Er nimmt seinen Namen ernst. Der Sulzfelder Heimat- und Ortsverschönerungsverein macht die Heimat schöner, genau gesagt: lebendiger und vielfältiger. Unter dem klingenden Motto „Summsumm Sulzfeld“ hat der HOV ein Projekt initiiert, das schon vor dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auf die emsigen Bestäuber setzte. „Wir hätten nie gedacht, dass so viele Leute mitmachen würden. Das ist einfach super!“, freut sich HOV-Vorsitzende Bärbel Faschingbauer.

„Ran an die Nadel – jede Biene zählt“: Diesen Aufruf brachte der Verein im vergangenen Jahr mitsamt Häkelanleitung unters Volk. Die Idee: Jede gehäkelte oder auch anderweitig selbst gestaltete Biene wandelt der Verein um: in fünf Euro, die in die insektenfreundliche Gestaltung der Außenanlagen des Kindergartens investiert werden.

„Wir haben auf 20, vielleicht 30 Bienen gehofft und waren gespannt, was passiert“, sagte Bärbel Faschingbauer kürzlich bei der Geldübergabe an Kindergartenleiterin Alexandra Pfennig. „Dass das passiert, hätten wir nie gedacht: 151 Bienchen sind aus allen Ecken des Dorfes zu uns geflogen. Wahnsinn!“

Die Sulzfelder erwiesen sich als äußerst kreativ. Jung und Alt, Groß und Klein, Eltern, Großeltern, Freunde: Alle machten mit, einige – wie Christa Bauer – sogar dutzendfach. Sie fertigten orangerote, sonnen- und zitronengelbe Bienen in allen Größen an, mit kurzen oder langen Flügeln, Kuller- oder Knopfaugen. Die meisten wurden gehäkelt, aber es gab auch gestrickte Exemplare. „Ein Opa hat uns sogar eine aus Metall ausgeschnittene Biene gebracht.“

Dass dieses Engagement am Ende Kosten von 755 Euro für den Verein bedeutete, kommentiert Bärbel Faschingbauer mit einem freudigen Lächeln: „Tja, da müssen wir jetzt durch – und das machen wir richtig gern.“

Kindergartenleiterin Alexandra Pfennig zeigte sich „überglücklich“ über den Geldsegen und dankte dem HOV herzlich. „Wir wollen Hochbeete anlegen und ein weiteres Stück Garten. Das werden wir jetzt ganz insektenfreundlich gestalten.“ Seit die Kinder im vergangenen Jahr Erdhummeln auf dem Freigelände entdeckt hatten, sei Biodiversität im Kindergarten immer wieder auf kindgerechte Art thematisiert worden. „Wir haben auch einen Imker besucht und ein Insektenhotel am Main mitgebaut.“

Alexandra Pfennig, die seit sieben Jahren zusammen mit Bärbel Faschingbauer, Nina Cotton und Anne Hock regelmäßig gartenpädagogische Nachmittage für Kinder anbietet, betonte auch: „Das gemeinsame Tun macht immer viel Spaß.“ Vor wenigen Tagen durften interessierte Mädchen und Buben mit Hilfe der vier Frauen zum Beispiel Vogelhäuschen bauen. Auch Sonnwendkränze und „Seedbombs“, Pflanzensamen-Bomben, hat man schon zusammen kreiert – und Letztere an allen möglichen Ecken im und um das Dorf herum „platzen“ lassen.

Sehr zur Freude von Bürgermeister Gerhard Schenkel, der vom blühenden Ergebnis rund um die Dorfmauern sehr angetan ist. Seit Sulzfeld beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ vor neun Jahren eine Gold- und eine Silber-Medaille auf Landes- und Bundesebene errungen hat, sei der Ort noch lebenswerter geworden. Nicht zuletzt Dank des HOV, in dem die Gemeinde einen aktiven Kooperationspartner gefunden habe. Wer die gehäkelten, gestrickten und gebastelten Bienen einmal mit eigenen Augen sehen möchte, hat bei einem Bummel durch Sulzfeld gute Chancen. Die kleinen Kunstwerke hängen im Kindergarten, in der Schule, im Lehrerhaus, beim Bäcker, in Restaurants und Wirtschaften – hübsche Symbole fürs summende Sulzfeld.