Obwohl die Preisträger regelmäßig ihrer Sache wegen in die Luft gehen, präsentierte sich der Neujahrsempfang der FW-FBW Kitzingen mit Bodenhaftung. Zum 38. Mal seit 1978 verliehen sie am Dreikönigstag ihren Ehrenpreis im Gedenken an Kuno Meuschel an Bürger, Organisationen und Vereine, „die sich im Stillen oder über das Gewöhnliche hinaus für die Allgemeinheit engagieren und sich für die Stadt Kitzingen besonders verdient gemacht haben“, hob Stadtrat Dietrich Hermann die lange Tradition der Auszeichnung in seiner Laudatio hervor, bevor er den Luftsportclub (LSC) Kitzingen als diesjährigen Empfänger des Ehrenpreises vorstellte.

Flugplatz erhalten

Dessen Vorsitzender Herbert Sattler nahm den Preis entgegen. Bis Bruno Malcher im Juli 2017 wieder eine Landung auf den nun zivil genutzten Sonderlandeplatz in Kitzingen absolvierte, habe es „viel Kraft gekostet“, gestand Sattler ein, doch hatte er sich mit seinem Verein als Ziel gesetzt, „den Flugplatz für die Stadt und das Umland zu erhalten“. Um diesen, so meinte er, werde Kitzingen beneidet.

Nach dem Abzug der US-Amerikaner 2006 und dem Übergang der militärischen Anlagen in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) musste der Flugbetrieb in Kitzingen 2011 zunächst eingestellt und nach Giebelstadt verlagert werden.

Gute Zusammenarbeit

Erst mit Blumquadrat, das die ehemaligen Harvey Barracks seit 2013 als Technologiepark conneKT entwickelt, gewann der LSC wieder einen Ansprechpartner und Mitstreiter für die eigene Sache. In seiner Danksagung hob Sattler die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit dem Investor hervor.

Schließlich habe die Fliegerei habe nicht nur in Kitzingen eine lange Tradition. Denn es seien „nicht die Gebrüder Wright, sondern mit ziemlicher Sicherheit ein Franke gewesen, der die ersten Flüge durchgeführt hat“, bezog sich Sattler darauf, dass der aus dem mittelfränkischen Leutershausen stammende Gustav Weißkopf im US-Bundesstaat Connecticut schon zwei Jahre vor den Wrights motorisiert geflogen sein soll. Sattler war aber nicht nur in die Kitzinger Rathaushalle gekommen, um den Preis entgegenzunehmen, sondern brachte auch ein Angebot mit: Der LSC könne wieder Patenschaften für die Ausbildung bis zum ersten Alleinflug übernehmen.

Traditionell gingen die Freien Wähler bei ihrem Neujahrsempfang auch auf das politische Geschehen in Bund, Land und Stadt im vergangenen Jahr ein. Fraktionsvorsitzender Uwe Pfeiffle dankte nach einem Rundumflug über die Politik in Berlin und München mit Landung in Kitzingen „allen Kollegen für die gute Zusammenarbeit“ im Stadtrat, die „von positivem Wollen für die Stadt und die Bürger geprägt“ sei.

Abschließend bedankte sich Ortsvorsitzender Werner Katzenberger bei der musikalischen Begleitung der Veranstaltung durch die Sängerin Sandra Chrost und das Franconia Sextett.