Sie ist ein Ort der Begegnung und der Heilung. Da kann es nicht angehen, dass die Stufen, die zur Eingangstür führen, gefährlich wackeln oder Mulden aufweisen, in denen bei schlechtem Wetter das Wasser steht. Das 150 Quadratmeter große Portal und dessen Untergrund vor der St. Michaelskirche auf dem Schwanberg mussten von Grund auf saniert werden.

Dass das kein schnelles und vor allem kein billiges Unterfangen werden würde, war Sr. Marion Täuber klar. Die Cellerarin der evangelischen Schwesterngemeinschaft CCR (Communität Casteller Ring) stellt fest: „Deshalb haben wir auch erst mal gezögert. Letztendlich mussten wir aber handeln. Schließlich geht es auch um die Sicherheit unserer Gäste.“ Auch wenn einigen die Unebenheiten gar nicht groß aufgefallen waren: „Die Schäden waren schon enorm.“ Drei Jahrzehnte lang hatte das Oberflächenwasser rund um die St. Michaelskirche jede feine Ritze genutzt, um in den Untergrund einzudringen. In der öffentlichen WC-Anlage unterhalb der Kirche war das Mauerwerk schon seit einiger Zeit sichtlich nass und stellenweise porös geworden. „Und der Efeu, der größte Feind aller Gemäuer, war sogar schon in die stille Kapelle unterhalb der Kirche gewachsen.“

Die Communität Casteller Ring beauftragte die Kitzinger Baufirma Rank und die Steinmanufaktur Lithonplus. Die Fachleute machten sich unter der Bauleitung von Heinz Zippelius, Hausmeister auf dem Schwanberg, im September 2016 ans Werk. Alle Treppenstufen und das Pflaster vor dem Eingang mussten abgetragen werden. Ein weithin sichtbarer Kran, der sogar den Kirchturm überragte, gab manchen Gästen und auch manchen Schwestern Rätsel auf: „Wofür braucht man denn für Bodenarbeiten einen Kran?“ Thomas Rank erklärte es: „Wir mussten zirka 260 laufende Meter Blockstufen an den richtigen Platz bekommen; jedes einzelne Stufenteil ist mehrere hundert Kilo schwer. Dafür haben wir mit dem Kran ein so genanntes Versetzgerät an den jeweiligen Einsatzort gehoben und mit Hilfe einer Vakuumpumpe die Stufen angesaugt.“

Komplett eigenfinanziert

Schon allein aufgrund dieser besonderen Arbeitsweise sei die Baustelle auf dem Schwanberg keine gewöhnliche gewesen, macht Rank deutlich. „So etwas macht man nicht alle Tage. Auf diese Neugestaltung sind wir schon ein bisschen stolz und werden uns in ein paar Jahren noch gern daran erinnern.“

Rund drei Monate lang leisteten die Fachleute laut Ruth Meili, der Leitenden Schwester der CCR, „sehr sorgfältige Arbeit“. Dann war, rechtzeitig zum neuen Kirchenjahr, der Untergrund saniert, das Mauerwerk der Toilettenanlage trocken gelegt – nach dem vollständigen Austrocknen wird es noch gestrichen werden – und der Kirchenvorplatz in hochwertiger, heller Natursteinoptik neu gestaltet.

Eine topmoderne Versiegelung soll dafür sorgen, dass man die Oberfläche leicht reinigen kann, sagte Holger Hablawetz von Lithonplus beim Pressetermin zur symbolischen Übergabe des Portals. „Außerdem wurden an den Kanten der Stufen graue Kontraststreifen eingebaut – als Hilfe für sehbehinderte Menschen.“

30 Jahre nach der Einweihung der St. Michaelskirche am 24. Mai 1987 strahlt das Portal nun laut Ruth Meili „in österlich-hellem Farbton“ und lädt Jung und Alt ein, die dem Erzengel Michael geweihte Kirche zu entdecken. Wer möchte, kann auf den beiden neuen Bänken gegenüber des Eingangs auch einfach im Freien entspannen und mit Blick auf die höchstgelegene Kirche im Landkreis und den bereits 2016 sanierten Wasserlauf zur Ruhe kommen.

Für die nächsten 50 Jahre habe man, außer den üblichen Instandhaltungsmaßnahmen, keine größeren Ausgaben zu befürchten, versprachen die Fachleute den Bauherrinnen der CCR. Deren Bilanz fällt auch deshalb positiv aus: „Ich bin rundum zufrieden“, sagt Sr. Marion, die vor der Baumaßnahme „schon ein bisschen aufgeregt“ war; immerhin musste die CCR die knapp sechsstellige Summe für die Arbeiten komplett selbst finanzieren, Fördermittel gab es dafür nicht. „Ich bin sehr froh, dass wir das geschafft haben.“