Kitzingen Nanu? Ein verspäteter Lichterzug zu St. Martin? So manch einer hat in diesen Tagen in der Kitzinger Siedlung vielleicht verwundert aus dem Fenster gesehen. Wer das getan hat, konnte ein paar Menschen sehen und viele leuchtende Tüten. Hinter der Aktion stecken Alexandra Schäfer und ihr Team vom Rentnerklatsch im Kitzinger Stadtteilzentrum, die unterwegs waren, um Senioren eine vorweihnachtliche Freude zu machen.

frage: Einmal im Monat freuen sich die Kitzinger Senioren auf den Rentnerklatsch im Kitzinger Stadtteilzentrum – vorausgesetzt es ist kein Corona. Wie sah das in diesem Jahr aus?

Alexandra Schäfer: Leider völlig anders als in den Jahren zuvor. Wir haben tatsächlich nur einen einzigen Rentnerklatsch veranstalten können – und das war im Januar und somit schon bald ein ganzes Jahr her. Das ist verrückt. Viele Senioren, die sich sonst bei uns treffen, haben sich seit diesem Termin nicht ein einziges Mal gesehen. Nichtsdestotrotz waren wir als Verein Gegenüber e.V. in dieser schweren Zeit für unsere Senioren da und haben immer wieder den persönlichen Kontakt gesucht. So gab es zum Beispiel erst im September einen Kartengruß für alle meine Rentner.

Wie viele ehrenamtliche Helfer waren beziehungsweise sind hier aktiv?

Alexandra Schäfer: Im Team Freiraum, der ein Teil des Vereins Gegenüber ist und unter anderem den Rentnerklatsch organisiert, sind wir fünf aktive und darüber hinaus einige passive Unterstützungsmitglieder. So werde ich zum Beispiel beim Rentnerklatsch tipptopp von Reinhard Faltermeier unterstützt. Er ist dort seit drei Jahren eine feste Größe. Auch auf Beate Zepter kann ich immer zählen. Das Ziel unserer Vorsitzenden Isabel Herz und uns aller ist es, die Herzen der Menschen in der Siedlung christlich-sozial zu erreichen und das Miteinander mit beständigen Werten zu füllen.

Am Mittwoch ist der zweite Lockdown in Deutschland gestartet. Kurz vorher habt Ihr Euren Rentnern noch eine besondere Überraschung gemacht?

Alexandra Schäfer: Mit unserem Projekt „Freiraum… nie zu spät für eine glückliche Zeit“ haben wir gebastelt und Adventstüten gefertigt. Die haben wir unseren Rentnern vom Rentnerklatsch dann persönlich überreicht. Wir haben das in den Abendstunden gemacht und in jeder gepackten Tasche brannte eine Lichterkette. Es war ein richtiger Wow-Effekt, auch emotional. Am Sonntag waren Isabel Herz und Stefanie Klick samt Kindern am Austeilen in der alten Siedlung unterwegs, am Montag Reinhard Faltermeier, mein Sohn Aurel und ich.

Wie waren die Reaktionen?

Alexandra Schäfer: Freudige Gesichter, glänzende Augen und überraschte Sprachlosigkeit waren während des ganzen Verteilens über unsere Begleiter. Wie sagte Reinhard Faltermeier so schön: „Da geht einem selbst das Herz auf vor Freude.“ Überrascht und sehr berührt war ich über die lieben Anrufe und WhatsApp-Nachrichten, die ich im Nachgang von einigen Damen bekommen habe.

Was hat Euch zu der Aktion bewogen?

Alexandra Schäfer: Wichtig war für mich, dass niemand sich vergessen fühlt und jeder weiß, dass ich immer als Ansprechpartner da bin. So haben wir zum Beispiel auch zehn Senioren beschenkt, die den Rentnerklatsch gar nicht besuchen, von denen wir aber wissen, dass sie alleine sind.

Was war denn in den Tüten drin?

Alexandra Schäfer: Insgesamt haben wir 50 Tüten in der Siedlung verteilt. Darin war etwas Süßes, ein Buch mit den Losungen 2021, die schon erwähnte Lichterkette, ein Tee und eine Spende der Apotheke im Ärztehaus.

Was erhofft Ihr Euch für die nahe Zukunft?

Alexandra Schäfer: Mein größter Wunsch ist natürlich, dass wir uns bald alle wieder einmal sehen können. Ich freue mich jetzt schon auf den Tag, wenn sich die gewachsene Gemeinschaft endlich wieder findet – und auf das Gefühl und die Stimmung, die dann aufkommen werden. Viel wichtiger ist jetzt aber erst einmal, dass alle gesund bleiben! Außerdem freuen wir uns natürlich über jede Unterstützung – auch in Form von Spenden – mit denen wir unsere geplanten Projekte einfacher verwirklichen können.

Das Spendenkonto: Gegenüber e.V., IBAN DE68 7919 0000 0000 2234 09, VR Bank Kitzingen