Am Europäischen Tag jüdischer Kultur besuchte Ludwig Spaenle, Beauftragter der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, die ehemalige Synagoge in Obernbreit. Für den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit begrüßte der stellvertretende Vorsitzende, Bernd Brückner, die geladenen Gäste mit einem kurzen Abriss der Geschichte der Juden in Obernbreit.

Die Führung übernahm der frühere Vereinsvorsitzende, heißt es in einer Pressemitteilung des Fördervereins ehemalige Synagoge Obernbreit. Er verwies auf die früheren Begegnungen in München bei Verleihung von Preisen für die Arbeit des Vereins und freute sich, dass er nun das Projekt in situ vorführen könne: Nach fast 100 Jahren Fremdnutzung hatte der Verein das Gebäude übernommen mit dem Ziel einen Ort des Erinnerns und der Begegnung einzurichten. Eine Rekonstruktion war nicht möglich wegen der hohen Kosten und fehlender Dokumentation. Der Einbau eines modernen Saales hätte bedeutet das letzte Zeichen Obernbreiter Juden auszulöschen.

Spaenle lobte das Konzept des Fördervereins

So entschloss sich der Verein das Innere so zu gestalten, dass seine Geschichte und die Blessuren an den Wänden ablesbar sind.

Beim anschließenden Gespräch in lockerer Atmosphäre lobte Spaenle das Konzept und war begeistert von der Arbeit des Vereins. Er lies sich die sichtbaren spärlichen Überreste der Synagoge und die Notwendigkeit der Einbauten erklären und besuchte auch die Mikwe, von der er beeindruckt war und bekannte, er habe auf all seinen Reisen durch die Landsynagogen Bayerns noch nie ein Ritualbad dieser Tiefe und dieses Erhaltungszustands gesehen.

Er nahm sich viel Zeit für Gespräche, gab Hinweise auf Hilfen seines Amtes, versprach jedmögliche Hilfe und werde sich auch bei Minister Piazolo dafür verwenden, dass die Schulen sich wo möglich noch mehr mit solchen Projekten wie hier beschäftigen.

Immer ein offenes Ohr für den Förderverein haben

Als Beweis, wie wichtig es sein kann, sich an sein Amt zuwenden, ergab sich beim Gespräch: Der Hinweis auf bürokratisch Hürden bei Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe war auf Veranlassung Spaenles nicht nur für den Förderverein sondern für ähnlich gelagerte Fälle in ganz Bayern erfolgreich.

Für den Markt Obernbreit versprach die Bürgermeisterin Susanne Knof, dass sie wie ihr Vorgänger immer ein offenes Ohr für den Träger- und Förderverein ehemalige Synagoge Obernbreit habe und vor allem, dass Veranstaltungen des Vereins in der kalten Jahreszeit im Bürgersaal des Rathauses stattfinden können.