Balance braucht man. Und ein gewisses Stehvermögen. Das gilt für das Stand-Up-Paddling genauso wie für das Umweltbewusstsein. Daniel Nagl und Sabrina Stemplowski bringen beides zusammen. Am Sonntag, 9. September, wollen sie den Main und seine Ufer rund um Kitzingen von Abfall befreien. Mitstreiter sind willkommen.

Flaschen, Dosen, Plastikteile

Seit drei Jahren betreibt Sabrina Stemplowski das Stand-up-Paddling (SUP). Mit ihrem Partner Daniel Nagl bietet sie seit letztem Jahr auch Kurse an. An den meisten Wochenenden sind die beiden auf dem Main unterwegs. „Und da bekommt man einiges mit“, sagt Stemplowski. Flaschen und Dosen treiben auf dem Main, etliche Plastikteile, mitunter sieht sie auch Papierfetzen oder einen alten Fußball, der noch an der Oberfläche schwimmt. „In den Badebuchten ist es besonders schlimm“, sagt sie. Wo gefeiert wird, da bleibt der Abfall oft liegen. Das gilt für den breiten Steg am ehemaligen Gartenschaugelände in Kitzingen genau so wie für so manche Badebucht in Richtung Albertshofen.

Mit interessierten Mitstreitern wollen die beiden am kommenden Sonntag aufräumen. Fünf Boards können sie selbst stellen, wer ein eigenes Board hat, soll es am besten mitbringen. Etwa zweieinhalb Stunden soll die Aktion dauern. Von der Eisenbahnbrücke in Kitzingen bis zu den Badebuchten bei Albertshofen soll der Main möglichst umfassend vom Dreck gesäubert werden.

Gepäcknetz auf dem Board

Wie das von einem wackligen Brett aus funktionieren kann? Sabrina Stemplowski muss lachen. So wackelig ist ein Board gar nicht, versichert sie. Schon nach wenigen Minuten hätten auch die ängstlichsten Anfänger Vertrauen gefasst und würden sich hinstellen, um mit kraftvollen Schlägen mit dem Paddel an Fahrt zu gewinnen. Beim Mülleinsammeln werden die Freiwilligen aber eher auf dem Brett knien und den Abfall in Tüten oder Körbe füllen, die vorne, auf dem Gepäcknetz des Boards, eingespannt werden können.

Zu viel Unbedarfte auf dem Main?

Grundsätzlich sei Stand-Up-Paddeln etwas für jedermann und leicht zu lernen. Bei der Aufräumaktion am Sonntag sollten aber nur erfahrene Paddler teilnehmen. „Es kann schon mal ein Motorboot etwas schneller vorbeifahren“, sagt Stemplowski. „Und dann kann es schon ein bisschen wacklig werden auf dem Main.“ Ihr Partner Daniel Nagl ist ausgebildeter SUP-Trainer und Rettungsschwimmer. Er sieht die Zunahme an unbedarften Anfängern, die sich mit einem Board auf den Flüssen tummeln, eher kritisch. „Mit einer 80er Vespa darf man auch auf die Autobahn, sollte dort allerdings wissen was man tut. Ebenso ist es mit dem SUP auf einer Bundeswasserstraße.“ Ein sicherer Umgang mit dem eigenen Wassersportgerät, auch bei Wellen oder Gegenwind, sind für ihn unabdingbar.

Am Sonntag, bei der ersten SUP-Aufräumaktion auf dem Main, sollen auch deshalb nur erfahrene Paddler mithelfen. Sabrina Stemplowski freut sich auf viele freiwillige Helfer, die das Paddeln auf dem Main lieben und das Bewusstsein für eine saubere Umwelt nicht verloren haben. „Wir wollen doch alle etwas von der Natur haben.“

Termin: Sonntag, 9. September, ab 16 Uhr. Treffpunkt auf dem Steg am ehemaligen Landesgartenschaugelände. Ende gegen 18.30 Uhr. Danach gibt es einen Schlusshock. Getränke und Essen stellen die Organisatoren. Wer eines der fünf Boards leihen will, meldet sich vorher an bei Daniel Nagl, Tel. 0176/34193678