Er hat das Elend vor Ort erlebt. Als Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Zagreb war Darijo Kamenjasevic Ende Dezember in Petrinja im Einsatz. „Die ganze Stadt lag in Trümmern“, erinnert sich der Mann, der bei der Firma Körner seit 2016 als Lkw-Fahrer tätig ist. Darijo hat mit angepackt, den Opfern so gut es ging geholfen. Eine Begegnung blieb ihm bis heute in Erinnerung.

„Wir wollten gleich einen Lkw mit Hilfsgütern organisieren und losschicken.“
Marc Poser, Geschäftsführer Körner

Eldina Duratovic hatte an diesem 28. Dezember alles verloren. Ihr Haus kaputt, kein Wasser und kein Strom. Drei kleine Kinder hat sie, fünf, sieben und neun Jahre alt. Der älteste Sohn ist schwer krank, musste 2019 eine Herz-Transplantation über sich ergehen lassen. Und jetzt das: ein Erdbeben mitten in der Region Banija, etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt gelegen.

Zweimal hat die Erde an diesem Tag gebebt. Der höchste Ausschlag wurde mit 6,2 Punkten auf der Richter-Skala notiert. Etwa 35.000 Menschen waren betroffen, viele standen von einem Tag auf den anderen ohne eine Unterkunft da. Sieben Menschen starben.

„Unvorstellbar“, sagt Karl-Heinz Burger, Geschäftsführer bei der Spedition Körner. Aber es ist wahr: Vor lauter eigenen Corona-Sorgen ist die Katastrophe, etwa 600 Kilometer entfernt von München, hierzulande gar nicht richtig registriert worden. Bei der Kitzinger Speditionsfirma schon. Etliche der 50 Mitarbeiter kommen aus Kroatien. „Wir wollten gleich einen Lkw mit Hilfsgütern organisieren und losschicken“, erinnert sich Burgers Kollege Marc Poser. Bevor der Aufruf zum Sammeln rausging, bekamen die beiden Geschäftsführer mit, dass das BRK in Würzburg bereits einen Hilfskonvoi organisiert hatte. „Wir wollten trotzdem etwas tun“, erinnert sich Burger. Also wurde innerhalb der Belegschaft gesammelt. 1000 Euro kamen zusammen, die von der Geschäftsführung auf 1700 Euro aufgestockt wurden. Geld, das Eldina Duratovic und ihre Kinder gut gebrauchen können. „Ihre Spende hat uns sehr geholfen, damit wir unsere Wohnung renovieren und dort wieder lebe können“, hat sie in einem Brief an die Firma „und an alle guten Menschen da“ geschrieben. Die Hilfsbereitschaft in Kroatien ist riesengroß, wie Darijo Kamenjasevic berichtet. Als Notunterkünfte wurden beispielsweise tausende Wohnwagen gespendet, in denen die Kroaten normalerweise ihre Ferien an der Küste verbringen. Für den Wiederaufbau steht Geld aus der Nationalreserve zur Verfügung. Dennoch macht sich der Lkw-Fahrer keine Illusionen. Es wird Jahre dauern, bis wieder alles steht“, sagt er. „Bis wieder so etwas wie Normalität einkehrt.“ Schließlich müsse die Infrastruktur von Grund auf erneuert werden.

„Es wird Jahre dauern, bis wieder alles steht.“
Darijo Kamenjasevic, Lkw-Fahrer aus Kroatien

Eldina Duratovic lebt mit ihren drei Kindern derzeit in Zagreb. Natürlich will auch sie irgendwann wieder zurück in ihre Heimat, in ihr Haus. Darijo und Darko Duric, der als Werkstattleiter bei Körner arbeitet, wollen ihr dabei helfen. Weitere Spenden sind willkommen. „Das Geld kommt direkt an“, versichert der Lkw-Fahrer, der an jedem zweiten Wochenende in seine alte Heimat fährt. Um seine Familie und Freunde zu besuchen – und zu helfen, wo er kann.

Spende: Wer Eldina Duratovic und ihre Kinder in Kroatien unterstützen möchte, schreibt eine info@koerner-logistics.de und erhält dann die näheren Informationen.