Es wird eine lange Zeit dauern. Aber die Weichen sind gestellt. Der Alte Friedhof in Kitzingen wird nach und nach sein Gesicht verändern. Zum Positiven. Davon sind Bürgermeister Klaus Christof, die Vorsitzenden der Interessengemeinschaft (IG) Alter Friedhof und Stadtgärtner Johannes Lindner überzeugt.

Der 18. und 19. Juli 2014. Ein wichtiges Datum für Kitzingen. Dann stellt sich die Stadt der Prüfungskommission für den internationalen Wettbewerb Entente Florale. Auf nationaler Ebene hat Kitzingen 2013 Gold geholt. Jetzt gilt es europaweit. Und dafür müssen die Weichen gestellt werden. Auch am Alten Friedhof.

Im 16. Jahrhundert ist der Friedhof außerhalb der Stadtmauern errichtet worden. In drei Abteilen sind heute 1200 Grabstellen angelegt.

Doch die Friedhofskultur hat sich verändert. Friedwald, Friedwiese, Urnenbestattungen. Immer mehr Grabstätten bleiben nach ihrer Auflassung unbesetzt. Etwa 160 Leerstellen sind am Alten Friedhof dokumentiert. Ein Punkt, an dem die Verantwortlichen ansetzen wollen.

Bis zum 18. Juli sollen diese Flächen, auf denen in der Regel Gras wächst, schöner gestaltet werden. Stauden möchte Stadtgärtner Lindner beispielsweise anpflanzen. Seine Idee: Lehrlinge aus den einzelnen Gärtnerbetrieben erledigen diese Arbeit zusammen mit Bürgern. Freiwillig. Die Interessengemeinschaft trägt für die kurzfristige Aufwertung des Areals eine Stele bei. Die soll ganz in der Nähe des Haupteingangs errichtet werden und Besucher über die Geschichte des Friedhofes informieren. Langfristig soll der Alte Friedhof sein Gesicht ebenfalls verändern. Ein parkähnlicher Charakter schwebt Christof und Franz Böhm, Vorsitzender der IG, vor. Alte und besonders erhaltenswerte Grabsteine sollen auf jeden Fall auf dem Friedhof bleiben. Mit Zustimmung der Besitzer aber eventuell umgesetzt werden. So können – über viele Jahre hinweg – Flächen geschaffen werden, an denen sehenswerte und kulturgeschichtlich wertvolle Grabsteine zentriert sind. Und parallel dazu Flächen zur Besinnung und Erholung.

Die Organisatoren gehen von einer breiten Zustimmung der betroffenen Grabbesitzer aus. „Die Kosten für die Sicherung der Steine übernimmt die Stadt“, sagt Böhm. „Es geschieht natürlich nichts über die Köpfe der Besitzer hinweg“, ergänzt Christof. „Und so können wir den historischen Wert des Friedhofes erlebbar und greifbar machen“, sagt Lindner. Auch wenn es eine Zeit lang dauern wird.