Erst ließ eine Reaktion auf sich warten. Jetzt soll es um so schneller gehen: Die Glascontainer am Unteren Mainkai in Kitzingen werden verlegt. Oberbürgermeister Stefan Güntner habe eine entsprechende Anweisung erteilt, informiert die Pressesprecherin der Stadt Kitzingen, Claudia Biebl.

Anlieger Volker Ruck hatte sich vor einiger Zeit wegen der Glascontainer an die Stadt Kitzingen und das Landratsamt gewandt. Seit knapp einem Jahr wohnt er in der Nähe und hat schnell erkannt: Der Standort ist alles andere als ideal. Kein Wunder, denkt man da spontan, schließlich wohnt der Mann daneben. Wahrscheinlich fühlt er sich durch das Geklirre der zerberstenden Flaschen beim Einwurf in den großen Behälter gestört. Und tatsächlich weist er darauf hin, dass häufig außerhalb der zugelassenen Zeiten Flaschen eingeworfen werden. Doch das ist nicht der Hauptgrund, der Ruck dazu gebracht hat, sich an die Behörden zu wenden. Er ist seit über 20 Jahren in der Abfallbranche tätig, kennt die Probleme, die sich an Containerstandorten auftun, aus seinem beruflichen Alltag. Am Standort unterhalb der Adenauer-Brücke hat er gleich mehrere ausgemacht.

Mit Rollator fast unmöglich

Die Glascontainer sind in einer der Parkbuchten am Main platziert, die mit einer halbhohen Hecke von der Straße abgetrennt sind. Wer also von der Bürgersteig-Seite aus seine Flaschen einwerfen will, muss sich mächtig strecken. Die anderen Einwurf-Öffnungen zeigen Richtung Parkbucht. Steht auf dem ersten Parkplatz ein Auto, wird auch dort aufgrund der Enge ein Einwurf schwierig, wenn nicht gar unmöglich. „Ein Rollstuhlfahrer oder jemand mit Rollator hat keine Chance“, sagt Volker Ruck.

Als problematisch sieht er den Standort aber auch wegen der Leerung an. Zum einen behindern die parkenden Fahrzeuge häufig das Leerfahrzeug. „Außerdem ist das eine Stichstraße, der Lkw muss wenden“, sagt er. Vor allem im Winter sei das gefährlich, und wenn der Fahrer alleine unterwegs sei. Die bevorstehende Änderung der Straßenführung werde die Situation noch verschärfen, sagt Ruck voraus. Die derzeitige Zufahrt wird in eine Grünfläche mit Radweg verwandelt. Zu den Containern, Parkbuchten und zur Tiefgarage kommt man dann über die neu errichtete Verbindung zwischen Diakonie und Rosentritt-Areal. Derzeit ist dort noch keine Durchfahrt möglich, der Bereich wird in erster Linie zum Parken genutzt.

Illegale Müllentsorgung

Die weiteren Probleme, die Ruck anführt, sind die gleichen wie an vielen anderen Containerstandorten. Da werde illegal Müll abgelagert, was Ratten anzieht. Und es würden außerhalb der Öffnungszeiten Flaschen eingeworfen, nachts zum Beispiel, von Jugendlichen, die im Pavillon wenige hundert Meter weiter feiern.

„112 Einwürfe“, hat ein zufällig beim Gespräch vorbeikommender Anlieger im Laufe eines Samstags gezählt, von Einheimischen, aber auch von Leuten mit auswärtigem Kennzeichen. „Das ist gravierend. Und wenn Du was sagst, wirst du beleidigt.“ Das Beispiel zeigt allerdings, wie unklar die Beschriftung des Containerstandorts ist. „Einwurfzeiten werktags 7 bis 19 h“ steht auf einem Schild. Das Wort „werktags“ sorgt dabei für Verwirrung. Denn der Samstag gilt zwar nicht als Arbeitstag, wohl aber als Werktag. Eine Nachfrage bei der Abfallwirtschaft des Landkreises bestätigt: „Der Einwurf ist von Montag bis Samstag von 7 bis 19 Uhr gestattet. Ausnahme sind Feiertage“, so Simon Vornberger von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Für den Containerstandort zuständig ist das Landratsamt allerdings nicht. „Für die Standorte der Glascontainer sind grundsätzlich die Gemeinden zuständig, für die Abfuhr und Bespielung die Dualen Systeme. Unsere Abfallwirtschaft tritt quasi nur als Mittelsmann auf und setzt die Rahmenbedingungen“, heißt es von Seiten der Behörde. Auch für die Reinigung sind die Gemeinden zuständig.

Umdenken bei der Stadt

Dementsprechend wurde Volker Ruck bei seiner Anfrage in der Abfallwirtschaft auf die Stadt Kitzingen als zuständigen Ansprechpartner verwiesen, erzählt der Anlieger. Von dort sei lange keine Antwort auf sein Schreiben gekommen. Auch der Eigentümerbeirat der neu gebauten Wohneinheiten habe sich schon im Oktober vergangenen Jahres an die Stadt gewandt. Zunächst habe es dann geheißen, es gebe keinen besser geeigneten Stellplatz für die Container. Nun scheint es ein Umdenken gegeben zu haben. Pressesprecherin Claudia Biebl reagiert schnell auf die Anfrage bezüglich der Container: Oberbürgermeister Stefan Güntner habe angewiesen, dass die Container an einen anderen Standort verlegt werden müssen, teilt sie telefonisch mit. Wann und wohin – darauf gab es allerdings bislang keine Antwort von der Stadt.