Rechtzeitig zum Start der Tourismus-Saison haben die Stadt Kitzingen, der Stadtmarketingverein und die Tourist-Info wieder eine Lösung für alle Radfahrer anzubieten. Direkt am Marktplatz, zwischen Casa Konrad und dem Vodafone-Laden, ist ab heute wieder eine Fahrrad-Garage geöffnet. Sie kann von Touristen und Einheimischen genutzt werden – Montag bis Sonntag, von 8 bis 19 Uhr.

So schön die steigende Zahl an Radtouristen auch ist für die mainfränkischen Kommunen. Ein Problem ist in den Sommermonaten nicht zu übersehen: Räder, die wild und ungeordnet vor den Geschäften und der Außengastronomie abgestellt werden und teilweise sogar die Fußgängerwege blockieren. „Kein schöner Anblick“, sagt STMV-Vorsitzender Frank Gimperlein. Bereits im letzten Jahr wurde deshalb die Fahrradgarage am Marktplatz eröffnet. Gesponsort wird sie von der Kitzinger Firma weclapp und den Licht-, Kraft- und Wasserwerken. „Die Fahrradgarage bewegt hoffentlich noch mehr Menschen dazu, ihre Autos zuhause zu lassen und stattdessen mit dem Rad unterwegs zu sein“, sagt Berfin Köse von weclapp.

Bei der Premiere im letzten Jahr ist nicht alles reibungslos gelaufen, wie Gimperlein zugibt. „Wir haben aus den Fehlern gelernt“, versichert er. Jetzt weist eine Beschilderung auf den eher unscheinbaren Eingang in den lang gezogenen Raum hin, in dem nach Gimperleins Schätzung rund 50 Fahrräder unterkommen. Für die wachsende Zahl an E-Bike-Nutzern gibt es etliche Steckdosen, an denen sie die Akkus ihrer Räder aufladen können, während die Radler selbst einen Kaffee oder ein Stück Kuchen am nahen Marktplatz genießen. Jacob Sieber von den LKW betont, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommt.

Ideal findet Corinna Weinkirn von der Tourist-Information die Lage der Fahrrad-Garage und freut ich über die Hinweissschilder, die entlang des Radweges angebracht werden. Mit hunderten Radtouristen pro Tag rechnet Weinkirn in den nächsten Wochen und Monaten – vorausgesetzt, die Inzidenz bleibt stabil unter 100.

Der Startschuss für die Tourismus-Saison fällt am heutigen Freitag, Anfragen für den Wohnmobilstellplatz gibt es zuhauf. „Die Leute stehen bestimmt schon am Abend zuvor wieder Schlange“, sagt Weinkirn und muss lachen. Sie rechnet damit, dass die 66 Stellplätze in dieser Saison wieder durchweg belegt sein werden. Ein Wermutstropfen mischt sich allerdings in die Vorfreude auf die Tourismus-Saison. Die Anweisung aus München, dass Gäste alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, hält OB Stefan Güntner für unsinnig. „Wer soll das kontrollieren?“, fragt er und verweist als konkretes Beispiel auf den Wohnmobilstellplatz. Nach seinem Dafürhalten reiche es völlig aus, wenn Gäste – und Einheimische – beim Besuch von Museen oder Theatern oder der Nutzung der Außengastronomie einen negativen Test vorlegen müssen. „Aber doch nicht, um durch die Stadt zu laufen oder am Main zu sitzen.“

Mit erweiterten Öffnungszeiten des Testzentrums in der Rathaushalle hat die Stadt reagiert. Am Pfingstsonntag und Montag ist das Testzentrum von 11 Uhr bis 12 Uhr geöffnet. „Es wird bestimmt niemand heimgeschickt, falls noch eine Schlange vor der Rathaushalle steht“, kündigt Gimperlein an. Dennoch steht für OB Güntner die Landesregierung in der Pflicht. „An der bestehenden Testpflicht muss sich etwas ändern“, fordert er. „Und zwar schnell.“