Unterfranken Heike Burkhard hat Glück. Sie steckt auch nach ihrem Berufsleben voller Energie und kann die auf der Suche nach Glücksorten ausleben.

Zuletzt war sie für den Droste-Verlag in Unterfranken unterwegs – unter anderem in Kitzingen, Marktbreit und Gaibach.

Wie kommt man auf die Idee, ein Buch über Glücksorte in Unterfranken zu schreiben?

Burkhard: Den ersten Band dieser Serie habe ich auf Sylt gesehen und war begeistert von der etwas anderen Aufmachung. Mein Freund wollte damals einen Band über Franken machen, aber das habe ich ihm ausgeredet.

Warum?

Burkhard (lacht):): Na ja, das Konzept ist eher auf Frauen zugeschnitten, deshalb wollte ich die Arbeit gerne selber übernehmen. Ich habe mich jedoch bemüht, auch Orte zu finden, an denen sich Männer glücklich fühlen, denn sie dürfen ihre Frauen ja begleiten.

Zum Beispiel?

Burkhard: Zum Beispiel dürften Männer schicke maßgefertigte Schuhe aus Iphofen beglücken, oder auch die Oldtimer in Prichsenstadt.

Warum haben Sie sich Unterfranken herausgesucht?

Burkhard: Ich habe zunächst ein Buch über die Glücksorte in Mittelfranken geschrieben. Ich komme aus Erlangen, bin in Herzogenaurach aufgewachsen. Während meiner Ausbildung zur Lehrerin war ich auch ein Jahr in Partenstein in Unterfranken. Seither gefällt mir dieser Landstrich ungemein.

War es leicht, 80 Glücksorte in Unterfranken zu finden?

Burkhard: Leichter als in Mittelfranken (lacht). Ich hätte auch locker über 100 Glücksorte beschreiben können, aber der Verlag hat bei 80 Schluss gemacht.

Die Auswahl fiel nicht leicht?

Burkhard: Überhaupt nicht. Es gibt Gemeinden in Unterfranken, da findet man vier bis fünf Glücksorte auf engstem Raum.

Wie sind Sie bei der Suche nach den Glücksorten vorgegangen?

Burkhard: Zunächst habe ich im Internet recherchiert. Und dann bin ich herumgefahren. Eine Woche hier, eine Woche da. Das war die schönste Zeit. Ich habe viel Neues entdeckt, tolle Menschen kennengelernt. Es war wie ein Urlaub, in dem man etwas Vernünftiges unternimmt.

Wie definieren Sie einen Glücksort?

Burkhard: Als einen Platz, an dem man in den Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat: einen Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung. Aber natürlich ist das auch eine Frage des Augenblicks.

Sind Glücksorte etwas Subjektives?

Burkhard: Ja, aber ich habe versucht, nicht nur meine Glücksorte zu beschreiben. Es gibt eine Abhandlung über den Trial-Parcour für Mountainbiker bei Frammersbach oder die Segelflieger in Karlstadt. Beides ist nicht gerade mein Metier.

Haben Sie alle Glücksorte besucht?

Burkhard: So gut wie. Ich habe während der Pandemie recherchiert und da gab es natürlich Auflagen. Umso dankbarer bin ich, dass ich beispielsweise im Kitzinger Fastnachtmuseum oder im Malerwinkelmuseum in Marktbreit eine Einzelführung erhalten habe oder von Harald Schmaußer in seiner Sulzfelder Galerie empfangen wurde.

Das Papiertheater von Gabriele Brunsch konnte ich leider nicht aufsuchen. Das hole ich sicher nach.

Bleiben die Kontakte auch nach Fertigstellung des Buches bestehen?

Burkhard: Das ist ja das Schöne an dieser Arbeit. Mit den Schmaußers habe ich zum Beispiel immer noch Kontakt, auch mit Frau Brunsch vom Papiertheater in Kitzingen oder mit dem Ehepaar Pecoraro-Schneider in Knetzgau.

Was kommt als nächstes? Oberfranken?

Burkhard: Das wäre schön, aber eine Kollegin hat mir dieses Projekt schon weggeschnappt. Ich habe gerade mein „Nürnberg-Quiz“ beendet, 100 Fragen und Antworten, die auf Karten gedruckt sind. Jetzt habe ich wieder Zeit und freue mich auf eine neue Herausforderung.

Nichtstun kommt nicht in Frage?

Burkhard: Das macht mich zumindest nicht glücklich. Foto: Droste Verlag

Glücksorte in Unterfranken (Fahr hin und werd glücklich) erschienen im Droste-Verlag. 168 Seiten, 14,99 Euro. Jeder Glücksort wird mit Foto auf einer Doppelseite vorgestellt.