Ein bisschen was geht immer. Und aufgeben gilt nicht. Getreu diesem Motto ist der VdK Kitzingen auch durch dieses schwierige Jahr gekommen. Und hat sich zum Abschluss etwas ganz Besonderes für seine Mitglieder ausgedacht.

Julia Then und Timo Lechner stehen an der Orgel in der Evangelischen Stadtkirche in Kitzingen. Ein paar Sekunden noch, dann geht es los. Auf den Stühlen im Chorraum haben Max Michelsen, Hartmut Stiller und Karin Böhm Platz genommen. Auch sie sind bald dran. Genauso wie Astrid Glos und die beiden Geistlichen, Dekanin Kerstin Baderschneider und Pfarrer Gerhard Spöckl. Die virtuelle vorweihnachtliche Weihnachtsfeier kann beginnen. „Die erste ihrer Art in ganz Bayern“, sagt Hartmut Stiller nicht ohne Stolz.

Musik und Grußworte

Wie kann man seinen Mitgliedern in diesem speziellen Jahr etwas Gutes tun? Diese Frage hat den Ortsvorsitzenden und seine Teammitglieder bewegt. Die Idee: Eine stilvolle Weihnachtsfeier mit Musik und Gedichtvorträgen organisieren, mit Grußworten der Geistlichen und Bürgermeisterin Astrid Glos. Besucher dürfen wegen den Auflagen des Infektionsschutzgesetzes nicht kommen. Und dennoch sollen möglichst viele VdK-Mitglieder und andere Kitzinger Bürger von der Veranstaltung profitieren.

Florian und Ferdinand Forster zeichnen die Veranstaltung mit ihren Kameras auf. Über die VdK-Homepage sind die rund 45 Minuten ab sofort abrufbar. „Wir wollen die Aufzeichnung auch allen Seniorenheimen in Kitzingen zur Verfügung stellen“, informiert Stiller. Wer Interesse hat, kann sich einen USB-Stick vorbeibringen lassen und die vorweihnachtliche Feier in der Einrichtung an Fernsehgeräten abspielen.

Die virtuelle Feier, die am Dienstagabend eingespielt wurde, ist einer der raren Höhepunkte in diesem Corona-Jahr. 43 Angebote standen im Jahresplaner des VdK-Kitzingen. Nur 14 konnten über die Bühne gehen. Die meisten im Januar und Februar, ein paar wenige im Sommer, als die Corona-Beschränkungen gelockert wurden. „Natürlich fehlen unseren Mitgliedern die Begegnungen“, weiß Stiller. Immerhin: Mit seinem Vorstandskollegen Max Michelsen hat er die meisten von denen besucht, die heuer einen runden Geburtstag feiern konnten. 263 an der Zahl. Immer wieder haben die beiden dabei gespiegelt bekommen, wie gut so ein Besuch von außen tut. „Auch wenn wir nur ganz kurz an der Haustür waren und Abstand gehalten haben“, so Stiller.

Programm für 2021 steht

Mit Ausnahme der Rechtsberatung mussten die Aktivitäten ansonsten drastisch zurückgefahren werden. Keine Reisen, keine Ausflüge, keine Vorträge. Den Vorsitzenden wurmt es besonders, dass die Jahreshauptversammlung und damit auch die Ehrung der Mitglieder abgesagt werden musste. „Wird im nächsten Jahr nachgeholt“, kündigt er an. Vorsorglich hat der VdK schon mal das Dekanatszentrum reserviert. Zusammen mit Michelsen, Helga Renner und Schriftführer Harald Meyer hat Stiller trotz aller Probleme den Laden am Laufen gehalten und ein Programm für das nächste Jahr aufgelegt. „Ich hoffe, dass drei Viertel der Veranstaltungen auch durchgeführt werden können“, sagt er. Möglicherweise sogar der Seniorenfasching am 31. Januar. Mit dem Höpper-Elfer in Albertshofen ist er so verblieben, dass man die Veranstaltung auch kurzfristig absagen kann.

Besonders freut sich der Vorsitzende auf eine geplante Demo am 24. April, zu der sich auch die Landesvorsitzende Ulrike Mascher angesagt hat. Titel: „Weg mit den Barrieren in Kitzingen.“ Neben dem Bahnhof sollen auch der Königsplatz und der Marktplatz Schauplatz der Demonstration sein. Anfang Oktober findet dann wieder – aller Voraussicht nach – das Sozialforum statt. Dann geht es um das Thema „Rente für alle.“ Viel zu viele Menschen leben in Deutschland am Rande des Existenzminimums, bedauert Stiller. Ihm schwebt ein Modell wie in Österreich vor, wo nicht nur Angestellte in die Rentenkasse einzahlen, sondern alle Erwerbstätigen, egal, ob sie angestellt, verbeamtet oder selbstständig sind. „Mit dem Ergebnis, dass die Durchschnittsrente im Alter deutlich höher als in Deutschland ist.“

Mehr als 10.000 Mitglieder

Wie viele andere Bundesbürger setzt auch Hartmut Stiller große Hoffnung in einen wirksamen und schnell verfügbaren Wirkstoff, damit das Leben in Deutschland wieder an Normalität gewinnt und Veranstaltungen möglich sind. Trotz der Beschränkungen ist die Mitgliederzahl im VdK auch in diesem Jahr nicht gesunken. Im Gegenteil. Mit 10.667 Mitgliedern verzeichnet der Kreisverband einen neuen Höchststand. Alleine im Ortsverband Kitzingen sind 3324 Mitglieder gelistet. Selbst Corona kann den VdK ganz offensichtlich nicht aus der Bahn werfen.