„Wenn unsere acht Vorschulkinder nach den Sommerferien in die Schule kommen, dann haben wir nur noch sieben Kinder im Kindergarten“, erklärt Marianne Wedler zum Hintergrund der Diskussionen über den Fortbestand des Fahrer Kindergartens. Die Eltern seien durch die geringen Kinderzahlen sehr verunsichert, wenn es um die Frage geht, ob der Kindergarten St. Franziskus auch in den kommenden Jahren geöffnet bleibt.

Diese Verunsicherung trage nicht gerade dazu bei, dass Eltern Betreuungszeiten für ihre Mädchen und Buben buchen, so Wedler, die seit Anfang Januar den Kindergarten leitet. Die Eltern seien hin- und hergerissen, so dass „neue“ Kinder – auch aus anderen Ortsteilen – im Kindergarten nicht anzutreffen sind. Das soll sich jetzt mit der Klarstellung der aktuellen Entscheidungslage ändern.

Gemeinsam hätten die katholische Kirchenstiftung St. Johannes in Fahr als Träger sowie die Caritas und die Stadt Volkach als Geldgeber bei einer Besprechung bekundet, den Kindergarten in den nächsten drei bis vier Jahren nicht zu schließen. Wer sein Kind also im Sommer im Kindergarten anmeldet, kann laut Wedler davon ausgehen, dass es diesen auch als Vorschulkind mit dem „Rausschmiss“ in die Grundschule verlässt. „Die Kinder müssen also nicht wechseln und können ihre komplette Kindergartenzeit in Fahr verbringen“, so Wedler. „Die Stadt Volkach wird versuchen, den Kindergarten so lange wie möglich zu halten“, sagt Bürgermeister Peter Kornell zu dem Thema. Fahr sei mit 600 Bürgern kein kleiner Ortsteil, für dessen Infrastruktur ein Kindergarten wichtig sei.

In den kommenden Jahren will Kornell keine Entscheidungen treffen, die den Fortbestand des Kindergartens gefährden könnten. „Wir werden alle Bemühungen in Fahr unterstützen, um die Situation zu stabilisieren und auszubauen.“ Seitens der Stadt werde man Werbung betreiben, auch in Fahr Plätze für den Nachwuchs zu buchen. Durch die Kindergartenleitung und den Träger wurde bereits die Werbetrommel gerührt und die aktuelle Lage dahingehend geändert, dass seit kurzem Zweijährige im Kindergarten betreut werden.

Für Kornell bietet der Fahrer Kindergarten den Vorteil, dass die Jüngsten in ziemlich kleinen Gruppen betreut werden können. Mit Marianne Wedler, Erzieherin Monika Dittmann und Kinderpflegerin Stefanie Reisert werfen aktuell drei Frauen ein wachsames Auge auf den 14-köpfigen Nachwuchs im Kindergarten.

Für Marianne Wedler steht fest: „Die Angst mancher Eltern ist unbegründet.“ Deshalb schaut sie positiv nach vorne und schwärmt vom Kindergarten und dem grünen Spielgelände: „Es ist traumhaft schön hier.“

Die Aktivitäten im Kindergarten sind vielseitig. Einmal pro Woche wandern die Kinder beispielsweise hinaus in die freie Natur. Jetzt hofft die Kindergartenleiterin darauf, dass Eltern wieder Vertrauen gewinnen, ihre Kinder in Fahr anmelden und vielleicht auch Krippenplätze gewünscht werden. „Die Räumlichkeiten wären vorhanden“, sagt sie. Vielleicht könnte bei entsprechender Nachfrage ja eine Krippengruppe starten.