Die Marktgemeinde eröffnete am Vogelsangbalkon nahe dem Weinbergshäuschen mit einem Festgottesdienst ihren Terroir-F-Punkt, den fünften im Landkreis und den 19. in Weinfranken.

Dekan Ivo Huber und Diakon Peter Walther zelebrierten begleitet vom Posaunenchor unter der Leitung von Georg Deininger den ökumenischen Open-Air-Gottesdienst anstelle des Weinfestgottesdienstes, der coronabedingt entfallen musste. Zur Predigt nutzte Huber die Aussichtsplattform und unterstrich begeistert vom Ambiente, dass von hier aus der Blick in die Schöpfung Gottes schweifen könne. Daran solle der magische Punkt Terroir F stets erinnern.

Bürgermeister Herbert Volkamer erinnerte, dass der Ort am Weinbergshäusle wohl bekannt sei, auch für seinen weiten Blick. Als 2018 der Vogelsang-Balkon als gelungene Ergänzung zur Traumrunde eingeweiht und das Weinbergshäusle saniert wurde, habe Hermann Kolesch die Möglichkeit für einen Terroir-F-Punkt gesehen, im Marktgemeinderat vorgestellt und Zustimmung gefunden. Zur Umsetzung seien nur noch Fahnen aufzustellen gewesen.

"Wein und Adel"

Unter dem Titel "Wein und Adel" sei hier nun eine Verbindung geschaffen zwischen dem Weinbau, dem Rathaus, dem Schloss und dem Schenk von Speckfeld.

Von einem Traumausblick ins Frankenland an einem besonderen Tag für Markt Einersheim und den Weinlandkreis schwärmte Landrätin Tamara Bischof. Die Kulturlandschaft sei von Gott gegeben und von Menschen gepflegt, dabei denke sie an jene, die infolge des Hochwassers alles verloren. Hier könne jeder mit einem neuen Blick die Heimat erkunden. Sie kündigte als Impuls an am 1. August den Impfbus nach Markt Einersheim zu entsenden, wenn das neue Dekanatszentrum eingeweiht wird.

Als ehemaliger Präsident der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim fand Hermann Kolesch mit Gottesdienst, Blasmusik und in der Ferne läutenden Glocken einen magischen Punkt im Sinne des Terroir F bewiesen. Wer hier raste und die Aussicht genieße, könne erkennen, welchen Einfluss der Adel auf den Wein nahm. Kaum eine Kultur sei so vom Wein und der Gestaltung der Landschaft geprägt wie der Weinlandkreis.

Mit "unglaublich schön" erinnerte sich Weinbauverbandspräsident Artur Steinmann an Aufenthalte am Vogelsang in der Jugendzeit. Genau so empfinde er, wenn er wieder mit Menschen unterwegs sein könne. Früher idyllisch gelegen sei der Ort nun wunderschön geworden, das tue auch der Kultur und der Landschaft gut. Die Voraussetzungen habe einst das Adelshaus Limpurg-Rechteren-Speckfeld geschaffen.

Durch die Beschränkungen der letzten Monate begünstigt könne die Heimat neu erlebt werden, der Terroir-F-Punkt setze neue Anreize dazu.