Die Farben haben sich schnell durchmischt. Und mit ihnen die jungen Menschen. Das Inklusionssportfest im Sickergrund bringt Gymnasiasten, Mittel- und Grundschüler sowie Schüler der St. Martin- und Erich-Kästner-Schule zusammen.

9 Uhr im Kitzinger Sickergrund: 150 Schüler aus fünf Kitzinger Schulen strömen aufs Sportfeld. Bereits zum dritten Mal findet das Inklusionssportfest statt. Zum ersten Mal ist die Grundschule Siedlung mit von der Partie. Lehrerin Anja Bank ist mit ihrer dritten Klasse gekommen. „Alles wunderbar“, sagt sie zwei Stunden später. „Das läuft hier wirklich prima.“

Verantwortlich für den reibungslosen und lebendigen Ablauf sind die Initiatoren der Veranstaltung. Schulleiter Norbert Zinsmeister und sein Konrektor Jürgen Baier von der St. Martin-Schule sowie der Geschäftsführer der Lebenshilfe in Kitzingen, Manfred Markert.

„Die Teambildung ist schnell vollzogen, jeder achtet auf den anderen.“
Jürgen Baier, Konrektor

Letztendlich trägt aber jeder sein Scherflein zu einem gelungenen Fest bei. „Jede Schule hat sich ein Spiel ausgedacht“, erzählt Baier. Wasser muss in Röhren getragen werden, die jede Menge Löcher haben – oder durch große Frischhaltefolien geschleust werden, ohne etwas zu verschütten. Immer geht es um ein gemeinsames Erlebnis, ein Miteinander.

Ein Fußballturnier ist Klammer und Höhepunkt des Vormittags. Die Zusammensetzung der Mannschaften ist einmalig. Je zwei Schüler aus jeder Schule bilden ein Team. Und so verteidigt eine Drittklässlerin zusammen mit einem Elftklässler, im Mittelfeld kämpft ein Mittelschüler zusammen mit einem Schüler aus St. Martin um den Ball und vorne stürmt ein Achtjähriger neben einem 18-Jährigen. „Das funktioniert gut“, sagt Jürgen Baier. „Die Teambildung ist schnell vollzogen, jeder achtet auf den anderen.“

Früh um 9 Uhr, wenn das Inklusionssportfest beginnt, kommen die Schüler noch getrennt in ihren jeweiligen Blöcken ins Sickergrundstadion. Dann werden die gemischten Mannschaften gebildet. Jedes Teammitglied bekommt ein T-Shirt in hellen Farben mit dem Aufdruck: „Gemeinsam in einem Team“ „Und schon mischen sich die Gruppen“, freut sich Zinsmeister. „Das geht wirklich schnell“.

Die Schüler aus St. Martin verbinden den Begriff Inklusion mittlerweile mit diesem Sportfest, erzählt Baier. Für Schüler und Lehrer ist es schon so etwas wie eine Institution geworden. Keine Frage, dass es im nächsten Jahr auch eine vierte Auflage geben wird. Allerdings wäre Baier um einen Sponsor froh. Etwa 1000 Euro kosten die 150 farbenfrohen T-Shirts mit Aufdruck. In diesem Jahr läuft eine Finanzierungsanfrage bei der „Aktion Mensch“, im letzten Jahr hat der Bezirk Unterfranken die Kosten übernommen. Jeder Schüler darf sein T-Shirt mit nach Hause nehmen. „Für mich ist das immer die schönst Rückmeldung“, sagt Baier. „Wenn ich im Laufe des Jahres so ein T-Shirt irgendwo im Stadtgebiet sehe.“ Je häufiger das Inklusionssportfest ausgetragen wird, desto mehr Grund zur Freude wird nicht nur Jürgen Baier haben.