Kitzingen Es kehrt wieder Leben in die Kitzinger Musikschule ein. Seit dem 1. März ist wieder Solo-Präsenzunterricht vor Ort möglich. Die frohe Kunde kam pünktlich zum Anmeldezeitraum fürs kommende Schuljahr, der vom 15. bis 26. März ansteht. Alles, was man dazu wissen muss, verrät Musikschulleiterin Sigrun Reder im Inteview.

Frage: Am heutigen Montag startet die Anmeldung fürs neue Musikschuljahr. Wie schwierig war es, dafür die Werbetrommel zu rühren?

Reder: Werbetechnisch war es eine Katastrophe. Es gab keine Konzerte, keine Instrumentenschnupperkurse, keinen Tag der offenen Tür… echt frustrierend. Online gewinnt man keine neuen Schüler, da hatten wir damit zu tun, die Bestandsschüler bei Laune zu halten. Mal davon abgesehen, dass unsere neue Homepage www.musikschule-kitzingen.de seit kurzem am Start ist, waren uns wirklich die Hände gebunden.

Sonst haben Sie zum Beispiel das Kinderkonzert genutzt, um der Bevölkerung Lust zu machen.

Reder: Ja genau. Die Kleinsten ab circa drei Jahren haben gezeigt, was wir im Elementarbereich anbieten: Musizieren, Singen, Tanzen. Die schon etwas älteren Kinder und die Grundschüler haben als Solisten, Duos oder kleine Ensembles ihr Instrument „vorgestellt“, indem sie gezeigt haben, was man nach wenigen Unterrichtsjahren schon spielen kann. Die Zuhörer bekamen so einen tollen Höreindruck und wir konnten darüber hinaus ein bisschen Unterrichtsinhalte vermitteln.

Wie viele verschiedene Instrumente werden in der Musikschule unterrichtet? Was sind denn die beliebtesten? Was die ausgefallensten?

Reder: Unterrichtet werden Violine, Viola, Violoncello (auch Geige, Bratsche, Cello genannt), (Konzert-) Gitarre, E-Gitarre, E-Baß, Blockflöte, Querflöte, Saxophon, Klarinette, Trompete, Posaune, Horn, Tuba, Schlagzeug, Klavier, Akkordeon, Keyboard und Gesang. Klavier ist mit 168 Schülern immer noch der Renner – und bei Gitarre sind es auch stolze 136 Zupfer. Ausgefallene Instrumente sehe ich bei uns eigentlich nicht, es sei denn man nimmt das Cello schon mit rein.

Gibt es irgendeine Hilfestellung bei der Auswahl? Zum Beispiel für die Kinder, die noch unsicher sind, welches Instrument das richtige für sie ist?

Reder: In Nicht-Corona-Zeiten machen wir Instrumentenschnupperkurse, Info-Veranstaltungen und mehr. Diesmal müssen wir das alles mit „Premiumschnuppern“, also einzeln, abdecken: Wer Interesse hat, ruft bitte in der Musikschule an und sagt, für welches Instrument – oder auch zwei – er sich interessiert. Wir sammeln die Anfragen zunächst und teilen den Interessenten dann die Termine mit.

Müssen sich die Schüler ihr Instrument kaufen? Oder können sie das leihen?

Reder: Wir leihen Instrumente „zum Mitwachsen“ aus, also Gitarren, Geigen, Celli, Akkordeons in verschiedenen Größen, außerdem Querflöten mit gebogenem Mundstück. Dazu kommt noch das Saxophon und die Klarinette. Die sind aber normal groß. Blechblasinstrumente, Klavier, Schlagzeug etc. müssen sich die Schüler selbst kaufen.

Wie ist der aktuelle Stand in Sachen Unterricht? Gibt es schon wieder die ersten Stunden Präsenzunterricht?

