Wer Gutes tut, der bekommt Gutes zurück. Und das in vielfacher Ausführung. Edith und Manfred Burger können davon ein Lied singen. Seit sechs Jahren organisieren sie ein Treffen für einsame Menschen an Heiligabend. Längst kommen auch Paare und Familien.

„Jeder hilft mit, es ist alles so schön ungezwungen.“
Edith Burger, organisiert Treff an Weihnachten

Geben ist seliger als Nehmen. Diesen Spruch setzen die Burgers in vielfältiger Weise in die Tat um. Seit Jahren engagieren sie sich für die Pfarrei St. Vinzenz. Die Jugendmette an Heiligabend haben sie mitbegründet und zu einer sehr gut besuchten Veranstaltung gemacht. „Für Kinder und Erwachsene gibt es viele Angebote an Heiligabend“, sagt Edith Burger. „An die Jugendlichen denkt kaum jemand.“ Mit Musik und altersgerechten Anspielen schließen die Burgers diese Lücke. Der Dank: Die Kirche St. Vinzenz von Paul ist auch nach der Kinderkrippenfeier ab 17.30 Uhr sehr gut besucht.

Für die meisten Jugendlichen und ihre erwachsenen Begleiter geht es im Anschluss nach Hause. Für die Burgers nicht. Sie gehen ein paar Schritte weiter ins Stadtteilzentrum, wo schon die nächste Veranstaltung an Heiligabend ansteht. Vor sechs Jahren hatte Edith Burger die Idee dazu. Die eigenen Kinder waren aus dem Haus, die Frage stand im Raum, wie der Heiligabend jetzt gefeiert werden könnte. „Wir wollten einen Treffpunkt für die Armen und Einsamen in der Siedlung anbieten“, erinnert sie sich. Schnell waren einige Freunde aus der Pfarrei begeistert und sagten ihre Unterstützung zu. Angela Furkel, Winfried und Renate Dickert tragen seither maßgeblich zum Gelingen der Veranstaltung bei. „Ohne deren Hilfe könnten wir den Abend nicht stemmen“, sagt Edith Burger.

„Eigentlich hatte damals nur der Funke gefehlt“, erinnert sich Manfred Burger an die Anfangszeit. Etwa 35 Gäste kamen bei der Premiere. Ein toller Erfolg – bloß nicht für Manfred Burger. Er hatte mit 120 Besuchern gerechnet. „Ich habe mir damals geschworen, dass wir dieses Angebot mindestens sieben Jahre aufrecht erhalten“, sagt er. „Egal, wie viele Leute kommen.“

Längst kommen die Gäste nicht nur aus der Kitzinger Siedlung, sondern auch aus Randgemeinden. Die längste Anfahrt nimmt ein Mann aus Neustadt/Aisch auf sich. „Der ist von Anfang an dabei“, freut sich Manfred Burger. Der Ablauf ist immer ähnlich: Weihnachtslieder werden gemeinsam gesungen, der Vikar liest das Weinachtsevangelium vor und erteilt den Segen, es gibt Kartoffelsalat und Wiener Würstchen – und Zeit für Gespräche. Von Alleinerziehenden Müttern über Paare bis hin zu Familien mit Kleinkindern reicht die Palette der Gäste, die den Heiligabend lieber in einer Gemeinschaft feiern als alleine. Im letzten Jahr kamen rund 20 Asylbewerber aus dem Corlette Circle dazu.

„Jeder hilft mit, es ist alles so schön ungezwungen“, freut sich Edith Burger. Hilfe kommt auch von außen – ohne dass die Burgers dafür viel tun mussten. Örtliche Metzger und Bäcker spenden das Essen, der Christbaum wird ebenfalls von Spendern gebracht. Die Räumlichkeiten bekommen sie umsonst zur Verfügung gestellt – auch in den letzten beiden Jahren, als sie wegen des Umbaus von St. Vinzenz in die Geflügelanstalt ausweichen mussten.

Etwa zwei Stunden dauert der besondere Heiligabend im Stadtteilzentrum, dann räumen Edith und Manfred Burger zusammen mit ein paar Helfern noch auf. Vor 22 Uhr kommen sie an Heiligabend nicht ins eigene Heim. Aber daran haben sich die Beiden längst gewöhnt. „Ich möchte die Veranstaltung nicht mehr missen“, sagt Manfred Burger. Und seine Frau ergänzt: „Die Dankbarkeit der Leute ist das größte Geschenk für uns.“

Termin: Heiligabend, 24. Dezember, von 19 bis 21 Uhr im Stadtteilzentrum in der Kitzinger Siedlung.

Anmeldung wird für eine bessere Planung erwünscht: Tel. 09321/7177 oder 34156.

Fahrdienst gesucht: Gerade viele ältere Menschen können nicht mehr zu Fuß zum Stadtteilzentrum laufen. Wer sich für einen Fahrdienst zur Verfügung stellen kann, meldet sich unten genannter Telefonnummer.