Kitzingen Ruhig, langweilig, farblos – das sind typische Vorurteile, die so mancher gegenüber Museen hegt. Dass dies überhaupt nichts mit der Realität zu tun haben muss, beweist ein Besuch im Fastnachtmuseum Kitzingen.

Kunterbunte Eindrücke ziehen sich hier durch jeden einzelnen Raum – und das Team um Museumsleitung Dr. Katrin Hesse ist stets bestrebt, dass jeder Besucher das Museum in lebendiger Erinnerung behält.

Gerade Kindern wollen sie die Geschichte um die Fastnacht spielerisch näherbringen. Die Sommerferien bieten dazu die ideale Gelegenheit.

Frage: Die Sommerferien rücken näher und damit auch Euer Ferienprogramm für Kinder. Warum ist es Euch wichtig, Euch in diesem Bereich einzubringen?

Dr. Katrin Hesse: Unser Ferienprogramm kennt bisher eigentlich nur Zeiten mit Corona. Wir haben es im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, um das Daheimbleiben zu verschönen.

Es war sozusagen ein Versuchsballon. Nachdem sich dieser allerdings bewährt hat, erweitern wir das Angebot jetzt mit neuen Ideen und werden es sicher auch in den nächsten Jahren ausbauen.

Worauf habt Ihr bei der Auswahl Eures Ferienprogramms Rücksicht genommen?

Dr. Katrin Hesse: Es sind Workshops für alle Altersgruppen dabei – und es ist alles kreativ. Natürlich stehen Fasching, Fastnacht, Karneval thematisch im Vordergrund, wenn auch nicht ausschließlich.

Was ist Euer persönliches Highlight? Und warum?

Dr. Katrin Hesse: Eigentlich mögen wir alle unsere Ideen – eitle Narren, die wir sind (lacht). Das Ausarbeiten des Programms war ein Riesenspaß. Besonders lieben wir aber das Chaosspiel, weil es das Museum mit Leben füllt. Auf einmal sausen da erhitzte Kinder und Jugendliche durch die Räume und versuchen, ihre Aufgaben zu lösen. Es ist ein unglaubliches Hallo.

Richtet sich das Programm eigentlich nur an Kinder aus Kitzingen?

Dr. Katrin Hesse: Nein, jedes Kind, das Lust hat, darf mitmachen – ganz egal, ob es aus der Stadt oder dem Landkreis kommt oder hier Urlaub macht.

Gibt es bei allen Angeboten noch freie Plätze?

Dr. Katrin Hesse: Ja, und notfalls können wir auch zusätzliche Termine einrichten, wenn die Nachfrage entsprechend groß ist.

Auch außerhalb des Sommerferienprogramms ist das Museum für Kinder attraktiv. Inwiefern trifft das zu?

Dr. Katrin Hesse: Wir haben häufig Schulen und Kindergärten da, ebenso wie Menschen mit Handicap. Unser Museum bietet sich dafür an, spielerisch zu lernen. Dazu haben wir einen großen museumspädagogischen Arbeitsraum. Und wir haben auch ein an den Lehrplan angepasstes Angebot für Geschichts-, Deutsch- und Sozialkundelehrer aufgestellt und hoffen, dass es genutzt wird, wenn die Pandemie nicht mehr Thema Nummer 1 ist. Allein das Thema politischer Karneval und Karneval in der Diktatur bietet hier reichlich Stoff.