Er will etwas bewegen. Und er hat die Möglichkeit dazu. Rudolf Ramming ist der Präsident des Lions Club Kitzingen. Nach innen und nach außen will der Konzertpianist und Dozent für Klavier und Kammermusik in seinem Amtsjahr wirken. Will heißen: Ramming will den aktuell 30 bis 40 aktiven Club-Mitgliedern ein attraktives und informatives Jahresprogramm bieten. Und er will den Club stärker in die Gesellschaft einbeziehen.

„Es ist ein Auszeichnung, gefragt zu werden.“
Rudolf Ramming zu seiner Berufung als Lions-Präsident

Viele halten den Lions-Club für einen elitären und in sich geschlossenen Zirkel. Ramming ist sich dieses Renommees durchaus bewusst. „Dabei sind wir in Kitzingen vielleicht sogar einen Tick zu bescheiden.“ Viele Hilfsaktionen und Projekte würden abseits der Öffentlichkeit laufen. Ramming will das ändern, will den Blick von außen auf den Club schärfen. Nicht um zu prahlen, sondern um das Hilfsangebot auf breitere Beine zu stellen. „Je mehr Menschen über unsere Projekte Bescheid wissen, desto mehr können sich einbringen und mithelfen“, lautet seine Rechnung.

Die Aktion „Brille ohne Grenzen“ ist ein Beispiel für ein kaum bekanntes Hilfsprojekt. Dabei hat der Lions Club Kitzingen in den letzten Jahren rund 18 000 Brillen in gutem Zustand an Bedürftige in Afrika verschenkt. Gebrauchte Brillen sind aus- und aufgewertet worden und über Ärzte passgenau an ihre Empfänger in Afrika verteilt worden.

Die bekannteste und öffentlichkeitswirksamste Aktion dürfte sicherlich der alljährlich stattfindende Lionsmarkt sein. In diesem Jahr ist es am 19. Oktober so weit. Dann werden in der Rathaushalle wieder allerlei Artikel wie antiquarische Bücher, gut erhaltene Kleidung und außergewöhnliche Flohmarktartikel für einen kleinen Preis angeboten. Anziehungspunkt ist Jahr für Jahr die große Tombola. Zwei Hauptgewinne hat Ramming erst kürzlich an Land gezogen: Eine Mikrowelle und ein spezielles Selfie-Smartphone. Der Reinerlös des Lionsmarktes ist für bedürftige Kitzinger bestimmt.

Seit 2011 ist Rudolf Ramming Mitglied des Kitzinger Lions-Clubs. Wie alle anderen Mitglieder auch, ist er „geworben“ worden. „Ein Mitglied hat mich vorgeschlagen und wir haben uns dann alle gegenseitig kennengelernt“, erzählt er. Lange überlegen musste der 59-Jährige nicht. „Es ist eine Auszeichnung, gefragt zu werden.“ Dank seiner Frau Michaela hatte er bereits eine Ahnung, was auf ihn zukommen wird. Die engagiert sich seit Jahren bei Zonta e.V. in Würzburg und war dort auch schon Präsidentin. Der Verein unterstützt benachteiligte Frauen weltweit.

Rund 20 000 Euro generiert der Lions-Club Kitzingen Jahr für Jahr durch verschiedene Aktionen. Das Geld kommt ganz unterschiedlichen Organisationen zu Gute. Auf der Hauptversammlung wird entschieden, wer von den Einnahmen und Spenden profitiert. Die Einnahmen aus dem Lionsmarkt in Höhe von rund 8000 Euro werden kurz vor Weihnachten traditionell an bedürftige Kitzinger Familien übergeben.

Mitgliederversammlung, regelmäßige Meetings mit Vorträgen, Ausflüge, Familienfeiern: Das Leben im Lions-Club ist vielfältig. Neben den wiederkehrenden Veranstaltungen gibt es auch immer wieder neue Aktionen. In diesem Jahr findet ebenfalls am 19. Oktober zum ersten Mal eine Kinderstadtführung in Form eines Such- und Ratespieles durch die Kitzinger Fußgängerzone statt. Ramming freut sich auch auf den Ehrenamtsnachmittag am 15. November. Rund 200 Menschen, die sich im Landkreis Kitzingen ehrenamtlich engagieren, werden an diesem Tag zu einem Konzert eingeladen und kostenlos mit Kuchen bewirtet, den die Lions-Club Frauen gebacken haben.

Im nächsten Jahr wird am 20. März in der Alten Synagoge ein Benefizkonzert zu Gunsten der Kinder stattfinden, die an Mukoviszidose erkrankt sind.

Schnell wird ein Jahr Präsidentenamt wieder vorüber sein. Ramming ist sich dessen bewusst. Die Zeit will er nutzen. Um den Lions-Club Kitzingen zu stärken. Nach innen und nach außen.