Kitzingen Kinder von 6 bis 10 Jahren gehen mit Naturpädagogin Anke Camphausen am Samstag, 25. September auf Entdeckungstour und nehmen die Erde zu unseren Füßen genauer unter die Lupe. Was genau sie mit den Kindern vorhat und was sie dazu bewegt, verrät die Naturpädagogin vorab im Interview.

Frage: Was genau versteckt sich hinter dem Tite Naturpädagogin?

Anke Camphausen: Ich bin nicht nur Natur-, sondern auch Wildnispädagogin. In beiden Bereichen geht es darum, Menschen wieder mehr Zugang zur Natur zu verschaffen und sie dabei zu unterstützen, eine Beziehung zu ihrer Mitwelt aufzubauen. Ich möchte ein Verständnis vermitteln, dass wir Menschen Teil der Natur und ökologischer Prozesse sind. Bei der Naturpädagogik wird ein Schwerpunkt darauf gelegt, Grundwissen zu vermitteln über ökologische Zusammenhänge und wie wir Menschen darin eingebunden sind. Diese Wissensvermittlung basiert auf direkter Erfahrung mit und in der Natur und findet auf spielerische Art und Weise statt.

Und die Wildnispädagogik?

Anke Camphausen: Die möchte den „modernen, westlich geprägten“ Menschen dabei unterstützen, in der Natur wieder „heimisch“ zu werden. Dazu gehören nicht nur Wissen über Tiere, Pflanzen und ökologische Zusammenhänge, sondern auch gewisse Fähigkeiten und Fertigkeiten, um sich in der Natur zu jeder Zeit wohlzufühlen. Natur ist Erfahrungsraum, Partner und Lehrmeisterin.

Mit ihrem Programm „Wildwechsel“ wollen Sie Kindern die Natur nahe bringen? Was hat Sie dazu bewegt? Was reizt Sie daran?

Camphausen: Ich möchte nicht nur Kindern, sondern allen Menschen, egal welchen Alters, wieder Zugang zu Natur ermöglichen. Ich denke, wenn wir die Herausforderungen unserer Zeit stemmen wollen, müssen wir uns wieder als Teil dieser Welt verstehen. Es gibt nicht Mensch und Natur. Das ist eins. Nur wenn wir die Zusammenhänge und Systeme, in denen wir leben, erkennen und verstehen, können wir entsprechend nachhaltig handeln.

Wie gelingt es aus Ihrer Erfahrung heraus am besten, Kinder tatsächlich für die Natur zu begeistern?

Camphausen: Indem man ihnen möglichst viel Freiraum lässt, sich selbst in und mit der Natur zu erfahren.

Am 25. September geht es in einer Veranstaltung des Landkreises rund um den Boden. Was können die Kinder hier lernen? Und worauf gespannt sein?

Camphausen: „Boden“ ist ein wunderbares Beispiel, um zu zeigen, wie sehr wir davon abhängen und wie sehr wir es gleichzeitig „mit Füßen treten“. Ich wünsche mir, dass die Kinder „begreifen“, wie wertvoll Boden für uns ist. Deshalb werden wir viele spannende Aktionen und Experimente zum Thema Boden machen, bei denen die Kinder selbst ins Tun kommen können.

Vielleicht haben Sie abschließend noch einen tollen Natur-Tipp für den Herbst?

Camphausen: Der Herbst ist eine wunderbare Jahreszeit, bei der es so viel zu entdecken gibt. Darum, liebe Eltern, geht raus mit Euren Kindern! Fangt herunterfallende Blätter, baut Laubhaufen und springt hinein, sammelt Kastanien, bewundert die Vielfalt der Pilze, riecht die würzige Herbstluft, versteckt Nüsse wie die Eichhörnchen und versucht sie wiederzufinden, sucht einen „Probier“-Baum und pflückt Äpfel, baut in Eurem Garten Igelverstecke…

Auf einen Blick

Alles nur Dreck? Im Rahmen der Kreisacker-Veranstaltungsreihe bietet die Koordinierungsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) des Landkreises Kitzingen am Samstag, 25. September, von 10 bis 12 Uhr eine Aktion rund um den Boden an. Kinder von 6 bis 10 Jahren gehen mit Naturpädagogin Anke Camphausen auf Entdeckungstour und nehmen die Erde zu unseren Füßen genauer unter die Lupe.

Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldungen unter Tel. 09321/9281109 oder Email an umweltbildung@kitzingen.de;

Treffpunkt: Kreisacker am ehemaligen Gartenschaugelände in Kitzingen