Sie würde alles aufgeben. Zumindest all das, was sie sich beruflich aufgebaut hat. Barbara Becker möchte „sehr, sehr gerne“ Landtagsabgeordnete werden. „Der Reiz ist richtig groß“, bekennt die 47-Jährige aus Wiesenbronn.

Ihre ersten Erfahrungen mit der Politik hat sie als 17-Jährige gemacht. Damals noch auf der anderen Seite. Becker hat sich in der Evangelischen Landjugend eingesetzt, war mit 17 Jahren schon Landesvorsitzende. Die Hintergrundgespräche mit den Politikern haben sie fasziniert, aber auch das Ringen um Kompromisse hinter den Türen – und die anschließende Außendarstellung. „Man muss den gefundenen Kompromiss ja trotzdem als eigenes Ergebnis darstellen.“

Politik ist für sie das Ringen um die besten Ideen, es gehe dabei immer um den Versuch, sich durchzusetzen – und darum, gute Regeln für das Zusammenleben zu finden. Das Zusammenleben und -arbeiten in der CSU imponiert ihr. Dabei war Becker kein Mitglied der Jungen-Union, eher eine politisch Spätberufene. Die Diskussion um die Kruzifixe in öffentlichen Gebäuden hat sie überzeugt. „Als Christin hat mir die klare Position der CSU gefallen“, erinnert sie sich. „Das hat meine inneren Werte angesprochen.“

Becker hat sich daraufhin drei Veranstaltungen angeschaut und war überzeugt, die politische Heimat gefunden zu haben. „Jeder hat mich angehört und war meinen Ideen gegenüber offen eingestellt“, sagt sie.

Jetzt möchte sie für die CSU in den Wahlkampf einziehen und Nachfolgerin von Dr. Otto Hünnerkopf als Abgeordnete im Landtag werden. Etwas Spannenderes kann sie sich derzeit nicht vorstellen. Ihr wichtigstes Anliegen als mögliche Landtagsabgeordnete kennt sie schon: Den Menschen im ländlichen Raum ein gutes Leben ermöglichen – das ist so etwas wie ein Lebensthema für sie selbst.

Nach dem Studium der Pädagogik in Bamberg ist sie wieder in ihren Heimatort gezogen, lebt mit ihrem Mann und zwei erwachsenen Kindern mitten im Ort, einen Schweinestall vis a vis. Um junge Menschen nach ihrer Ausbildung wieder aufs Land zu locken, bräuchte es politische Weichenstellungen, weiß sie. „Digitale Angebote vor Ort und natürlich Arbeitsplätze.“ Unternehmen müsste deshalb geholfen werden, um ihre Wettbewerbsfähigkeit auch auf dem Land zu erhalten. Nicht zuletzt würde sie den öffentlichen Nahverkehr anders organisieren. „Die Busse sind halb leer, das Anruf-Sammeltaxi wird nicht optimal genutzt“, weiß sie. Becker schwebt eine Lösung auf App-Basis vor. Digitale und damit flexible Fahr- und Mitfahrangebote.

Die drei Themenfelder, um die sie sich als Landtagsabgeordnete vorwiegend kümmern würde, sind ihr klar: Landwirtschaft, Gesundheit und Wirtschaft. „Aber als Neuling müsste ich mich zunächst natürlich erst mal zurücknehmen“, weiß sie. Letzteres wird ihr möglicherweise am schwersten fallen.