Landkreis Kitzingen Eine große Aufräumaktion steht bevor. Anfang Oktober wird die Flur im Landkreis Kitzingen von Unrat und weggeworfenem Hausmüll befreit – sofern sich wieder viele Gruppen finden, die sich an der Tour de Müll beteiligen. Cornelia Grundler, Jugendpflegerin vom Kreisjugendring Kitzingen, ist optimistisch.

Frage: Die Tour de Müll findet heuer zum 6. Mal statt. Mit wachsendem Erfolg? Oder ist es schwierig, Gruppen zu finden?

Cornelia Grundler: Die Tour de Müll findet alle zwei Jahre statt, nach 2019 geht es also heuer in eine neue Runde. Bisher konnten wir jedes Mal einen Anstieg der gemeldeten Gruppen verzeichnen. 2019 waren es 155 Gruppen und Schulklassen. Dieses Jahr sind wir mit unserer Werbung für die Aktion relativ spät dran, weil wir uns wegen Corona sehr lange Zeit gelassen haben mit der Entscheidung, ob wir die Tour de Müll dieses Jahr überhaupt realisieren können. Jetzt hoffen wir natürlich trotzdem noch auf zahlreiche Anmeldungen. Die meisten wissen jedoch schon davon – und die „alten Hasen“ melden sich ohnehin jedes Jahr an.

Kann man irgendwie beziffern, welche Menge an Müll in dieser einen Woche zusammenkommt?

Grundler: Die genaue Menge an Müll ist uns leider nicht bekannt. Die Gemeinden und Gruppen haben sowohl die Möglichkeit, den Abfall kostenfrei am Wertstoffhof abzugeben, sowie die zweite Möglichkeit, ihn bei der nächsten Müllleerung mit nach draußen zu stellen. Wir haben somit leider keinen Überblick darüber, was bei dieser Aktion an Müll zusammenkommt.

Was wird denn am häufigsten in der Natur „entsorgt“? Und was zählt zu den kuriosen Funden?

Grundler: Am häufigsten ist natürlich der so genannte Freizeitmüll – auch Littering genannt. Leider werfen nach wie vor viel zu viele Menschen achtlos ihre Abfälle entlang von Straßen und Wegen in Flur, Stadt und Wald sowie an Gewässern. Getränkedosen, Chipstüten, neuerdings Masken… Als kuriosester Fund ist mir ein Gebiss in Erinnerung, allerdings liegt das schon länger zurück. Natürlich muss und soll niemand diesen Müll mit bloßen Händen anfassen. Die Kinder tragen alle Handschuhe und bekommen Greifer. Die Kommunale Abfallwirtschaft stattet die jungen Helfer außerdem mit Warnwesten, Eimern und Müllsäcken aus.

Neben der Säuberung des Landkreises steht bei der Aktion die Sensibilisierung der Kinder und Jugendlichen für Umweltschutz mit an erster Stelle. Wie sah denn bisher deren Feedback nach getaner Arbeit aus?

Grundler: Es ist uns bei der Aktion tatsächlich am wichtigsten, dass sich Kinder und Jugendliche mit den Themen Umwelt, Müll und nachhaltiges Bewusstsein auseinandersetzen. Wir glauben auch, dass wir damit großen Erfolg haben. Tatsächlich ist es bei den Kindern und Jugendlichen aber eher so, dass sie frustriert sind, wenn sie bei der Aktion keinen Müll finden (lacht). Sie setzen sich ja schließlich zum Ziel, Müll aufzufinden und sind dann enttäuscht, wenn sie nichts finden. Das ist tatsächlich ein wenig kurios…

Mitmachen dürfen nicht nur Schulen und Kindergärten, sondern im Grunde jeder. Wurde das in den Vorjahren schon gut angenommen?

Grundler: Wir haben vom Hockey Verein über die Feuerwehren bis hin zur Burschenschaft alle möglichen Gruppierungen, die sich an unserer Aktion beteiligen.

Auf einen Blick: Alle Infos zur Tour de Müll

Termin: Der Kreisjugendring Kitzingen und die Kommunale Abfallwirtschaft rufen vom 1. bis 9. Oktober zur 6. Tour de Müll auf. Kinder und Jugendliche aus Jugendorganisationen, Schulen, Kindergärten und Ortsvereinen sind dazu aufgerufen, sich an der landkreisweiten Aktion zu beteiligen.

Schirmherrin ist Landrätin Tamara Bischof. Gesammelt wird an einem halben Tag innerhalb der genannten Woche.

Anmeldung: Alle Informationen zur Aktion gibt es auf der Internetseite vom KJR (www.kjr-kitzingen.de). Eine Anmeldung ist bis 8. September möglich.

Im Gegensatz zu den Vorjahren genügt es in diesem Jahr, wenn sich der Verein beziehungsweise der Träger anmeldet – und nicht jede Gruppe einzeln.

Außerdem: Jeder angemeldete Verein/Träger/Institution bekommt für sein Helfen einen Zuschuss und ein kleines Dankeschön – zahlreichen Sponsoren sei Dank. Außerdem können sich die Teilnehmenden über eine von der Gemeinde gesponserte Brotzeit freuen. Eine Infoveranstaltung gibt es in diesem Jahr coronabedingt nicht.

Die Ausgabe der Müllsäcke/Warnwesten usw. findet am 27. und 28. September jeweils von 15.30 bis 18.30 im Gewölbekeller des Landratsamtes statt.