Er ist weder der Nikolaus noch das Christkind, jedoch erfüllt auch er für sein Leben gern Kinderwünsche – vor allem die der Jungen und Mädchen auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik Würzburg.

Otto Ellmauer ist seit Jahren für seine Hilfsaktionen bekannt – und das längst über die Kitzinger Landkreisgrenzen hinaus. Das regenbogenfarbene Banner mit der Aufschrift „Gemeinsam helfen wir krebskranken Kindern“ ist normal auf Fußballplätzen, großen Märkten, bei Tombolas und zahlreichen anderen Veranstaltungen vertreten. Doch was ist heuer schon normal? Fast alle typischen Aktionen fielen 2020 der Corona-Pandemie zum Opfer.

„Aber Not macht erfinderisch“, kommentiert Otto Ellmauer. „Irgendwas geht immer.“ Und so stellte er kürzlich mit seinem Helfer Stefan Berger einen großen gebastelten Weihnachtsbaum im Foyer des E-Centers in Kitzingen auf. Rund 100 bunte Wunschsterne hängen daran – beziehungsweise hingen… die ersten wurden direkt weggeschnappt. „So soll es sein“, freute sich Otto Ellmauer, der mit Marktleiter Detlef Kautzmann die Aktion plante.

Adventskalender startet

Und so funktioniert es: Die Kunden können sich einen Stern wegnehmen, den gewünschten Artikel im Laden kaufen, ihn bezahlen und diesen dann an der Information abgeben. Brettspiele sind darunter, Puzzles, Knete und jede Menge mehr. 14 Tage lang soll der Baum stehen. Dann sind hoffentlich viele Wünsche erfüllt und zaubern den Kindern, die Weihnachten nicht Zuhause, sondern auf den Krebsstationen „Regenbogen“, Schatzinsel“ und „Leuchtturm“ verbringen müssen, ein Lachen ins Gesicht.

Lachende Kinder gab es übrigens auch schon im Vorfeld, denn beim Basteln des Baums und der Sterne haben sich unter der Regie von Nadine Lenz und Simone Meier zahlreiche Kindergartenkinder beteiligt. Zumindest eine traditionelle Otto-Ellmauer-Aktion aus den letzten Jahren kann heuer Corona-konform stattfinden: der beliebte Adventskalender auf Facebook. Der nimmermüde Spendensammler hat auch in diesem Jahr unzählige Firmen kontaktiert und um Sachspenden gebeten. Hartnäckigkeit macht sich bezahlt, ist Otto Ellmauer überzeugt und mit guten Argumenten und seinem Durchhaltevermögen hat er diesmal tatsächlich Artikel im Gesamtwert von rund 10.000 Euro zusammengetragen.

Der virtuelle Adventskalender funktioniert wie folgt: Wer mitmachen möchte, braucht einen Facebook-Account und muss dort der Seite „Otto?s Adventskalender Teil 1 Station Regenbogen“ beitreten. Täglich um 9 Uhr lüften „Weihnachtsmann“ Otto und „Engelchen“ Nina Will ein neues Türchen. O-Ton Otto: „Es sind heuer eher Tore als Türchen.“ Tatsächlich gibt es keine einzelnen Produkte, sondern Produkt-Pakete. So gibt es zum Beispiel ein Familien-Fenster, ein Spiele-Fenster oder ein Schlemmer-Fenster. Zu den Höhepunkten zählt heuer sicherlich ein 10-Tages-Urlaub in Österreich für zwei Erwachsene und zwei Kinder, ein Spanferkel für 40 Personen mit 30 Liter Bier oder ein Luxuswochenende in Dinkelsbühl.

Es gibt für jedes Fenster ein Startgebot und dann darf in 5-Euro-Schritten mit gesteigert werden, indem man einfach sein Gebot unter das Bild schreibt. Wer um 20 Uhr den höchsten Geldbetrag genannt hat, erhält den Zuschlag und kann seine ersteigerte Ware am nächsten Tag in Kitzingen abholen. 317 Personen sind aktuell schon voller Vorfreude auf Facebook angemeldet. Natürlich dürfen täglich noch neue dazu kommen.

Im letzten Jahr kamen beim Adventskalender 5885 Euro zusammen, die komplett zu Gunsten der Station Regenbogen gingen. Schlusswort Otto Ellmauer: „Das toppen wir heuer natürlich locker“.