An der gefährlichen Kreuzung der Staatsstraße am Marktstefter Gewerbegebiet Traugraben wird noch in diesem Jahr entweder eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr gebaut. So viel steht fest. Welche der beiden Kreuzungsformen es werden wird, ist nach Angaben des staatlichen Bauamts allerdings noch offen. „Bis Ende März wollen wir prüfen, welche Option sinnvoller ist“, sagt Michael Fuchs, Leiter der Abteilung Straßenbau beim Bauamt.

Seit einigen Monaten schon wird in Marktsteft und dem benachbarten Marktbreit diskutiert, ob der Verkehr an der Kreuzung künftig besser durch einen Kreisel rollen oder doch lieber von einer Ampel reguliert werden sollte. Die Stadträte beider Orte sprachen sich Ende vergangenen Jahres mehrheitlich für einen Kreisverkehr aus.

Platzmangel befürchtet

Landrätin Tamara Bischof und Marktstefts Bürgermeister Thomas Reichert dagegen sahen nach Rücksprache mit dem Bauamt gute Gründe für eine Ampel: Unter anderem würden Platzmangel und der zu erwartende Fußgängerverkehr gegen einen Kreisel sprechen.

Die Kreuzung an der Staatsstraße in Richtung Marktbreit gilt als Unfallschwerpunkt: Innerhalb von fünf Jahren kam es dort zu 19 teilweise schweren Unfällen.

Seit im vergangenen Jahr das Tempolimit im Kreuzungsbereich auf 70 Stundenkilometer gedrosselt und ein Sichtschutz aufgestellt wurde, hat sich die Lage beruhigt. Diese Maßnahmen gelten aber nur als Übergangslösung.

Um die Gefahrenstelle endgültig zu entschärfen, plant das Bauamt den Umbau.

„Grundsätzlich gilt es bei der Frage nach Ampelanlage oder Kreisverkehr verschiedene Faktoren zu beachten“, so Fuchs. Dazu zählt zum Beispiel wie viele Verkehrsteilnehmer die Kreuzung befahren und ob alle vier Anschlüsse gleich stark belastet sind. „Autofahrer bevorzugen häufig den Kreisverkehr, weil der sie nicht zum Anhalten zwingt und keine Wartezeiten entstehen“, sagt Fuchs.

Kreisverkehr teurer

Auch Geld spielt bei der Entscheidung eine Rolle. „Mit durchschnittlich 400 000 Euro ist ein Kreisverkehr in der Regel etwas teurer als eine Ampelanlage“, so Fuchs. Im Falle der Marktstefter Kreuzung kam deshalb unter Kreiselanhängern schon der Verdacht auf, das Bauamt würde die Ampelanlage aufgrund der geringeren Kosten bevorzugen.

Der eigentliche Umbaugrund, die Sicherheit der Kreuzung, ist aber bei beiden Kreuzungsformen gewährleistet. Laut Angaben der Polizei seien sowohl Ampel als auch Kreisverkehr sicher und in jedem Fall besser als gar nichts.

Ampel oder Kreisverkehr:

Ampel:

+ etwas günstiger + bei wenig Platz

+ bei Durchgangsverkehr, wenn vor allem zwei Äste stark belastet sind

+ bei sehr hoher Verkehrsbelastung, die die Leistungsfähigkeit eines Kreisverkehrs übersteigt

+ bei sehr vielen Fußgängern und erwünschten Fußgängerquerungen

- optisch weniger Gestaltungsmöglichkeiten

- Autofahrer müssen anhalten, es entstehen Wartezeiten Kreisel:

+ wenn alle Äste etwa gleich stark befahren sind

+ Fußgängerübergänge sind theoretisch möglich, aber nicht so einfach

+ optisch schöner: Gestaltungsmöglichkeiten wie Grünflächen oder Kunst

+ Autofahrer müssen nicht anhalten, der Verkehr läuft fließend

+ wirkt geschwindigkeitsdämpfend, vor allem am Ortseingang von Vorteil

- etwas teurer

- Mindestens Radius von 35 bis 45 Meter nötig