„Die Trinkwasserversorgung für den Ortsteil Repperndorf ist nachhaltig gesichert.“ Roger Lindholz nimmt allen Gerüchten im Kitzinger Stadtteil den Wind aus den Segeln. Einige Bürger hatten sich über die Baustelle am Ortsrand gewundert.

Bereits Ende April ist das Rohmaterial angeliefert worden, die vorbereitenden Maßnahmen wurden abgeschlossen. In der letzten Woche konnten die Arbeiten beginnen: Zwischen den Marshall-Heights und Repperndorf wird eine neue Trinkwasserleitung verlegt. Rund einen Kilometer lang ist die neue Trasse. Ihre Notwendigkeit steht für den Prokuristen der Licht-, Kraft- und Wasserwerke (LKW) außer Frage.

Bewilligung läuft aus

Seit 1955 werden die Repperndorfer mit Trinkwasser aus einem Brunnen versorgt, der sich am südlichen Ortsrand in der Nähe der Repperndorfer Mühle befindet. 95 Meter tief ist der Brunnen, er liefert 40.000 bis 45.000 Kubikmeter Trinkwasser. Die vorliegende Bewilligung läuft Ende 2022 aus. Und genau das veranlasste die LKW zum Handeln.

Etliche Mängel eingeschlichen

„Um die Bewilligung zu verlängern, müssten wir den Brunnen neu ausbauen“, erklärt Lindholz. Im Lauf der Jahrzehnte haben sich etliche Mängel eingeschlichen. Rund 600.000 Euro wurden für die Maßnahme veranschlagt. „Vorsichtig geschätzt“, so Lindholz. Die LKW fand eine deutlich günstigere Lösung – den Anschluss an das Kitzinger Trinkwasserversorgungsnetz. Rund 200.000 Euro kostet die Verbindungsleitung in die Marshall-Heights. Ein Zuschuss über das Konjunkturpaket 2021 in Höhe von 25 Prozent noch gar nicht eingerechnet.

Elf Brunnen im Versorgungsgebiet

„Grundsätzlich wollen wir alle elf Brunnen in unserem Versorgungsgebiet erhalten“, betont Lindholz. In diesem Fall sei die Wirtschaftlichkeit aber ausschlaggebend gewesen. Der Repperndorfer Brunnen liefert gerade mal drei Prozent des Kitzinger Trinkwasserangebots. Als Notbrunnen oder für die Bewässerung könne der Tiefbrunnen ebenfalls nicht genutzt werden. „Auch für diese Zwecke müsste er für rund 600.000 Euro saniert werden“, erklärt der Prokurist.

Bis Mitte August sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kampfmittelfreiheit ist bescheinigt worden, jetzt werden 850 Meter der Trasse im so genannten Spülbohrverfahren in das Erdreich eingezogen.

In einer Tiefe von etwa 1,70 Meter werden die Leitungen entlang einer öffentlichen Wegeverbindung verlaufen. „Die restlichen 150 Meter werden konventionell im offenen Graben verlegt“, so Lindholz. Der alte Repperndorfer Brunnen wird im Laufe des kommenden Jahres zurückgebaut.

Geringerer Härtegrad

Die LKW rechnet langfristig mit Einsparungen im Unterhalt ihrer Wasserversorgungsanlagen und künftig stabileren Druckverhältnissen im unteren Bereich von Repperndorf. Auch für die Kunden gebe es Vorteile: Im Gegensatz zum bisherigen Brunnen hat das Wasser aus dem Kitzinger Versorgungsnetz laut Lindholz einen geringeren Härtegrad und einen leicht reduzierten Sulfatgehalt.