Es ist eine Erfolgsstory. Und sie wird fortgesetzt werden. Die Mehrgenerationenhäuser werden acht weitere Jahre vom Staat gefördert. Petra Dlugosch hat sich mit Tanja Kraev eine professionelle Helferin geangelt.

„Ich hätte nie gedacht, dass die Idee der Mehrgenerationenhäuser so lange lebt und unterstützt wird“, gesteht Dlugosch, die von Anfang an das Projekt im Landkreis Kitzingen leitet. Seit 2011 werden die Mehrgenerationenhäuser vom Bund gefördert. Im Laufe der Jahre ist ihre Zahl auf rund 530 angestiegen. In fast jedem Landkreis ist eines zu finden. Kein Projekt ist dabei wie das andere. Im Landkreis Kitzingen wurde das Seniorenheim St. Elisabeth als Standort ausgewählt. Von hier aus wollen Dlugosch und Kraev bald wieder Projekte anstoßen, die weit über das Seniorenheim wirken. „Das Miteinander von Generationen fördern ist das oberste Ziel“, erklärt Dlugosch. Unter diesem Motto gibt es immer wieder wechselnde Schwerpunkte.

Potenzial an Ehrenamtlichen

In den letzten Jahren sind beispielsweise Sportkurse für Senioren angeboten worden oder Handy-Kurse, in denen Schüler den älteren Mitbürgern erklären, wie Smartphones oder auch Tablets funktionieren. Am Ende waren beide Seiten glücklich und zufrieden, wie sich Dlugosch erinnert. Die Senioren hatten einen Wissensgewinn und Kontakt zu jungen Menschen – und die Jugendlichen waren stolz, ihr Wissen vermittelt zu haben.

„Das Miteinander von Generationen fördern ist das oberste Ziel.“
Petra Dlugosch, Projekt-Verantwortliche

In Projekten wie diesen greift Dlugosch auf das große Potenzial an Ehrenamtlichen im Landkreis zurück und nutzt die gewachsenen Kontakte zu Organisationen wie JungStil, wo junge Menschen über die so genannte Taschengeldbörse ihre Dienste anbieten können, beziehungsweise „WirKT“ oder „GemeinSinn“, wo Ehrenamtliche gelistet sind. Die Macher im Mehrgenerationenhaus sind gut vernetzt und können ihre Aktionen im Sinne des Gemeinwohls planen. „Corona hat uns natürlich auch einen Strich durch manche Rechnung gemacht“, bedauert Dlugosch. Viele Präsenzveranstaltungen ließen sich in den letzten Monaten nicht durchführen, um so größer war die Freude am Dienstag dieser Woche, als Kitzinger Kindergartenkinder wieder einmal für die Senioren in St. Elisabeth singen konnten. Im Hof des Altenheims standen die kleinen Besucher und wurden von den Senioren aus den geöffneten Fenstern ihrer Zimmer freudig begrüßt.

Integration soll fortgeführt werden

In den nächsten Wochen sollen vom Mehrgenerationenhaus wieder mehr Impulse ausgehen. Dlugosch hat sich dafür als Honorarkraft die Sozialpädagogin Tanja Kraev geholt. Nach etlichen beruflichen Erfahrungen vom Kindergarten bis zur Fachstelle Asyl hilft sie nun während ihrer Elternzeit sieben Wochenstunden bei der Planung neuer Projekte. Zunächst möchte sie den „Internationalen Frauentreff“ wieder ins Leben rufen, neu strukturieren und vor allem digitalisieren. „Wir müssen das Thema Integration trotz Corona weiterführen“, wünscht sie sich. Sobald es möglich ist, will sie auch die Denksportgruppe für Senioren am Mainufer wieder aufleben lassen sowie die Turnstunden, an den Senioren und Kinder gleichzeitig teilnehmen.

„Den Menschen fehlen in diesen Zeiten vor allem die sozialen Kontakte“, weiß Kraev und hofft, dass sie digital-affine Ehrenamtliche für das neueste Projekt finden kann: Tablets so einrichten, dass die Bewohner in St. Elisabeth ohne große Hürden Kontakt mit ihren Lieben aufnehmen können. „Die Hardware ist da“, sagt Dlugosch. Sie hat sogar Schwenkarme beschafft, auf die das Tablet montiert werden kann, damit auch bettlägerige Senioren das Medium nutzen kann. Jetzt braucht es Helfer, die sich ein paar Stunden Zeit nehmen – um die Idee der Mehrgenerationenhäuser mit Leben zu füllen.

Kontakt: Wer sich beim Caritas-Mehrgenerationenhaus St. Elisabeth einbringen will, kann sich unter Tel. Tel. 0 93 21 / 91 65-0 oder Mail st.elisabeth.kt@caritas-einrichtungen.de melden.

Finanzierung: Die Mehrgenerationenhäuser werden vom Bund und anteilig vom Land und der Stadt gefördert.