sich an einer angemessenen Leistung im Alter orientieren – nicht die Leistungen an einer willkürlichen Beitragssatz-Obergrenze.“

Zusammenfassend fordert Mann eine neue soziale Bewegung der Solidarität: „Für unser politisches Handeln brauchen wir Klugheit und Weitsicht statt Populismus.“ Wer nur auf Althergebrachtes setze, laufe Gefahr, an den neuen Herausforderungen zu scheitern. Das bedeute: „Im rasanten Auf und Ab müssen wir uns täglich neu beweisen.“