Kitzingen soll einen „Wald der Zukunft“ oder eine „Allee der Zukunft“ bekommen. Das ist die Idee von Helmut Hirner, 2020/21 Präsident des Rotary Clubs Kitzingen. 10.000 Euro stellt der Club für die Pflanzung von Bäumen zur Verfügung. Standort für die Allee wird voraussichtlich das Deustergelände sein.

Rotary und Spenden – das ist untrennbar miteinander verknüpft. Den Clubs in aller Welt gehören Menschen an, die nicht nur gesellig beieinander sitzen, sondern in erster Linie dort helfen wollen, wo es nötig ist. Mit ihren Spenden unterstützen sie Krankenstationen, den Bau von Wasserleitungen, Gesundheitsfürsorge für Mütter und Kinder, die Bildung und vieles mehr. In ihren Heimatregionen, aber auch in aller Welt.

20.000 Euro stellt der Rotary Club Kitzingen in diesem Jahr für verschiedene Zwecke zur Verfügung. Davon fließen 10.000 Euro in das so genannte Präsidentenprojekt, außerdem dürfen sich die Kitzinger Grundschulen wieder über eine Finanzspritze freuen sowie die Musikschule und die Lebenshilfe, aber auch Projekte auf den Philippinen, in Südafrika und Indien.

Durch Corona taten sich mehrere Hürden auf

54 Mitglieder hat der Rotary Club Kitzingen derzeit. Der Präsident wechselt jedes Jahr zum 1. Juli. 2020/21 hatte Helmut Hirner dieses Amt inne, bevor er es kürzlich an Friedrich Walther übergab. Zwölf Monate, in denen sich gleich mehrere Hürden auftaten. Das lag vor allem an Corona. Monatelang durften sich die Mitglieder nicht persönlich treffen, von Oktober bis Juni gab es nur Zoom-Konferenzen. Die geplante Finnland-Reise fand ebenfalls nicht statt und – am folgenreichsten – die Soiree konnte nicht durchgeführt werden.

Traditionell lädt der Kitzinger Club zu Jahresanfang zu dieser Veranstaltung ein, der jeweilige Präsident wählt das Thema aus. 2020 ging es um künstliche Intelligenz, 2019 um fränkische Geschichte. Die Soiree ist die Veranstaltung, bei der die meisten Spendengelder zusammenkommen.

Die Mitglieder hätten trotz des Corona-bedingten Ausfalls Geld gegeben, aber es fehlen die mindestens 2000 bis 3000 Euro, die bei der Veranstaltung über Besucher zusammenkommen, bedauert Helmut Hirner. Geld, das er gerne in das von ihm vorgeschlagene Projekt gesteckt hätte – und deshalb freut er sich, wenn auch jetzt noch Spenden dafür eingehen. Helmut Hirner hat als Präsidentenprojekt ein Umweltprojekt ausgewählt. Klimabeständige, schädlingsresistente Bäume sollen gepflanzt werden. Geplant war ein Hands-on-Projekt, bei dem die Mitglieder, Freunde und alle anderen Interessierten mit anpacken und 3.000 bis 4.000 Laubbäume auf öffentlicher Fläche in oder nahe Kitzingen pflanzen.

Kein entsprechender Passus in der Satzung

Allerdings stellte sich im November heraus, dass die Rotary Clubs zwar Umweltprojekte fördern, es in der Satzung des Kitzinger Clubs aber keinen entsprechenden Passus gab. „Wir hätten also keine Spendenquittungen ausstellen können“, so Hirner. „Damit war das Projekt tot – oder wir mussten die Satzung ändern.“ In Corona-Zeiten nicht einfach, schließlich müssen die Mitglieder dem zustimmen. Trotzdem wollte der 62-Jährige das Projekt nicht aufgeben. Fachlich versierte Club-Mitglieder übernahmen die Vorbereitung und arbeiteten die neue Satzung aus, dann wurde eine Online-Konferenz für die Information und Abstimmung einberufen. Die Satzungsänderung ging durch, im Januar lag schließlich auch die Freigabe des Finanzamtes vor.

„Und dann stellte sich die Frage, wo pflanzen wir überhaupt?“, erinnert sich Hirner an die nächste Hürde. Obere Anlagen, Kreisacker, eine Fläche in Richtung Mainstockheim oder in Sickershausen.... in Gesprächen mit Vertretern der Stadt, des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie dem LBV kamen verschiedene Vorschläge auf. So mancher Ort schied schnell wieder aus, weil es sich um Privatgrund handelt, um ein Naturschutz- oder ein Wasserschutzgebiet oder weil es zu weit weg ist von Kitzingen. Schließlich ist es Hirners Wunsch, dass die Bürger die Fläche jederzeit besuchen können. „Die Leute sollen etwas davon haben.“

Von Gunter Kittel und Oberbürgermeister Stefan Güntner sei dann das Deustergelände vorgeschlagen worden. Dort entsteht das neue Staatsarchiv, das von Grünanlagen umgeben sein soll. Ein guter Standort, findet Hirner. Statt eines Waldes mit mehreren tausend kleinen Setzlingen ist nun eine Allee geplant mit Bäumen, die bereits zwei, drei Meter hoch sind.

Die Rotarier wollen bei der Pflanzung wie geplant selbst mit Hand anlegen, die Pflege wird von der Stadt übernommen. Wobei Helmut Hirner zu allen genannten Problemen jetzt auch noch Geduld braucht, denn zeitnah kann er sein Präsidentenprojekt nicht durchführen, das Staatsarchiv ist ja noch nicht mal gebaut. „Wir können wahrscheinlich frühestens 2024 pflanzen.“

Info: Wer das Projekt „Rotary Wald der Zukunft“ unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Förderverein Rotary Club Kitzingen, IBAN DE40 7905 0000 0041 7051 53, Sparkasse Mainfranken.