Es ist still im Saal. Zuschauer und Jury warten gespannt, alle Augen sind auf die Bühne gerichtet, die ganz im Dunkeln liegt. Dann dringen aus den Lautsprechern die ersten Takte von David Guettas Hit „Dangerous“. Scheinwerfer fokussieren junge Menschen in farbenprächtigen Kostümen. Die magischen Tänzer („Magic Dancers“) zucken, schlängeln und springen im Takt der Musik. Sie bilden immer neue Formationen. Sie rocken die Bühne.

Bei der Deutschen Meisterschaft für Gardetanzsport im schwäbischen Lauingen waren vergangenes Wochenende gleich mehrere Gruppen, Solisten und Duos des Wiesentheider Tanznachwuchses erfolgreich. Als die Jury die Ergebnisse bekannt gab, war der Jubel riesengroß. „Wir haben vor Freude geweint, als klar war, dass wir nun zur Europameisterschaft dürfen“, erzählt Hannah. „Auch die Eltern!“ Hannah gehört zu den „Magic Minis“, die in der Schülerklasse in der Disziplin „Modern“ ebenso den Bronze-Rang belegten wie „Magic Melody“ in der Disziplin „Freestyle“. In der nächsthöheren Klasse (Jugendklasse) gab es ebenfalls mehrfach Freudentränen. Auch Solisten sowie Duos überzeugten.

„Ich bin stolz auf die Mädels – und auf unseren einzigen Jungen“, stellt Verena Rimer fest. Die 33-Jährige hat selbst schon als Kind beim TSV/DJK Wiesentheid getanzt. Später hat sie den Übungsleiterschein gemacht; ihre Trainerkolleginnen sind Kristina Nuss, Jasmin Böhm, Laura Oppmann, Nathalie-Alexandra Nuss, Rebecca Bätz und Melissa Hespelein.

Ein ganzes Jahr lang galt es, immer wieder Choreografien einzuüben, einzelne Sprünge und Bewegungsabfolgen zu trainieren. Warum die Kinder und Jugendlichen so viel Energie aufwenden? „Weil's total Spaß macht!“, rufen Emma und Michelle gleichzeitig. „Und weil wir eine tolle Truppe sind“, ergänzt Emily. Der elfjährige „Hahn im Korb“, Fabian Baum, meint: „Das is' ein cooler Mannschaftssport.“

Die jungen EM-Teilnehmer hoffen, dass viele Tanzfreunde ihnen die Daumen für ihre Auftritte im belgischen Zonhoven drücken. Schon morgen finden die ersten Wettbewerbe statt. Große Erwartungen dämpft Trainerin Verena Rimer allerdings: „Unser Ziel, bei der Deutschen Meisterschaft mitzumischen, haben wir schon überschritten.“ Rimer war selbst mehrfach auf der „Euro“ und weiß, dass allein das „Feeling“ die Reise wert ist: „Das Treffen der Nationen, die Teams in ihren Länderfarben – das erzeugt eine einzigartige Stimmung, die man nie vergisst.“

ONLINE-TIPP

Bilder vom Abschlusstraining vor der EM unter www.inFranken.de

Meisterlich

Die Magic Dancers: Die Tanzsportabteilung „Magic Dancers“ des TSV/DJK 1905 Wiesentheid e.V. ist auf Schautanzdisziplinen spezialisiert. Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene machten die Wiesentheider deutlich größeren Vereinen und Städten bereits Konkurrenz. Im Lauf von über 30 Jahren Tanzsporterfahrung freuten sich die Tänzer über mehrere Bayerische, Deutsche und sogar Europameistertitel. Seit Jahren nehmen sie an Turnieren des Deutschen Verbandes für Garde- und Schautanzsport e.V. (DVG) teil.

Die DM: Heuer sind die Wiesentheider besonders erfolgreich. Vergangenes Wochenende haben sich bei der Deutschen Meisterschaft im schwäbischen Lauingen gleich mehrere Gruppen, Duos und Solisten vordere Plätze erkämpft und einige sogar für die Europameisterschaft qualifiziert.

Die EM: Am kommenden Wochenende treten bei der Europameisterschaft im belgischen Zonhofen an:

- In der Schülerklasse (bis elf Jahre) als Solistin Emily Troll (3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft, Trainerin Kristina Nuss), als Duo Emily Troll & Emily Koos (deutsche Vize-Meister, Trainerin Verena Rimer) sowie die Gruppen „Magic Minis" (Modern, Trainerinnen Verena Rimer, Jasmin Böhm, Laura Oppmann) und „Magic Melody" (Freestyle, Trainerin Kristina Nuss) – beide errangen bei der DM jeweils den dritten Platz;

- In der Jugendklasse (12 bis 15 Jahre) die Gruppen „Magic Angels" (Freestyle, 2. Platz DM, Trainerin Kristina Nuss) und „Hot Magic" (Modern, 3. Platz DM, Trainerin Nathalie-Alexandra Nuss) sowie das Duo Jana Mertins & Anna-Lena Stevens (3. Platz DM, Trainerinnen Verena Rimer und Kristina Nuss);

- In der Hauptklasse (ab 16 Jahren) die 18-jährige Rüdenhäuserin Pia Hanauer (Trainerin: Kristina Nuss).