Kitzingen Wer Zuhause mal wieder seinen Schrank ausmistet – auf der Suche nach Klamotten, die nicht mehr passen oder gefallen – kann mit der aussortierten Ware gerne in den Caritas-Kleidermarkt in Kitzingen marschieren. Wie Jürgen Fuchs vom Landkreis-Caritasverband verrät, sind die ehrenamtlichen Helfer dort durchaus dankbar – und nicht nur die, sondern natürlich auch die bedürftigen Bürger, die dort für wenig Geld an gut erhaltene Klamotten kommen.

Frage: Welche Kriterien gelten bei der Annahme?

Jürgen Fuchs: Angenommen werden Oberbekleidung, vollständige Bettwäsche sowie Handtücher. Alle Textilien müssen in einem guten und sauberen Zustand sein, denn wir haben keine Möglichkeit, die Sachen zu reparieren oder zu reinigen. Mengenmäßig gibt es keine Beschränkung – jedoch muss die Ware selbst gebracht werden, wird also nicht von uns abgeholt. Die Textilien werden gespendet, das heißt: Wir zahlen nichts für die Ware.

Über welche Kleidungsstücke seid Ihr besonders dankbar?

Jürgen Fuchs: Sehr gefragt ist Baby- und Kinderkleidung. Hier ist die Nachfrage oft sogar höher als das Angebot.

Wer darf zum Einkaufen kommen? Benötigt man einen Nachweis, dass man bedürftig ist?

Jürgen Fuchs: Textilien abholen darf jeder Einwohner von Stadt und Landkreis Kitzingen. Bedürftigkeit wird nicht geprüft. Wir gehen davon aus, dass nur Menschen kommen, die die Sachen auch benötigen. Durch die etwas versteckte Lage des Kleidermarktes ist auch gewährleistet, dass die Kunden weitgehend anonym bleiben können.

Wird der Kleidermarkt gut angenommen?

Jürgen Fuchs: Tatsächlich ist er sehr gefragt. Corona-bedingt war jetzt lange geschlossen und erst seit dem 19. Juni ist wieder auf. Aktuell ist die Nachfrage auch noch etwas geringer als vor der Schließung. Das ist aber momentan auch ganz gut, da wegen der Hygieneauflagen immer nur wenige Personen gleichzeitig im Raum sein dürfen, um die Abstände zu wahren.

Aktuell sucht Ihr weitere Helfer. Welche Aufgaben hätten sie?

Jürgen Fuchs: Auf der Suche nach neuen Mitarbeitern haben sich tatsächlich schon zwei Personen gemeldet. Deshalb suchen wir jetzt nur noch Personen, die einspringen können, falls jemand mal verhindert ist. Es handelt sich um eine Stunde in der Woche, entweder zur Annahme am Freitag von 14 bis 15 Uhr oder zur Ausgabe am Dienstag von 10 bis 11 Uhr. Es ist eine interessante Tätigkeit mit der Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, etwas Gutes zu tun und in Teams zu arbeiten.

Was würdet Ihr Euch für Eure Arbeit wünschen?

Jürgen Fuchs: Wünschen würden sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter, dass manche Kunden – das betrifft nur eine kleine Zahl – ihre Arbeit mehr schätzen würden, denn sie verdienen nichts an der Tätigkeit. Außerdem wäre es schön, wenn wirklich nur saubere, gut erhaltene Textilien abgegeben würden und nichts vor der Tür abgestellt würde. Sonst muss das mühsam und kostspielig entsorgt werden.

Caritas-Kleidermarkt

Wo? In der Oberen Neuen Gasse 14 in Kitzingen-Etwashausen.

Was? Oberbekleidung entsprechend der Jahreszeit: Jacken, Mäntel, Anzüge, Hosen, Kleider, Röcke, T-Shirts, Hemden, Blusen, Pullover, Kinder- und Sportbekleidung, vollständige Bettwäsche-Garnituren und Handtücher.

Annahme: jeden Freitag von 14 bis 15 Uhr; kostenfrei.

Ausgabe: jeden Dienstag von 10 bis 11 Uhr; Kostenbeitrag je Kleidungsstück zwischen 50 Cent und 2 Euro.

Info: Den Kleidermarkt gibt es bereits seit Ende der 80er Jahre, am jetzigen Standort seit Anfang der 90er. Der Raum ist zirka 80 Quadratmeter groß und verfügt über eine Umkleidekabine. Die Einnahmen werden vorrangig zur Deckung der Unkosten des Kleidermarktes verwendet und für ein bis zwei Mitarbeitertreffen im Jahr. Nähere Informationen gibt es beim Caritasverband für den Landkreis Kitzingen unter Tel. 09321/ 22030. (lni)