Iphofen Tannenzweigenduft, glitzernde Schneeflocken vor dem Fenster, Plätzchen backen, ein gemütlicher Abend am offenen Kamin und eine besinnliche Zeit mit seinen Liebsten. Perfekt macht die Einstimmung auf Weihnachten das Hören bekannter Weihnachtslieder. Die drei Musiker von „Yuletide“ – allen voran die aus Iphofen stammende Melissa Muther – bieten dazu die beste Möglichkeit. Die Band gastiert am Sonntag, 15. Dezember in Iphofen, um aufs Fest der Liebe einzustimmen. Von englischsprachigen Songs bis hin zu deutschem traditionellen Liedgut ist alles dabei.

Frage: „Yuletide“ kommt aus dem Alt-Englischen und heißt soviel wie Weihnachtszeit. Heißt das, die Band erwacht immer erst zur Adventszeit zum Leben und hält das restliche Jahr über „Sommerschlaf“?

Melissa Muther: Das ist echt so, zumindest fast. Wir selbst machen schon Witze darüber, dass wir eine Art „Saisonarbeiter“ sind. Wir drei sind super gut befreundet, Lennart und ich sogar ein Paar, und spielen auch außerhalb des Dezembers mal Konzerte zusammen – aber dann nicht unter dem Namen „Yuletide“. „Yuletide“ gibt es live wirklich nur im Dezember, was auch für uns etwas ganz Besonderes ist. Jeden Dezember treffen wir uns auf der Bühne und spielen unser Weihnachtsprogramm. So ganz ohne Vorbereitung läuft aber natürlich auch nichts. Deshalb waren wir im August zusammen im Tonstudio und haben unsere neue Weihnachtsfest-CD aufgenommen.

Weihnachtslieder im August?

Melissa Muther: Das ist tatsächlich etwas verrückt: Draußen sind es 30 Grad und du stehst im Studio und singst „Let it snow“ (lacht).

Ihr wollt mit Eurem Programm auf Weihnachten einstimmen. Seid Ihr denn selbst schon in Stimmung?

Melissa Muther: Wir wollen unbedingt weihnachtliche Stimmung verbreiten und ich nehme mir raus zu sagen, dass wir das auch in den meisten Fällen hinbekommen haben. Bei mir persönlich ist es so, dass „Yuletide“ dazu führt, dass ich mich viel besser auf Weihnachten einstimmen kann und mich richtig darauf freue. Bevor es die Band gab, waren die Dezember für mich gefühlt immer stressiger, irgendwie „unweihnachtlicher“. Seitdem ich in der Vorweihnachtszeit mit der Band auf Tour bin, kann ich diese Zeit viel mehr genießen und empfinde den Dezember nicht mehr nur als den Jahresendspurt.

Es ist jetzt schon das vierte Jahr in Folge, dass Ihr hier im Landkreis auftretet. Warum bedeutet Ihnen das so viel?

Melissa Muther: Mit Weihnachten verbinde ich auch unbedingt Zeit mit meinen Liebsten und meiner Familie – und die ist nun mal in Iphofen. Mir ist es sehr wichtig, dass ich an Weihnachten bei meiner Familie bin, aber auch musikalisch in meine Heimat zurückkehre. Die Konzerte im Landkreis waren immer super besucht und es ist für mich etwas Besonderes, meine ganzen Freunde, Verwandte und Bekannte zu sehen. Und so steht auf unserem Tourkalender ganz klar auch heuer wieder Iphofen drauf, neben Bottrop – das ist Lennarts Heimat –, Düsseldorf, Rheinbach bei Bonn, Essen – meine alte Wahlheimat – und Aschaffenburg.

Ist das Programm ähnlich wie in den vergangenen Jahren?

Melissa Muther: Wir überarbeiten unser Programm jedes Jahr neu, sodass auch treue „Yuletide“-Konzertgänger bei Laune gehalten werden – und wir selbst natürlich auch. Dazu gehört, dass wir neue Stücke mit in unser Programm aufgenommen haben oder bekannte Weihnachtssongs „umarrangiert“ haben. Das heißt, wir haben sie so umgestaltet, dass der Zuhörer zu Beginn des Stückes den Song vielleicht erst gar nicht erkennt. Das macht uns Spaß und dem Publikum auch. Mein persönliches Lieblingslied ist unsere Version von dem alten traditionellen Musikstück „Maria durch ein Dornwald ging“. Zu diesem Song gab es bisher immer die meiste Resonanz aus dem Publikum und ich finde die Melodie von diesem Werk wirklich sehr sehr schön.

Was steht nach den Konzerten mit „Yuletide“ für Sie persönlich an?

Melissa Muther: Erst einmal Weihnachten und dann Silvester (lacht). Für das neue Jahr stecke ich mit meinem „Melissa Muther“-Band-Album schon voll in den Vorbereitungen. Für Januar und Februar stehen schon einige Konzerte, aber der Fokus meiner Arbeit spielt sich zum Jahresbeginn 2020 eher hinter den Kulissen ab: Songwriting, im Studio sein und Songs aufnehmen… Nicht zu vergessen: Förderanträge stellen, damit man solche großen Projekte auch finanzieren und realisieren kann.

Gibt?s die Melissa Muther Band auch mal hier zu hören?

Melissa Muther: Tatsächlich! Das Ergebnis meiner Arbeit könnt Ihr alle am 10. Oktober 2020 in der Alten Synagoge in Kitzingen hören. Dort werde ich mit meiner Band meine neusten Songs spielen, worauf ich mich wirklich schon sehr freue. Seine eigene Musik vor Publikum zu spielen, ist für mich einfach das Beste am Musikerinnen-Sein.

Wenn Sie Zuhause in Iphofen sind, was darf beim Besuch auf keinen Fall fehlen?

Melissa Muther: Nicht fehlen darf ein Abend auf der Couch mit meinen „Ellis“, ein Besuch bei der „Omma“ und ein Spaziergang mit dem Hund in den Weinbergen.

Wie lautet Ihr Weihnachtswunsch?

Melissa Muther: Ich wünsche mir nichts sehnlicher als einen Hund. Und Weltfrieden natürlich!

Konzert auf einen Blick

Termin: Zu „A merry jazzy Christmas“ lädt am Sonntag, 15. Dezember, die Band „Yuletide“ in die Vinothek Iphofen ein. Einlass ist ab 16.30 Uhr, Beginn um 17 Uhr. Karten gibt?s in der Vinothek für 15 Euro (ermäßigt: 10 Euro), an der Abendkasse für 18 Euro (15 Euro), Tel. 09323/870317. Band: Die drei Musiker von „Yuletide“ möchten ihren Zuhörern die besinnliche Weihnachtswelt durch ihre Instrumente ein Stückchen näher bringen. Kennengelernt haben sich die drei jungen Jazzmusiker während ihres Jazzstudiums an der Folkwang Universität der Künste in Essen und an der Hochschule für Musik in Köln. Die 29-jährige Melissa Muther ist im Landkreis keine Unbekannte. Sie stammt aus Iphofen. Seit einigen Jahren lebt sie in Köln und arbeitet deutschlandweit erfolgreich als freiberufliche Musikerin.