Was könnten Stadtrat und Bürgermeister für die Entwicklung der Marktbreiter Altstadt tun? Esther Sinn hat sich in ihrer Masterarbeit darüber Gedanken gemacht und einige Lösungsvorschläge in der Ratssitzung am Montagabend vorgestellt.

Esther Sinn ist Marktbreiterin und kennt dadurch die Situation der Stadt. In der Altstadt selber gibt es immer noch eine historisch gewachsene, wenn auch rückläufige vielfältige Nutzung, vom Wohnen über Gewerbe bis Verwaltung. Dem steht aber auch ein großer Leerstand an Ladenflächen, Wohnungen und ganzen Häusern gegenüber. Ziel der Stadtentwicklung müsse es sein, so Sinn, einen stabilen Standort zu schaffen, in dem man sich gerne aufhält, in dem Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und öffentlicher Raum wieder attraktiv sind und so die Tendenz zum Wohnen im Außenbereich eine Alternative bekommt. Denn derzeit ist zu erkennen: Es gibt viele ältere Bewohner in der Stadt, die Jungen drängen nach außen, wie der Boom des Wohngebiets Ohrenberg zeigt.

Leerstände neu nutzen

Was die Stadt bereits tut – und auch in dieser Ratssitzung weiter entwickelte – ist etwa die Sanierung des Mainufers, das gut als Freiraum für Innenstadtbewohner dienen kann. Enge und vernachlässigte Areale, wie etwa die Schustergasse oder die Bergstraße sollten gezielt überarbeitet, zum Teil „entrümpelt“ werden, um Licht in die Enge zu bringen. Wie das aussehen könnte, dafür stellte Sinn auch einige Beispiele vor. Ganz konkret etwa den ehemaligen Schleckermarkt in der Pfarrgasse, ein großes Anwesen, das seit Jahren leer steht. Für die bisherige Nutzung, den Drogeriemarkt, ist die Lage einfach zu ungünstig: Zu wenig Laufkundschaft, es fehlen Parkplätze. Das Haus müsste völlig umgenutzt werden: Für das Ober- und Dachgeschoss schlägt Esther Sinn Wohnnutzung vor – dort könnten drei bis fünf attraktive Wohneinheiten entstehen. Das Erdgeschoss bietet sich als Parkgarage für die Bewohner, aber auch das Umfeld an. Utopie? Nein, denn Sinn weist auch eine Finanzierungsmöglichkeit aus, die zum Schluss kommt: Das Ganze kann sich rechnen. Auch über andere Teile der Stadt hat Esther Sinn sich Gedanken gemacht.

Problem: der Preis

Alles schön und gut – aber es gibt, wie Bürgermeister Erich Hegwein im Anschluss an die Vorstellung feststellt, ein großes Problem: Interessenten für ähnliche Projekte hat es schon gegeben: Alleine die Preisvorstellungen der Eigentümer waren einfach zu hoch. Wenn die allerdings mitmachen, und auch dafür gibt es Beispiele, kann einiges bewegt werden.