Kitzingen

Geschafft! Die Redaktionsfaster sind an ihren jeweiligen Zielen angekommen (oder auch nicht). Die Bewertungen fallen unterschiedlich aus, über eines sind wir uns allerdings einig: Wir können stolz auf uns sein. Zumindest die meisten von uns. Und jetzt kommt er wieder, der Alltag mit all seinen Verführungen. Mal schauen, wer seine Disziplin über die Fastentage hinaus verlängern kann.

Plastik- & Süßes-Fasterin Diana Fuchs:

Einer sollte auf jeden Fall in die Verlängerung gehen – unser Redaktionsleiter Ralf. Er hat's doch tatsächlich geschafft, es sechs Wochen lang gaaaaanz gemütlich anzugehen mit der Bewegungsmangel-Fasterei, sprich mit dem Sporteln. Statt sich deutlich mehr als sonst zu bewegen, hat er aber in jüngster Zeit zumindest auf Süßkram verzichtet. Immerhin. Die Folge: Es gibt keinen Schokoberg mehr im Zentrum der Redaktion. Aber ist das fürs künftige Betriebsklima nun gut oder schlecht?

Fakt ist: Ich habe tatsächlich sechs Wochen lang keine Schokolade, kein Nutella, keinen Kuchen und auch sonst keine Süßigkeit angerührt. War schwer. Aber 40 Tage gehen rum. Hab' allerdings festgestellt, dass Brombeerlikör und Spätlesen als Ersatzdrogen für die auf Süßes konditionierte Zunge auf Dauer nicht die beste Idee sind – gell, Waage? Aber sei's drum. Geschafft ist geschafft. Fasten-Verlängerung? Ach nö. Als erstes Osterpräsent hab' ich meinem jüngsten Sohn (der hat tapfer mitgefastet) ein riesengroßes Eis versprochen. Und mir auch. Mit Sahne.

In Sachen Plastikfasten wird es allerdings kein Fastenbrechen geben. An viele kunststofffreie Produkte hab' ich mich gewöhnt und mag sie mittlerweile sehr. Zum Beispiel werde ich mir keine teuren Reinigungsmittel im Plastikbehälter mehr kaufen, denn ich weiß jetzt, welchen Besser-als-Meister-Propper-Effekt man mit (Wasch-)Soda, Natron und Zitronensäure erzielen kann. Auch Obst, Fleisch, Käse und andere Leckereien schmecken ohne Hülle aus biegsamer Erdölpampe drumrum viel besser. Außerdem wäre es schade um die netten Gespräche mit den Verkäufern hinter den Lebensmitteltheken, die viel Verständnis gezeigt und mir prima über die plastikfreien Wochen geholfen haben! Aktuelle Bewertung: Laune: 1 Körpergefühl: 1

Fleisch-Fasterin Daniela Röllinger:

Leberkäsbrötchen, ich komme! Oder vielleicht doch nicht? Denn es stellt sich die Frage: Wenn ich mich schon daran gewöhnt habe, kein Fleisch und keine Wurst mehr zu essen, warum sollte ich jetzt eigentlich wieder damit anfangen? Da wären die Mühen des Abgewöhnens ja umsonst gewesen... Auf der anderen Seite beginnt mit der wärmeren Jahreszeit die Grill-Saison, und so ein Steak, das hat schon was. Man kann es ja mit Salat essen, dann ist es immer noch gesund. Jetzt schaue ich erst mal, was das Osterwochenende so alles bietet. Vielleicht schaffe ich es auf längere Sicht ja, den Fleisch-Verbrauch zumindest ein bisschen herunterzuschrauben. Jedenfalls habe ich in den letzten Wochen eins festgestellt: Wer bewusster isst, der merkt erst mal, was er so alles in sich hinein futtert – oder trinkt. Kaffee zum Beispiel. Mein Pensum ist da echt ein bisschen hoch, habe ich gemerkt, und auch, dass die Wasserflasche zugleich auf dem Schreibtisch vor sich hin darbt. Weniger Kaffee, mehr Wasser: Ich hab‘ mein Ziel für die Fastenzeit 2018. Aktuelle Bewertung: Laune: 2 Körpergefühl: 2

Geld-Fasterin Nina Grötsch:

