Es gibt noch viel zu tun. Das wird bei der Besprechung in der Alten Synagoge schnell klar. Aber Nervosität ist nicht: Die Schüler des AKG packen ihre Aufgaben an. Das erste Variété soll schließlich ein Erfolg werden.

Dr. Jutta Schwegler und Burkard Fries betreten Neuland. Die Deutschlehrerin und der Musiklehrer haben vor eineinhalb Jahren ein ganz neues P-Seminar angeboten: „Planung und Durchführung eines Variété-Abends mit Music and Lightshow“, lautet der etwas langatmige Titel. Kurz und einprägsamer: Oscarreif – ein Variété. Die Besucher können sich auf ein rund zweistündiges Abendprogramm mit Musik, Akrobatik, Theater und vielem mehr freuen.

Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 sind rund 30 Schüler mit dem Projekt betraut. In Gruppen haben sie die Grundlagen geschaffen und die Vorbereitungen getroffen. Technik, Catering, Marketing, Casting: Es gibt viel zu bedenken und zu organisieren, um drei unterhaltsame und erfolgreiche Varieté-Abende auf die Beine zu stellen.

Sabrina Kleinschrodt und Eva Waadt haben sich für die Casting-Gruppe gemeldet. Ihre Aufgabe: Motivierte und talentierte Schüler aus den Unter- und Mittelstufen für die insgesamt 21 verschiedenen Sequenzen zu akquirieren. „Das war schon ein bisschen wie bei Dieter Bohlen“, erzählt Sabrina. Mit Plakaten und Durchsagen im Schulhaus hatte die Casting-Gruppe auf das Variété aufmerksam gemacht. „Es haben sich mehr Schüler gemeldet, als gedacht“, erinnert sich Eva. Alle konnten gar nicht genommen werden. Also musste die Casting-Gruppe aussortieren. Zusätzlich haben sie Kontakt mit den Leitern von Wahlkursen wie Akrobatik oder mit der Theatergruppe aufgenommen, um möglichst viele unterschiedliche Talente für die drei Aufführungsabende zu gewinnen.

„Es läuft super, die Schüler sind sehr motiviert“, lobt Schwegler. Von ihrer alten Schule hat sie die Idee eines Varieté-Abends mit nach Kitzingen gebracht. „Es gibt so viele Begabungen“, sagt sie. „Hier können wir sie in einer wunderbaren Form präsentieren.“ Hier, das ist die Alte Synagoge. Und die wird in einen festlichen Saal umgewandelt. Im Internet haben die Schüler eine zwei Meter große Oscar-Figur gefunden und bestellt. Ein roter Teppich wird ausgelegt und mit Hilfe eines Beamers werden Bilder an die Wand projiziert, die zu den jeweiligen Stücken auf der Bühne passen. Klingt alles einfach, muss aber organisiert werden. So wie die Werbung oder die Verpflegung für die Gäste.

Antonia Gelardi, Saskia Heilig und Laura Knoblauch gehören dem neunköpfigen Catering-Team an. Ihre Aufgabe: Rund 200 Gäste pro Abend mit Getränken und Essen versorgen. Und die Alte Synagoge sauber und aufgeräumt wieder zu verlassen. „Wir haben uns erst mal überlegt, was wir anbieten“, erinnert sich Laura. Pizza schied schnell aus, die Wahl fiel auf belegte Laugenstangen. Sekt und kalte Getränke gibt es außerdem. „Jeder von uns bringt einen Kuchen mit“, sagt Antonia.

In der Pause muss alles passen. Mit Absperrbändern und drei Kassenbereichen wollen die Schüler ein langes Anstehen verhindern. Nach den Aufführungen geht es ans Aufräumen. Gläser abspülen und einräumen, den Verkaufsbereich kehren. „Wir werden wohl die Letzten sein, die die Alte Synagoge verlassen“, mutmaßt Saskia und lacht.

In diesen Tagen werden die kostenlosen Platzkarten im Sekretariat ausgegeben und die Plakate und Flyer in der Stadt verteilt. Die Technik-Gruppe muss am Sonntag, 19. Oktober, ran und Beamer sowie Mikros aufbauen und testen, sowie die Lichteinstellungen für jeden Act festlegen, damit die Proben am Montag und Dienstag reibungslos über die Bühne gehen können. Etwa 90 Schüler aus der Unter- und Mittelstufe müssen dafür vom regulären Unterricht befreit und zur richtigen Zeit an der Alten Synagoge sein. Die Akrobatik-Gruppe braucht zwei drei auf zwei Meter große Matten aus der Turnhalle, der rote Teppich muss ausgerollt werden, die Umbauten schnell und effizient geregelt sein.

Langeweile kommt bei der Fülle der Aufgaben bis zur Premiere am 22. Oktober sicher nicht auf. Jeder der 30 Schüler hat genug zu tun. Und schon jetzt viel fürs kommende Berufsleben gelernt, wie Antonia, Saskia und Laura von der Catering-Gruppe bestätigen: „Teamarbeit, Organisieren und Verantwortung übernehmen. Das kann man gut gebrauchen.“

Die Termine: Mittwoch, Donnerstag und Freitag, 22.,23. und 24. Oktober, jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, Karten gibt es im Sekretariat des Armin-Knab-Gymnasiums.