Am Klavier hat sie angefangen, später kam die Geige dazu und schließlich das Horn – und damit hatte Charlotte Eitel „ihr“ Instrument gefunden. Die 14-Jährige spielt es erfolgreich: Im Mai wurde sie beim Nordbayerischen Musikbund Verbandssiegerin in ihrer Altersgruppe. Ein Erfolg, der nicht nur sie und ihre Familie freut, sondern auch den Musikverein Willanzheim, über den sie im Grundschulalter in Kontakt zu diesem Instrument kam.

Einmal im Jahr lädt der Musikverein Willanzheim zum Tag der offenen Tür. Eine spannende Gelegenheit für alle, die mit dem Gedanken spielen, ein Instrument zu lernen, denn man darf alles einmal ausprobieren. Charlotte Eitel hat sich, als sie in der vierten Klasse war, bei dieser Gelegenheit das Horn geschnappt. „Es hat sofort funktioniert“, erzählt sie rückblickend.

Nicht einfach zu spielen: Das Horn hat seine Tücken

Selbstverständlich ist das nicht, wie Siegfried Graf betont. Das Mundstück des Horns ist speziell, die Lippenbildung entscheidend und auch die richtige Atemtechnik spielt eine wesentliche Rolle. Graf war kürzlich gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Sonja Hofmann zu Familie Eitel gekommen, um Charlotte zum Verbandssieg zu gratulieren.

Dass sie noch niemanden kannte, der Horn spielte, hat bei der Auswahl des Instruments einen zusätzlichen Reiz ausgemacht – und die Tatsache, dass es ihrer Mutter gefiel. „Sie hat mich ermutigt, Horn zu lernen. Und inzwischen spielt sie es selbst.“ Der Klang, findet Charlotte Eitel, sei viel schöner als der einer Trompete. „Man kann richtig schmettern, aber auch weich spielen.“

Anfangs allerdings war es gar nicht so leicht, zumal am Horn eine ganz andere Griffweise gefordert ist als an der Geige, die sie bis dahin vorwiegend spielte. „Das war est mal ein ganz schönes Durcheinander“, sagt sie lachend. Über diese Anfangsschwierigkeiten ist sie längst hinweg. Inzwischen gehört sie mit ihrem Horn dem Symphonischen Orchester des Musikvereins Willanzheim an und spielt im Jugendblasorchester Volkach.

Drei Stücke aus verschiedenen Epochen

2018 hat sich die Willanzheimerin beim Kunstpreis der Jugend des Landkreises Kitzingen beteiligt und in ihrer Altersgruppe den ersten Platz errungen. Sich einer Jury zu stellen, war für sie also nicht neu. Und doch war es in diesem Jahr beim Solo-/Duo-Wettbewerb „Concertino“ des Nordbayerischen Musikbundes anders, denn wegen Corona war eine persönliche Begegnung nicht möglich. Die Teilnehmer waren aufgerufen, drei Stücke aufzunehmen und einzuschicken. „Ich habe erst gedacht, das ist gut. Wenn etwas nicht funktioniert oder ein Ton gekratzt hat, dann mache ich es einfach nochmal.“ Diese Überlegungen stellten sich in der Praxis als Trugschluss heraus, denn je länger man spielt, desto schwieriger wird es mit dem Ansatz. Zudem muss ja auch die Aufnahmetechnik problemlos funktionieren. „Nach der ersten Aufnahme hätte ich nie daran gedacht, dass ich gewinne“, gibt die 14-Jährige zu. Doch es kam anders: Der Druck fiel ab, sie wurde selbstbewusster. Und tatsächlich kamen ihre drei Musikstücke aus verschiedenen Epochen und von verschiedenen Charakteren bestens an. Ein klassisches Mozartkonzert hatte sie mit ihrer Lehrerin Roxane Boivin ausgesucht, ein Stück von Johann Adolf Hasse aus dem Spätbarock sowie einen Kanon von Jean Francaix. „Der ist schwer, da sind viele Sprünge drin.“ Ihre Vorträge überzeugten die Jury, sie fuhr 98 von 100 möglichen Punkten und „mit ausgezeichnetem Erfolg“ den Verbandssieg ein. Charlotte Eitel freut sich sehr über die Auszeichnung – aber fast noch mehr darüber, dass jetzt nach der langen Corona-Pause endlich wieder gemeinsam musiziert werden darf. „Wenn man nur daheim alleine oder im Duett üben kann, da fehlt schon was.“