Ganz am Ende fiel ihnen doch noch etwas ein, den drei Jungs, die bei der Jugendbürgerversammlung der Stadt Iphofen die Fahne für ihre Altersgenossen hoch hielten. „Ein Pavillon, irgendwo am Stadtrand, wo wir uns mal treffen und feiern können, das wäre doch was“, nahm sich Benedikt Schernau ein Herz – und stieß, zu seiner eigenen Verwunderung, direkt auf offene Ohren. Sonst haben sie nicht viel zu meckern, die Iphöfer Jugendlichen. So jedenfalls lässt sich die bescheidene Resonanz auf die Einladung zum „Chill & Talk“ am städtischen Sportplatz wohl am ehesten deuten.

Natürlich ist es auch in Iphofen nicht anders als überall: Vielen Jugendlichen fehlt das Interesse daran, sich zu engagieren, vielleicht auch, sich live zu treffen. Deswegen hat Bürgermeister Dieter Lenzer (nicht nur für die erste Jugendbürgerversammlung seit 2019) ein Team um sich geschart, das die Jugend wieder einfangen und für gemeinschaftliche Unternehmungen begeistern will. Angelika Howard, die seit 23 Jahren offene Jugendarbeit in Iphofen betreibt, weiß um den Wunsch der Jugendlichen nach einem zentralen Rückzugsort. „Ich habe in den letzten anderthalb Jahren auch versucht, Streetwork zu machen, bin mit dem Fahrrad durch Iphofen gefahren und habe die Kids angesprochen.“ Dabei habe sie stets das Gefühl gehabt, dass die Jugendlichen vor allem eines wollen: Irgendwo ungestört zusammen abhängen.

Verschiedene Anlaufstellen

Dabei gibt es in Iphofen durchaus Anlaufstellen, um das zu tun. Da wäre das Jugendhaus gegenüber der Karl-Knauf-Halle, das täglich geöffnet hat und von Angelika Howard und Tochter Nina betreut wird. Oder der Jugendtreff St. Veit, in dem der Vorsitzende des gleichnamigen Vereins auf neue Mitglieder wartet. Benedikt Schernau, sein Bruder Christian und Kumpel Lorenz Fischer steuern eher das Feuerwehrhaus an, wenn sie sich treffen wollen. Darüber hinaus gibt es zum Beispiel in den Ferien ein Zeltlager, für das Gabriel Vornberger verantwortlich zeichnet – und das für diesen Sommer bereits ausgebucht ist.

Die Jugendlichen haben also fast schon die Qual der Wahl, wobei die Bedingungen durch die Pandemie beschränkt und die Teenager zeitweise komplett in die eigenen vier Wände verbannt waren. Nicht nur deswegen möchte die Stadt Iphofen nun, auf Initiative von Niklas Reuther, einen Skatepark bauen – dort wo unter anderem auch Stadtrat Andreas Müller vor Jahren noch die Halfpipe hoch und runterrollte: Am Iphöfer See soll das Gelände mit vier Elementen entstehen, auf dem sich nicht nur die Gruppe um den 24-jährigen Initiator austoben kann.

Auch wenn sie das Skaten nicht zu ihren Hobbys zählen, finden Benedikt, Christian und Lorenz die Idee gut. Auch zum Vorschlag von Simon Weigand, an der Ecke des Platzes einen Basketballkorb zu installieren, kommt zustimmendes Nicken. Und als Bürgermeister Lenzer vorschlägt, den gewünschten Pavillon am besten direkt in die Nähe zu setzen, nimmt die Begeisterung Form an. Sport- und Jugendreferentin Peggy Knauer schlägt den Jungs direkt vor, Fotos von ähnlichen Objekten zu schicken. „Das Projekt Skatepark wollen wir nach den Ferien in Angriff nehmen“, verspricht sie. Und Dieter Lenzer ergänzt, dass er vielleicht im Frühjahr schon befahren werden könnte.

Es war eine produktive Runde, die Jugendbürgerversammlung, auch wenn sie überschaubar blieb. In den Ortsteilen seien die Jugendlichen ebenfalls mit Örtlichkeiten versorgt, das letzte Projekt wurde in Mönchsondheim angestoßen, wo demnächst an neuer Stelle, in der Nähe des Museumsparkplatzes, ein etwas luxuriöserer Container als bisher zum Jugendraum umgestaltet wird.

Und so musste die dampfende Pizza nicht mehr länger auf den Verzehr warten – auch wenn Dieter Lenzer noch einen Wunsch äußerte: „Das Jugendhaus, der Jugendraum St. Veit, die Sportvereine und die Feuerwehrjugend sollten sich mehr vernetzen, gemeinsam etwas anbieten.“ Und so zusammen dafür sorgen, dass sich bei der nächsten Jugendbürgerversammlung mehr als drei Teilnehmer trauen, ihre Anliegen vorzubringen.

„Ihr habt die Wahl“

U 18-Bundestagswahl: Sport- und Jugendreferentin Peggy Knauer stellte das Konzept des Kreisjugendsrings zur Bundestagswahl 2021 vor.

Demnach erhalten alle Jugendlichen unter 18 Jahren Wahlunterlagen von der Stadt Iphofen. Auf dem Wahlzettel können sie Erst- und Zweitstimme ankreuzen und den Wahlumschlag dann im Dienstleistungszentrum am Marktplatz 26 einwerfen.

Am 24. September soll eine große Wahlparty statt finden – analog oder digital steht noch nicht fest –, bei der die jungen Wähler erfahren, wen sie in den Bundestag beziehungsweise ins Kanzleramt gewählt hätten.

Alle Infos über die Direktkandidaten und die Parteien erfahren sie verständlich auf der Homepage des Kreisjugendrings.

Mehr Informationen gibt es unter www.kjr-kitzingen.de