Sie sind jung. Aber sie übernehmen schon Verantwortung. Lisa Kriesinger und Lisa Deeg sind Mitglieder in der Diözesanleitung der Katholischen jungen Gemeinde (KjG). Im vierköpfigen Vorstand wollen sie aktiv mitarbeiten und Weichen stellen.

Lisa Kriesinger hat das Engagement in der KjG quasi in die Wiege gelegt bekommen. „Meine Eltern waren dabei, meine Onkels auch“, erzählt sie. „Ich glaube, meine Großeltern waren sogar Mitbegründer der Ortsgruppe Kitzingen.“ Kein Wunder, dass Lisa selber mit neun Jahren zur KjG kam. Später hat sie die Gruppe geleitet – und dabei Lisa Deeg kennengelernt.

Seit elf Jahren ist die Studentin KjG-Mitglied. Freundinnen haben sie in der fünften Klasse zum ersten Mal mitgenommen. Der Grundstein war gelegt. Die Treffen mit den Gleichaltrigen, die gemeinsamen Spiele und Unternehmen haben sie fasziniert. „Es ist ein Vorurteil, dass bei uns nur gebetet wird oder dass wir nur kirchliche Lieder singen“, betont sie. Natürlich gibt es an Weihnachten oder Ostern auch liturgische Treffen. Aber die KjG ist viel mehr. Ein offener Verband, wie Lisa Kriesinger betont.

Vertreter aller Glaubensrichtungen sind zu den Veranstaltungen eingeladen. Nicht nur das. „Wir sind offen für alle Menschen, unabhängig von Glaube, Geschlecht und sexueller Orientierung“, betont Lisa Kriesinger. In der Praxis kommen vor allem katholische und evangelische Christen. Mitunter sind aber auch Moslems dabei – auch Atheisten sind willkommen. Innerhalb der KjG gibt es sogar ein schwul-lesbisches Zentrum, die Kjgay.

Diese Offenheit passt nicht allen in der katholischen Kirche. „Wir stoßen mit unserer Toleranz mitunter auch innerhalb der Kirche an unsere Grenzen“, bekennt Kriesinger. Die gelebte Toleranz ist für sie allerdings ein Teil des christlichen Wertekanons. „Wir sehen unsere Aufgabe darin, die christlichen Werte zu vermitteln“, erklärt sie.

Etwa 2000 Mitglieder hat die KjG in der Diözese Würzburg. Sie ist damit die größte in Bayern. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Diözesanleitung wollen Deeg und Kriesinger auf die Schulungsarbeit der Ehrenamtlichen vor Ort legen. „Davon habe ich ja selbst profitiert“, erklärt Deeg. Zwei Jahre lang hat sie die Ortsgruppe in Kitzingen geleitet und dabei einiges gelernt, was sie in ihrem künftigen Berufsleben als Lehrerin bestimmt gebrauchen kann: Mit unterschiedlichen Menschen umgehen, Dinge organisieren, Verantwortung übernehmen. „Wir sind mit 50 bis 90 Kindern auf Zeltlager gefahren“, erinnert sie sich. „Da kann man einiges lernen.“

Um den Leistungsgedanken geht es in der KjG nicht. „Das unterscheidet uns vielleicht von Sportvereinen“, sagt Kriesinger. Es gehe vielmehr darum, die Stärken jedes Einzelnen zu fördern. Dafür wollen sich die beiden in den kommenden zwei Jahren in der gesamten Diözese einsetzen. Wie viel Zeit sie für ihr ehrenamtliches Engagement einplanen müssen, ist ihnen noch nicht ganz klar. „Offiziell gibt es alle drei Wochen eine Sitzung“, erklärt Lisa Kriesinger, die bereits in ihrer zweiten Amtszeit in der Leitung ist. In der Regel steckt aber viel mehr Arbeit dahinter.

Etwa fünf bis zehn Stunden pro Woche müsse man schon für die ehrenamtliche Arbeit einrechnen. Für die beiden jungen Frauen aus Kitzingen kein Problem. Sie fühlen sich mit der KjG verbunden, sie freuen sich auf die Begegnungen mit den Mitarbeitern in den Ortsverbänden. Und sie übernehmen nach so vielen Jahren in der KjG auch gerne Verantwortung.