Reder: Ja! Und wir sind so unglaublich froh darüber. Seit dem 1. März dürfen unsere Schüler einzeln und unter Beachtung des Schutz- und Hygienekonzeptes wieder in die Musikschule kommen. Auf Wunsch wird der Distanzunterricht natürlich auch weiterhin durchgeführt. Wir sind inzwischen so toll ausgestattet, dass es kein Problem ist, mal kurz zu switchen.

Für Gruppen gibt es vorerst also keine Lichtblicke?

Reder: Unsere Jüngsten im Elementarbereich, also Musik für Kleine und Große, oder die Musikalische Früherziehung dürfen leider noch nicht kommen, werden also weiterhin online unterrichtet. Das ist natürlich nicht optimal für die Kleinen, manchmal aber auch ganz lustig, wenn die gesamte Familie vor dem Bildschirm sitzt und mitmacht. Ensembles, Chöre und Orchester dürfen natürlich noch nicht. Platzmäßig würden wir das in unseren neuen Räumlichkeiten alles hinkriegen, aber Vorschrift ist Vorschrift!

Wie hat der Online-Musikschul-Unterricht rückblickend bisher geklappt?

Reder: Generell sehr gut. Fast alle Schüler haben mitgemacht und wenn es keine Verbindungsprobleme gab, konnte man richtig gut arbeiten. Viele haben sogar konzentrierter geübt und wirklich gute Fortschritte gemacht. Okay, tonlich war es natürlich für uns nicht sehr befriedigend und am Abend, vor allem in der Anfangszeit, hatte man Kopfschmerzen und rote Augen, aber besser als nix. Der Aufwand für die Lehrkräfte war natürlich um ein x-faches höher als beim Präsenzunterricht, aber wir haben auch sehr viel dazugelernt.

Was ist eigentlich dran an der Behauptung: Fürs Erlernen eines Instruments ist man nie zu alt?

Reder: Naja (grinst). Ich sage mal lieber so: Früh übt sich, was ein Meister werden will. Es kommt auch aufs Instrument an. Mein erster Schüler war ein 55-jähriger Viehhändler – super musikalisch, aber seine Hände waren eben 40 Jahre Zupacken gewohnt und mit der erforderlichen Feinmotorik beim Gitarrespiel hat es gehapert. Er hat mir nach einem halben Jahr frustrierender Bemühungen eine Monster-Salami geschenkt, das Handtuch geworfen und ist auf Tuba umgestiegen. Das hat dann super geklappt (lacht). Aber: Wir haben tatsächlich eine ganze Menge älterer Schüler – Tendenz steigend. Im vergangenem Jahr waren es 37 Schüler, die älter als 60 Jahre sind. Viele spielen im Streichorchester oder singen im Chor. Aber es gibt auch einige, die Instrumentalunterricht nehmen und ihre Kenntnisse aus der Kindheit wieder auffrischen beziehungsweise ausbauen. 61 Schüler sind zwischen 26 und 60 Jahren. Viele Leute haben mit zunehmendem Alter mehr Zeit und möchten gerne etwas für sich selbst tun. Dabei unterstützen wir sie natürlich sehr gerne.

Anmeldung Musikschule

Wann? Vom 15. bis 26. März nimmt die Musikschule Kitzingen Neuanmeldungen entgegen.

Wie? Kontaktlos über die neue Homepage www.musikschule-kitzingen.de oder persönlich in der Musikschule, Innere Sulzfelder Str. 23.

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr und Montags 14 bis 16 Uhr; Tel. 09321/21160 oder 924906; musikschule@stadt-kitzingen.de

Anmeldeunterlagen liegen im Eingangsbereich aus oder können auf der Homepage heruntergeladen werden.

Start: Der Unterricht beginnt am ersten Tag nach den Sommerferien, also am Dienstag, 14. September. Wenn Kapazitäten frei sind, ist ein Einstieg unterm Jahr möglich. Die Gebühren wurden zum neuen Schuljahr nicht erhöht.