Die Runde ist sich einig. Für die Musik muss mehr getan werden. Insbesondere für die Musikschule in Kitzingen. Der Anfang ist bereits gemacht. Jetzt muss das Projekt mit Leben gefüllt werden.

Am 29. Januar hat sich der Förderverein der Musikschule Kitzingen gegründet. Heute, knapp drei Wochen später, liegt die Urkunde für die Vereinsgründung bereits vor. „Wir können loslegen“, sagt zweiter Vorsitzender Karl-Hubertus Eckert.

Es ist eine eingeschworene Truppe, die sich an diesem Vormittag in der Musikschule Kitzingen zu einer Besprechung versammelt hat. Alle eint die Liebe zur Musik. Und der Wille, die Leistungen der Musikschule einer breiteren Öffentlichkeit präsent zu machen. Die Arbeit von Sigrun Reder und ihrer derzeit 24 Lehrkräfte wüssten die meisten Kitzinger gar nicht so recht zu würdigen, bedauert Eckert. „Dabei wird hier viel zusätzliche Arbeit geleistet.“ Begleitung der Kinder zu Wettbewerben, Kooperationen mit Kindergärten beziehungsweise dem Gymnasium, Auftritte mit den Kindern in Altenheimen: Die Palette der Herausforderungen und Leistungen ist groß.

Das sieht auch der Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Georg Feser, so. Seit seinem elften Lebensjahr spielt er Klavier, ist als Mitglied verschiedener Bands im Landkreis bekannt. Seine Tochter profitiert seit sieben Jahren von der Arbeit in der Musikschule, nimmt Geigenunterricht. Die integrative und therapeutische Kraft der Musik müsste viel mehr Menschen zugänglich gemacht werden, wünscht er sich. Der Förderverein will seinen Teil dazu beitragen.

Bereits die Gründungsversammlung brachte das erste erfreuliche Ergebnis: 22 Menschen haben sich spontan bereit erklärt, dem Verein beizutreten. 15 Euro im Jahr kostet der Beitrag. „Aber jeder kann natürlich auch mehr geben“, sagt Dr. Feser und grinst. Sein Ziel: Möglichst bald mit Iphofen gleichziehen und den dortigen Förderverein irgendwann einmal überholen. In der Weinstadt am Julius-Echter-Berg gibt es bereits seit rund 20 Jahren einen Förderverein. Zirka 80 Mitglieder engagieren sich dort, nicht nur finanziell. Sie veranstalten Konzerte oder übernehmen das Catering bei Veranstaltungen, um Einkünfte zu generieren.

„Wir wollen einer möglichst breiten Masse den Kontakt zur Musik ermöglichen.“
Antje Gühlen, Schriftführerin des Fördervereins

So etwas schwebt auch den Mitgliedern des Kitzinger Fördervereins vor. Ausreichend Unterstützung müsste sich eigentlich finden. Die Zweigstelle der Musikschule in Iphofen hat rund 130 Schüler, in Kitzingen sind es zirka 630. „Wir hoffen auf viele Eltern, die mitmachen“, sagt Eckert.

Und was passiert mit den Mitgliedsbeiträgen? An Ideen mangelt es nicht. Ein Vorsatz: Instrumente kaufen, gerade für die sozial benachteiligten Familien. „Die Kaufkraft der Bürger lässt nach“, sagt Schulleiterin Sigrun Reder. Gerade bei teuren Instrumenten wie Geige oder Klavier stoßen viele Eltern an ihre Grenzen. Unter 2000 Euro ist ein gutes gebrauchtes Klavier kaum zu finden. „Es wäre schade, wenn Kinder aus diesen Gründen ausgeschlossen wären“, sagt Eckert und verweist auf die internationale Sprache der Musik.

Ob deutsche Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund. Alle werden sie von der Musik angesprochen. „Wir müssen deshalb die integrative Kraft der Musik nutzen“, fordert Eckert. „Musik ist ein wesentlicher Teil der Erziehung.“

Aus diesem Grund ist die Musikschule seit ein paar Jahren an den Kitzinger Grundschulen mit dem Projekt Musikwerkstatt präsent. An vier Stunden in der Woche werden die Erstklässler an Instrumente herangeführt, singen oder machen Rhythmusübungen. „Wir würden mit dem Projekt gerne alle Grundschüler in der Stadt erreichen“, sagt Reder. Auch hier will der Förderverein helfen. „Wir wollen einer möglichst breiten Masse den Kontakt zur Musik ermöglichen“, erklärt die Schriftführerin des Vereins, Antje Gühlen. Die Ärztin weiß von der therapeutischen Kraft der Musik. „Musik ist für die mentale Entwicklung von Kindern sehr wichtig.“ Auch hyperaktive Kinder könnten profitieren. „Man muss halt früh genug ansetzen.“ Und man muss die entsprechenden Möglichkeiten haben.

Der Förderverein will der Musikschule finanziell unter die Arme greifen, Gelder über Mitgliedsbeiträge und Veranstaltungen generieren. Er will die Musikschule aber auch in der Öffentlichkeit und bei der lokalen Politik besser verankern. „Ein Taubenzüchterverein bekommt oft mehr Anerkennung als die Musikschule“, bedauert Dr. Feser. Diese Gewichtung passe nicht. Ein anderes, besseres Image sei nötig. Auch dazu will die eingeschworene Gruppe ihren Beitrag leisten.

Der Förderverein

Aufruf: Wer gut erhaltene Blas- und Streichinstrumente hat, kann sie beim Förderverein der Musikschule abgeben.

Kontakt: Dr. Georg Feser, E-Mail: sofiefeser@t-online.de

Beitritt: Formulare für den Beitritt zum Förderverein gibt es in der Musikschule.

Vorstand: Vorsitzender ist Dr. Georg Feser, sein Stellvertreter Karl-Hubertus Eckert, Schriftführerin ist Antje Gühlen und Schatzmeisterin Burgl Holzner-Nathan.