Zahlreiche Verstöße gegen die Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes meldete die Polizei am vergangenen Wochenende. Der Schneefall hatte die Menschen nach draußen getrieben. Ganz allgemein ist der Leiter der Polizeiinspektion Kitzingen aber zufrieden mit dem Verhalten der Bürger in Stadt und Landkreis Kitzingen.

Rund 100 Menschen hatten sich am Sonntag am Casteller „Schlittenberg“ eingefunden. Nicht nur Einheimische hatten die Gunst der Stunde genutzt. Autos mit Fürther und Erlanger Kennzeichen wurden am improvisierten Parkplatz ebenfalls gesichtet. „Unser Dienstgruppenleiter hat sich die Situation vor Ort angeschaut“, berichtet Markus Hack. Dessen Erkenntnis: Die Abstandsregelungen wurden nicht überall eingehalten. Eltern und Geschwister standen in Gruppen am Berg, während die Kleinen Richtung Tal sausten. Die Polizeistreife suchte das Gespräch mit den Ausflüglern. „Und die waren zugänglich“, freut sich Hack. Nach und nach löste sich das Treiben auf. „Wir mussten keine Personalien aufnehmen“, berichtet er. Anders als bei einem „illegalen Fußballtreff“ am Sickergrund in Kitzingen (wir berichteten). Insgesamt 16 männliche Kinder und Jugendliche hatten sich unerlaubt Zutritt zum Sickergrundgelände verschafft, um auf dem Trainingsplatz zu „kicken“. Auch hier waren die Angetroffenen meist einsichtig. Eine Meldung an das Landratsamt Kitzingen erfolgte trotzdem. Dort sind seit Inkrafttreten des Corona-Infektionsschutzgesetzes 588 Bußgeldbescheide erlassen worden. Die Geldbußen summieren sich auf insgesamt 123.100 Euro. Die Gründe waren vielschichtig: Verstoß gegen die Ausgangsbeschränkungen und Maskenpflicht an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen, Verstoß gegen die Kontaktbeschränkungen und Betriebsschließungen. Es gab auch Verstöße gegen das Veranstaltungs- und Versammlungsverbot.

Mit welchen Strafen die „illegalen Fußballspieler vom Sickergrund“ rechnen müssen, steht derzeit noch nicht fest. „Der Fall wird kein Nachspiel haben“, heißt es von Seiten der Stadt. Das Landratsamt teilt auf Anfrage mit, dass noch keine Information von Seiten der Polizei vorliege. Erst dann könne man sich zu einem möglichen Bußgeld äußern.

Alles in allem halten sich die Menschen in Stadt und Landkreis Kitzingen an die Vorgaben, betont Markus Hack. „Die Verstöße sind sicher kein Massenphänomen. Es gebe auch kein Denunziantentum. In Einzelfällen werden Zusammenkünfte in Privatwohnungen gemeldet. „Aber die Leute hätten auch in Zeiten ohne Corona angerufen, weil die Musik zu laut war“, erklärt er und kündigt an, dass die Kitzinger Polizei auch weiterhin den öffentlichen Raum kontrollieren wird.

In Supermärkten oder in Bussen werden die Beamten keine Kontrollgänge durchführen. Seit Montag dieser Woche gilt dort das Tragen von FFP2-Masken als Pflicht. Bis Ende dieser Woche werden diesbezüglich keine Anzeigen geschrieben, kündigt Hack an. Die Regelung sei neu, die Leute müssten sich erst daran gewöhnen. Sollte die Polizei bei einem Ladendiebstahl oder ähnlichem Einsatz jemanden ohne FFP2-Maske im Einkaufsladen entdecken, würde derjenige angesprochen und aufgefordert, so eine Maske zu besorgen. „Aber wir werden jetzt nicht durch die Einkaufsmärkte laufen und kontrollieren, ob die Vorschrift eingehalten wird“, betont der Leiter der Kitzinger Polizei.

Informationen: Die Bayerische Staatsregierung pflegt im Internet unter www.corona-katastrophenschutz.bayern.de tagesaktuell gesetzliche Änderungen/Neuerungen ein.

Das Landratsamt Kitzingen betreibt unter der Telefonnummer 09321/928-1111 ein sogenanntes „Bürgertelefon“ zum Thema Corona.