Was soll ich sagen? Ich bin zum Ende hin ein richtiger Fuchs geworden, was Sparen angeht. Leider scheint mein einjähriger Sohn unwillentlich in meine Fußstapfen zu treten, denn beim wilden Herumdrücken auf der Fernbedienung hat der Jungspund mal eben vier Folgen der Zeichentrickserie „Peppa Pig“ gekauft. Für je 1,99! Acht Euro, die ich in den letzten Wochen mühevoll eingespart habe! Dennoch bin ich höchst motiviert in den Endspurt gestartet: Meine Cousine hat mich auf die Idee gebracht, im Supermarkt mal die Augen auf zu halten. „Gratis testen“ waren die Schlüsselworte, nach denen ich Ausschau halten sollte. Und siehe da: Sage und schreibe sechs Artikel hatte ich am Ende im Einkaufswagen. Eine interessante Mischung, die ich sonst vermutlich nie gekauft hätte, aber GESCHENKT? Da sag ich doch nicht nein! Eine Grillsoße, ein Männer-Deodorant, ein WC-Duftspray, Pralinen, eine Marmelade und ein neuartiges BBQ-Sauerkraut erfreuten meine geschundene Shopping-Seele. Die Kassenzettel habe ich zuhause gleich online hochgeladen, meine Bankdaten hinterlegt. Bald wird der Geldregen kommen!

Jetzt wo es läuft, ist es fast schade aufzuhören. Natürlich nur fast. Ob ich wirklich gespart habe? Hmmm… Das kommt ganz darauf an, wie lange die in den letzten Wochen angesammelten Produkte auf meinem Amazon-Wunschzettel bleiben und sich nicht von dort aus ohne meinen Willen in den Warenkorb schleichen. Wenn ich mir meine aktuelle Handy-Hülle mit dem Schneemann auf der Rückseite so anschaue, kommen mir erste Zweifel an noch länger anhaltende Abstinenz...

Aktuelle Bewertung: Laune: 1 Körpergefühl: 2

Bewegungsmangel-Faster Ralf Dieter:

Was war die Aufregung groß, rund um Aschermittwoch. Werde ich es schaffen? Wie soll ich mein Leben nur ohne Fleisch/Nudeln/Plastik/Einkaufsbummel verbringen? Die Kolleginnen und Kollegen waren ganz aufgeregt. Jetzt atmen sie alle wieder auf. Geschafft. Natürlich! Mir war das ehrlich gesagt von Anfang an klar, dass die Fastenzeit problemlos über die Bühne gehen würde. Gelüste auf Schokolade? Von wegen. Immer noch nicht. Ich werde meinen privaten Süßigkeitenverzicht verlängern! Noch mal sechs Wochen. Mir doch Wurst. Sollte ich sportlich jetzt auch noch richtig durchstarten – nicht auszudenken, in welche Richtung ich mich entwickle: Sportskanone, durchtrainierte. Schlankheitswahn, drohender. Während um mich herum alle wieder in ihre alte Muster verfallen, mache ich mich auf zu neuen Ufern. Oder so ähnlich.

Aktuelle Bewertung: Laune: 1 Körpergefühl: 1

Pasta-Faster Jann Weckel:

Vorfreude ist die schönste Freude, heißt es immer. Früher habe ich das immer ganz anders empfunden: Die Vorfreude hat mich permanent gequält, die Zeit verlangsamt und mich jede Sekunde zählen lassen. Im Moment ist das anders. Zum Glück.

Der letzte Tag bis zum Nudel-Comeback wird ein Klacks. Ich war diese Woche sogar in einem italienischen Feinkostladen und habe das Nudelregal mit einem zwar sehnsüchtigen, aber positiv gestimmten Lächeln betrachtet. Gut, aus sicherer Entfernung, aber man soll es ja auch nicht übertreiben mit der Selbstgeißelung.

Die Zwischentiefs liegen hinter mir, und so langsam ist man fast ein bisschen stolz. Das mag übertrieben klingen, gerade weil mein Faible für Pasta in seinen Ausmaßen nicht jedem zu vermitteln war. Auch redaktionsintern. Aber ich habe es ohne Mogeleien oder Rückfälle durchgezogen!

Übrigens: Die „Befürchtung“, ich würde mich durch den Nudelentzug plötzlich körperlich besser fühlen oder gar abnehmen, hat sich nicht bestätigt. Es spricht also absolut nichts dagegen, jetzt wieder voll durchzustarten. Und das wird super!

Aktuelle Bewertung: Laune: 1+ Körpergefühl: 2