Vorsichtig entfernen sie die dicke Ummantelung, ein letzter Ruck und das Relief kommt zum Vorschein. Dr. Katrin Hesse ist sichtlich erfreut. Im Kitzinger Fastnachtmuseum gibt es wieder eine besondere Leihgabe. Bis zum 7. November ist der Abguss eines spätarchaischen Reliefs zu sehen.

„Kunst geht fremd“ nennt sicheine Aktion des Bezirks Unterfranken. 18 Museen nehmen daran teil, von Aschaffenburg bis Schweinfurt, von Bad Kissingen bis Ebern. Das Iphöfer Knauf-Museum ist beinahe schon traditionell dabei. Dessen Leiter Markus Mergenthaler ist von der Aktion überzeugt. „Sie soll provozieren“, sagt er und erinnert an ein Porträt von Balthasar Neumann, das zwischen all den modernen Kunstwerken in der Schweinfurter Kunsthalle scheinbar fehl am Platze war.

Auffallend unauffällig

„Auch wir wollten etwas, das aus der Reihe springt“, sagt Katrin Hesse. Die Leiterin des Fastnachtmuseums hatte sich ganz bewusst für eine Leihgabe aus dem nahen Iphofen entschieden. „Das Relief wirkt wie ein Stolperstein auf die Besucher“, meint sie. Und tatsächlich: Zwischen all den Faschingshüten und bunten Figuren wirkt das graue Relief auffallend unauffällig. „Dabei passt das Motiv durchaus ins Fastnachtmuseum“, sagt Markus Mergenthaler. Zwei junge Männer sind darauf zu sehen, die Hund und Katze aufeinander loslassen. Eine Ausnahmeerscheinung. Hahnenkämpfe waren in der Antike beliebt, die Darstellung von kämpfenden Hunden und Katzen eher selten.

Das Fastnachtmuseum hat seinerseits zwei Molliköpfe – Pappmaschee-Stülpmasken – nach Euerdorf ins dortige Museum „Terra Triassica“ geschickt. Einen „Tiroler“, der in Thüringen gefertigt wurde und einen „Schutzmann“, der aus der späteren Produktion in Hünfeld/Hessen stammt. Leicht vorstellbar, dass die beiden Molliköpfe zwischen all den fossilen Funden durchaus provozieren.

Aufmerksamkeit erregen

„Mit der Aktion können die Museen gegenseitig auf sich und ihre Ausstellungen aufmerksam machen“, nennt Markus Mergenthaler einen weiteren Vorteil von „Kunst geht fremd.“ Die kurze Distanz zwischen Iphofen und Kitzingen sei keinesfalls schlecht, ist sich Katrin Hesse sicher. „Unsere Häuser ziehen doch unterschiedliches Publikum an“, sagt sie. „Aber jetzt können wir aufeinander aufmerksam machen.“